Wählen Sie Ihre Nachrichten​

Prozess um KO-Tropfen: "Das ist nicht mein Stil"
Lokales 06.03.2019 Aus unserem online-Archiv

Prozess um KO-Tropfen: "Das ist nicht mein Stil"

Prozess um KO-Tropfen: "Das ist nicht mein Stil"

Foto: Lex Kleren
Lokales 06.03.2019 Aus unserem online-Archiv

Prozess um KO-Tropfen: "Das ist nicht mein Stil"

Im Prozess um die Vergewaltigung einer mit KO-Tropfen betäubten Minderjährigen haben die Angeklagten am Mittwoch sämtliche Tatvorwürfe bestritten.

(str)  - Im Prozess um die Vergewaltigung einer 17-Jährigen, die zuvor allem Anschein nach unter bislang nicht geklärten Umständen mit KO-Tropfen außer Gefecht gesetzt worden war, kamen am Mittwoch die Angeklagten zu Wort.


Wehrlos, ausgenutzt, missbraucht
Vor der hauptstädtischen Kriminalkammer werden zwei Männer wegen Vergewaltigung einer 17-Jährigen beschuldigt, zwei weitere wegen unterlassener Hilfeleistung.

Redy B. erklärte den Richtern, das Mädchen habe auf ihn zu keinem Zeitpunkt einen benommenen Eindruck gemacht – höchstens etwas angetrunken. Nachdem er sich mit mehr oder weniger bekannten Gleichaltrigen und dem Mädchen in einer Wohnung in Esch wiedergefunden hätte, seien sie und er sich näher gekommen.

Man habe sich geküsst und als er sie gefragt habe, ob sie mit ihm in ein Schlafzimmer gehen wolle, habe sie zugestimmt. Dann hätten sie sich eine Stunde lang nur unterhalten, anschließend Kokain konsumiert und zweimal einvernehmlich Geschlechtsverkehr gehabt.

Das Mädchen habe dann aber noch nicht genug gehabt, das habe er auch Carlos A., der ebenfalls wegen Vergewaltigung angeklagt ist, im Anschluss gesagt.

Das Mädchen sei die ganze Zeit über bei Bewusstsein gewesen. Er mache nichts mit Mädchen, die das nicht wollten. „Das ist nicht mein Stil“, versicherte er den Richtern. „Ich schlage Menschen und so, Drogen und Diebstähle entsprechen dem Profil meiner Strafakte, nicht aber Vergewaltigungen.“

„Nackt, weinend und zitternd“

Doch im krassen Gegensatz dazu stehen Aussagen von Eric V., der wegen unterlassener Hilfeleistung angeklagt ist, gegenüber dem Untersuchungsrichter. Nachdem die beiden anderen im Zimmer gewesen seien, habe das Mädchen nackt, weinend und zitternd auf dem Bett gelegen. Sie habe ihm gesagt, die beiden anderen hätten sie irgendwie überrumpelt, sie hätten sie vergewaltigt und sie habe sich nicht wehren können. Der Zweite habe sie, gleich nachdem er das Zimmer betreten habe, penetriert.

Eric V. sagte dem Untersuchungsrichter zudem, er habe Carlos A. und Redy B. mit sofort mit ihrer Tat konfrontiert, doch die hätten nur gelacht. Als er das Mädchen später zum Bus gebracht habe, habe sie wie eine Leiche gewirkt.

Am Mittwoch, vor der Kriminalkammer relativierte Eric V. alle diese Aussagen und bemühte sich scheinbar sehr, seine Mitangeklagten in Schutz zu nehmen.

Das Problem in diesem Fall ist, dass sich das Mädchen aufgrund der KO-Tropfen nicht an die Nacht erinnern kann. Der Prozess wird am Donnerstag fortgesetzt.