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Prozess: Mit 171 km/h durch den Tunnel
Lokales 2 Min. 15.01.2020 Aus unserem online-Archiv

Prozess: Mit 171 km/h durch den Tunnel

Der Schall eilt ihm voraus: Als William M. mit seinem Sportwagen mit mehr als 170 km/h durch den Autobahntunnel Grouft rast, können die Polizisten ihn schon von Weitem hören.

Prozess: Mit 171 km/h durch den Tunnel

Der Schall eilt ihm voraus: Als William M. mit seinem Sportwagen mit mehr als 170 km/h durch den Autobahntunnel Grouft rast, können die Polizisten ihn schon von Weitem hören.
Foto: Nico Muller / LW-Archiv
Lokales 2 Min. 15.01.2020 Aus unserem online-Archiv

Prozess: Mit 171 km/h durch den Tunnel

Die Flucht vor der Polizei könnte einen 30-jährigen Raser teuer zu stehen kommen. Die Staatsanwaltschaft hat nicht nur ein Fahrverbot und eine Geldstrafe gefordert, sondern auch die Beschlagnahme seines hochmotorisierten Sportcoupés.

(str) - Ein Mann fährt mit mehr als 170 km/h durch eine Polizeikontrolle und provoziert dann eine Verfolgungsjagd, bei der ein Polizeifahrzeug verunglückt. Am Donnerstag erwartet den 30-jährigen Raser sein Urteil in erster Instanz.


Gericht - Prozesser - Photo : Pierre Matgé
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Die Verkehrspolizisten, die am vergangenen 10. Juni am Ausgang des Autobahntunnels Grouft auf der A7 in Richtung Luxemburg Stellung bezogen haben, hören den Wagen von William M. schon von Weitem kommen. Einer bringt die Radarpistole in Position, der andere startet bereits die Blaulichtanlage des Dienstwagens. 171 km/h misst das Gerät. Erlaubt sind dort 90 km/h.

Vollgas beim Anblick der Polizei

Die Polizisten geben dem Raser Haltezeichen. Doch der lässt sich darauf nicht ein. Wie im Prozess Ende Dezember ausgeführt wurde, beschleunigt er seinen hochmotorisierten Sportwagen vom Typ BMW M2 weiter und versucht zu entkommen. Die Polizisten nehmen die Verfolgung auf.


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Erst am Autobahnverteiler Grünewald können sie den flüchtenden Wagen wieder sehen. Und der Fahrer scheut kein Risiko, um die Polizisten erneut abzuhängen. Er steuert seinen Wagen mit sehr hoher Geschwindigkeit über die Pannenspur, überholt mal links, mal rechts und bedrängt andere Verkehrsteilnehmer.

Für die Polizisten endet die Verfolgungsfahrt mit Blaulicht und Sirene auf der Autobahn A1. Kurz vor dem Centser Tunnel kollidieren sie mit einem anderen Fahrzeug. Niemand wird verletzt. Doch der Materialschaden ist hoch: So hat der Polizeiwagen vom Typ BMW X5 nur noch Schrottwert.

Délit de grande vitesse

Der Fluchtfahrer kann entkommen. Doch er ist schnell identifiziert. William M. war bereits wegen einer hohen Geschwindigkeitsübertretung belangt worden. Er gilt demnach als Wiederholungstäter und die Anklage im Prozess Ende Dezember lautete so auch auf Délit de grande vitesse.


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Dazu kommen eine ganze Reihe von anderen Verkehrsvergehen. Diese reichen von den Umständen entsprechend gefährlicher Geschwindigkeit, unvernünftigem Fahrverhalten und Nichtfolgeleisten der Anweisungen von Polizisten bis hin zum Fahrtrichtungswechsel ohne Blinkereinsatz.

Die Staatsanwaltschaft forderte zum Prozessende ein Fahrverbot von zwölf Monaten ohne Bewährung, eine angemessene Geldstrafe sowie die Beschlagnahmung des Tatfahrzeugs. Das Urteil ergeht am Donnerstagvormittag.


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