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Prozess um Messerstecherei: Opfer verlor drei Liter Blut
Lokales 21.01.2020 Aus unserem online-Archiv

Prozess um Messerstecherei: Opfer verlor drei Liter Blut

Die Polizei sperrt den Raum um den Tatort in der Rue de la Gare in Remich am späten Nachmittag des 24. Juli 2018 großräumig ab. Ein junger Mann hat zuvor in einer Wohnung seine Partnerin getötet.

Prozess um Messerstecherei: Opfer verlor drei Liter Blut

Die Polizei sperrt den Raum um den Tatort in der Rue de la Gare in Remich am späten Nachmittag des 24. Juli 2018 großräumig ab. Ein junger Mann hat zuvor in einer Wohnung seine Partnerin getötet.
Foto: Fernand Morbach/LW-Archiv
Lokales 21.01.2020 Aus unserem online-Archiv

Prozess um Messerstecherei: Opfer verlor drei Liter Blut

Drei tiefe Messerstiche fügt ein 22-jähriger Mann am 24. Juli 2018 seiner Partnerin zu. Das Opfer erleidet Verletzungen an den Organen, durch die sich drei Liter Blut im Körper ansammeln.

(SH) - Ein enormer Blutverlust durch Verletzungen an mehreren Organen hat am frühen Abend des 24. Juli 2018 zum Tod einer 22-jährigen jungen Frau geführt, nachdem ihr gleichaltriger Partner ihr in der gemeinsamen Wohnung in Remich drei tiefe Messerstiche zugefügt hatte. Der Mann muss sich nun wegen Totschlags vor einer Kriminalkammer des Bezirksgerichtes Luxemburg verantworten.

Dem Rechtsmediziner nach muss der Angeklagte mit Wucht eingestochen haben, da bei den drei bis zu 14 Zentimeter tiefen Stichen jeweils Knochen – Brustbein und Rippen – durchtrennt wurden. Zudem wurden beide Herzkammern geöffnet sowie Lungen, Leber, Zwerchfell, Bauchhöhle und Magenkanal verletzt. Dies führte dazu, dass sich im Körperinneren drei Liter Blut – etwa die Hälfte des gesamten Blutvolumens der Frau – angesammelt hatten. „Ein Blutverlust in dem Umfang führt schnell zum Tod“, so der Rechtsmediziner. 

Zwar konnte er keine genaue Zeitspanne angeben, allerdings sollen bis zur Handlungsunfähigkeit, respektive dem Tod maximal wenige Minuten vergangen sein. Inwiefern das Opfer bei Bewusstsein war, konnte der Experte nicht sagen. Wohl wurden an beiden Daumen Spuren gefunden, die auf eine Abwehrverletzung hindeuten – und somit darauf, dass das Opfer bei Bewusstsein war. Allerdings handele es sich nicht um die typischen Abwehrverletzungen, die bei Messerangriffen zu sehen sind.


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Stumpfe Gewalteinwirkung

Daran, dass die Verletzungen der Frau, die zum Zeitpunkt ihres Todes in der sechsten oder siebten Woche schwanger war, mit einem Messer zugeführt wurden, besteht unterdessen kein Zweifel. Dies gilt auch für sechs weitere oberflächlichere Schnitte. Diese sollen dem Opfer zu einem Zeitpunkt zugefügt worden sein, als der Kreislauf bereits nicht mehr funktioniert habe. Die Kopfverletzungen, die auf stumpfe Gewalteinwirkung hindeuten – Schläge, aber wohl auch ein Fußtritt – sollen unterdessen wohl zu einem früheren Zeitpunkt entstanden sein.

Der Angeklagte selbst wies unterdessen Verletzungen auf, die er sich höchstwahrscheinlich selbst zugefügt hatte. Die Situation sei akut lebensgefährlich gewesen, durch die schnelle medizinische Hilfe habe man sie aber in den Griff bekommen, so der Rechtsmediziner. Handlungsunfähig sei er durch die Blessuren nicht zwangsweise gewesen.


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Weil er am 24. Juli 2018 in einer Wohnung in Remich seine damalige Freundin erstochen hat, muss sich ein junger Mann derzeit vor Gericht verantworten. Die Frage nach dem Motiv ist weiter unbeantwortet.

Der Prozess wird wegen des krankheitsbedingten Ausfalls des psychiatrischen Gutachters nicht in dieser Woche, sondern wohl erst am 3. März fortgesetzt. Die Verteidigung visiert eine Strafminderung wegen eines eingeschränkten Urteilsvermögens des Beschuldigten an und pocht deshalb darauf, den Experten zu hören. 

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