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Prozess um Kinderpornografie: Per Mausklick zum Kick
Lokales 2 Min. 01.06.2016 Aus unserem online-Archiv

Prozess um Kinderpornografie: Per Mausklick zum Kick

Prozess um Kinderpornografie: Per Mausklick zum Kick

Foto: Marc Wilwert / Archiv
Lokales 2 Min. 01.06.2016 Aus unserem online-Archiv

Prozess um Kinderpornografie: Per Mausklick zum Kick

Steve REMESCH
Steve REMESCH
„Ich habe mir das angesehen und mir nichts dabei gedacht“, sagte am Mittwoch ein 26-jähriger Mann vor dem Bezirksgericht aus, der sich wegen des Besitzes und des Konsums von kinderpornografischen Bildern verantworten muss.

(str) - „Ich habe mir das angesehen und mir nichts dabei gedacht“, sagte am Mittwoch ein 26-jähriger Mann vor dem Bezirksgericht aus, der sich wegen des Besitzes und des Konsums von kinderpornografischen Bildern verantworten muss. „Man klickt von einer Pornoseite auf die nächste und dann landet man irgendwann irgendwo, wo die Mädchen dann immer jünger werden“.

Klingt harmlos, ist es aber nicht. Wie die vorsitzende Richterin festhielt, traf er eine bewusste Entscheidung, als er sich die Bilder ansah. In diesem Fall geht es um Nacktbilder und Darstellungen mit sexuellen Handlungen mit präpubertären Mädchen, vorrangig im Alter zwischen fünf und zehn Jahren – sowohl um Fotos als auch um sogenannte „Hentai“-Bilder, pornografische japanische „Manga“-Zeichnungen.

Einsicht im Teufelskreis

Von einem regelrechten Heißhunger auf Internetbilder, die dann immer kruder wurden; von einer Internetsucht, die sich immer mehr auf Pädopornografie fokussierte; und einem Teufelskreis perverser Bilder, sprach der psychiatrische Gutachter in der Verhandlung am Mittwoch.

Chris E., der ohne Anwalt erschienen war, zeigte sich vor Gericht schuldbewusst und einsichtig. Die Vorwürfe reichen bis ins Jahr 2007 zurück, verhört wurde er ab 2010. Er begab sich in eine Therapie, brach diese irgendwann ab und wurde rückfällig, als die Ermittlungen der Polizei längst abgeschlossen waren. Das hatte er dem Untersuchungsrichter aus freien Stücken gestanden. Richtig erklären könne er sein Verhalten nicht.

Die Vertreterin der Staatsanwaltschaft bezeichnete am Mittwoch sowohl den Rückfall als auch den Abbruch als eine klare Bestätigung der pädophilen Tendenzen des Beschuldigten. Zudem hat Chris E. eine Vorgeschichte, die ihn 2009 überhaupt ins Visier der Ermittler brachte.

Belastende Vorgeschichte

Im Alter von 12, 15 und 17 Jahren soll er sich zunächst am Kind von Bekannten und dann an seinen zwei Schwestern vergangen haben. Die jüngere der beiden Schwestern, das zweite Opfer, war fünf Jahre alt, als er sie unsittlich berührte. Dass es damals nicht zur Anklage kam, wurde in der Verhandlung damit erklärt, dass der Beschuldigte zur Tatzeit minderjährig war und die Vorfälle erst Jahre später ans Licht kamen.

Angesichts seines umfangreichen Geständnisses forderte die Vertreterin der Staatsanwaltschaft eine Haftstrafe von 15 Monaten und ein Bußgeld. Beides solle allerdings zur Bewährung ausgesetzt werden, unter der Bedingung, dass Chris E. sich einer dauerhaften und regelmäßigen Therapie unterziehe.

Das Urteil der Strafkammer ergeht am 21. Juni.


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