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Prozess um Raubüberfall auf älteres Ehepaar: Schicksalhafte Begegnung
Lokales 28.06.2017 Aus unserem online-Archiv

Prozess um Raubüberfall auf älteres Ehepaar: Schicksalhafte Begegnung

Im Einkaufszentrum „City Concorde“ hatten die Täter den Ermittlungen zufolge an einem Samstagvormittag nach potenziellen Opfern Ausschau gehalten.

Prozess um Raubüberfall auf älteres Ehepaar: Schicksalhafte Begegnung

Im Einkaufszentrum „City Concorde“ hatten die Täter den Ermittlungen zufolge an einem Samstagvormittag nach potenziellen Opfern Ausschau gehalten.
(Foto: Julien Ramos/LW-Archiv)
Lokales 28.06.2017 Aus unserem online-Archiv

Prozess um Raubüberfall auf älteres Ehepaar: Schicksalhafte Begegnung

Steve REMESCH
Steve REMESCH
Einseitige Ermittlungen, eine lückenhafte Indizienkette und Vorurteile: Im Prozess um den außerordentlich brutalen Überfall auf ein älteres Ehepaar in Senningen kamen am Mittwoch die Anwälte der Verteidigung zu Wort.

(str) - Einseitige Ermittlungen, eine lückenhafte Indizienkette und Vorurteile: Im Prozess um den außerordentlich brutalen Überfall auf ein älteres Ehepaar in Senningen kamen am Mittwoch die Anwälte der Verteidigung zu Wort. Und die waren wenig zimperlich bei ihren Ansichten zur Arbeit der Ermittler.

In einem Punkt waren sich alle vier Verteidiger der zwei Beschuldigten einig: Es gebe berechtigte Zweifel an der Schuld ihrer Mandanten und deshalb seien sie auch freizusprechen.

Diese Zweifel würden etwa daraus hervorgehen, dass es keine belastbaren Beweise gegen die Täter gebe, sondern lediglich eine Verkettung von Zufällen und Mutmaßungen. Die zwei Beschuldigten und der Tatverdächtige, der bislang nicht festgenommen werden konnte, seien tatsächlich an jenem Tag im „City Concorde“ gewesen – aus nachvollziehbaren Gründen und ohne kriminelle Absichten.

"Einseitig"

Ihr Verhalten im Einkaufszentrum und auf dem Parkplatz sei auch auf andere Weise zu erklären, als auf jene, die in das Bild der Ermittler gepasst hätte.

Zudem sei es unterlassen worden, in andere Richtungen zu ermitteln, nachdem die Männer auf den Bildern der Überwachungskameras gesehen wurden.

Dabei wird es der Verteidigung zupasskommen, dass es keine Videoaufzeichnung für den Zeitraum gibt, an dem die späteren Opfer sich in einer Bäckerei aufhielten. Denn hier wäre dann auch die DNS eines Beschuldigten auf das T-Shirt eines Opfers gekommen.

Zum Verwechseln ähnlich?

Zeugen hätten zudem in Senningen am Tatort ein ganz anderes Auto gesehen, als es die Männer an jenem Tag gefahren hätten – eine schwarze Mercedes A-Klasse anstatt eines grauen Mercedes GLA. Auch die Täterbeschreibung decke sich nicht ganz. Daher seien Zweifel angebracht.

Einer der Verteidiger deutete zudem an, dass die Beschuldigten wohl aus dem Grund ins Visier der Ermittler geraten seien, weil sie eben der mit Vorurteilen behafteten Gemeinschaft der „Gens du voyage“ angehören würden.

Das dürfte die Staatsanwaltschaft, wenn sie am Montag ihren Strafantrag stellt anders sehen: Aus Sicht der Strafverfolgung stehen nämlich zwei von drei Männer vor den Richtern, die dabei beobachtet wurden, wie sie im Einkaufszentrum Concorde willkürlich nach Opfern Ausschau hielten, die dann ein älteres Ehepaar bis nach Hause verfolgten und es unter schwerer Gewaltanwendung ausraubten.


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