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Prozess um Raubüberfall: weiterer Aufschub
Der Überfall ereignete sich im Dezember 2008 in einem Mehrfamilienhaus in Bereldingen.

Prozess um Raubüberfall: weiterer Aufschub

Foto: Chris Karaba
Der Überfall ereignete sich im Dezember 2008 in einem Mehrfamilienhaus in Bereldingen.
Lokales 23.11.2018

Prozess um Raubüberfall: weiterer Aufschub

Wegen eines Raubüberfalls auf ein älteres Ehepaar in deren Wohnung im Dezember 2008 müssen sich derzeit vier Männer und eine Frau vor Gericht verantworten. Das Plädoyer der Staatsanwaltschaft ist für den 11. Dezember angesetzt.

(SH) - Am 23. Dezember 2008 war ein älteres Ehepaar in der eigenen Wohnung in Bereldingen brutal überfallen und bestohlen worden. Mehrere Täter hatten die damals 75-jährige Frau und ihren 83-jährigen Mann, der mittlerweile verstorben ist, geschlagen, gefesselt und geknebelt. Aus einem Geldschrank hatten die Täter rund 3.500 Euro sowie Schmuck im Wert von etwa 186.000 Euro entwendet. Fast zehn Jahre später steht ein Gerichtsurteil immer noch aus. Immerhin müssen sich derzeit aber fünf Personen wegen des Überfalls vor Gericht verantworten.


Das Urteil ergeht am 17. Oktober.
Täter schlagen älteres Ehepaar in eigener Wohnung nieder
Nach einem außerordentlich brutalen Raubüberfall am 23. Dezember 2008 in Bereldingen wird nun, fast zehn Jahre später, fünf Franzosen der Prozess gemacht.

Am Donnerstag bekamen die Anwälte der Angeklagten das Wort. Interessant war dabei das Plädoyer des Rechtsbeistands von Kenan D., dem mutmaßlichen Hintermann, unter dessen Druck die vier anderen Beschuldigten gehandelt haben sollen. Denn während diese ihre Rolle zwar jeweils heruntergespielt, zumindest aber zugegeben hatten, am Tatort gewesen zu sein, war Kenan D. bisher nur dadurch aufgefallen, dass er dem Prozess fern blieb.

Sein Anwalt erklärte nun, sein Mandant sei freizusprechen. Er sei lediglich von Sendy F. beschuldigt worden. Dieser sei allerdings angeklagt und habe demnach das Recht, Unwahrheiten zu sagen. Von diesem Recht habe er seit Beginn des Verfahrens Gebrauch gemacht. In seinen Augen habe Sendy F. erfunden, dass er von jemandem – Kenan D. – unter Druck gesetzt worden war.

Angeklagte widersprechen sich

Wie widersprüchlich ihre Aussagen waren, wurde am Donnerstag bei einer erneuten Anhörung von Kevin H. deutlich. Der Mann, dem vorgeworfen wird, sich im Dezember 2008 gemeinsam mit Amandine U. als potenzielle Käufer der Wohnung in Bereldingen Zutritt zum Tatort verschafft und dann die Komplizen hereingelassen zu haben, hielt immerhin an seinen Schilderungen fest. Er betonte, dass er keine Waffe bei sich getragen habe. Marouan H. und Sendy F. hätten seiner Ansicht nach an dieser Version des Tathergangs festgehalten, da sie ihnen in die Karten spiele. Überhaupt hätte Marouan H. immer wieder versucht, sich aus der Affäre zu ziehen, indem er den anderen Angeklagten, auch ihm, die Schuld in die Schuhe schob, so Kevin H.

Letztere konnten auf diese Aussage nicht reagieren: Marouan H. wurde mittlerweile den französischen Behörden wieder übergeben, Sendy F. ließ sich von seiner Anwältin vertreten.

Der Prozess wird am 11. Dezember mit dem Plädoyer der Staatsanwaltschaft fortgesetzt.



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