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Prozess gegen Lehrer vorerst ausgesetzt
Lokales 2 Min. 20.11.2018

Prozess gegen Lehrer vorerst ausgesetzt

Der Prozess wird voraussichtlich am 18. Dezember fortgesetzt.

Prozess gegen Lehrer vorerst ausgesetzt

Der Prozess wird voraussichtlich am 18. Dezember fortgesetzt.
Foto: Gerry Huberty
Lokales 2 Min. 20.11.2018

Prozess gegen Lehrer vorerst ausgesetzt

Der Prozess gegen den ehemaligen Lehrer aus Bissen, der sich wegen unsittlichen Verhaltens vor Gericht verantworten muss, ist vorerst ausgesetzt. Im Dezember soll ein weiterer Psychiater aussagen.

(SH) - Am zweiten Verhandlungstag im Prozess gegen einen ehemaligen Lehrer aus Bissen, dem unsittliches Verhalten gegenüber seiner Schülerinnen vorgeworfen wird, sprach ein psychiatrischer Gutachter am Dienstag klare Worte: Die Prognose, dass der Angeklagte seine pädophilen Tendenzen in den Griff bekommt, sei schlecht. Dem widerspricht allerdings ein Attest, das sich der Angeklagte von seinem Psychiater, den er seit rund zwei Jahren einmal im Monat sieht, ausstellen ließ. Nun soll der Psychiater aus Ettelbrück vor Gericht aussagen – allerdings erst am 18. Dezember. Bis dahin ist der Prozess ausgesetzt.

Der erste Gutachter sprach unterdessen von einem Mann, der versuche, sich aus der Verantwortung zu ziehen, und der sich als Opfer sehe, der aber voll straffähig sei. Der Angeklagte habe im Gespräch zunächst nicht Stellung zu den Vorwürfen genommen, sondern erklärt, welche Auswirkungen diese auf sein Leben gehabt hätten. Dass sein Verhalten jedoch auch Konsequenzen für die Kinder hätte, sehe er nicht.


07.05.2012 Luxemburg-Stadt, Cite judiciaire, Gericht, Justiz
Unsittliches Verhalten eines Lehrers: Zecken als Vorwand
Zwischen 2003 und 2015 soll ein Lehrer aus Bissen junge Mädchen sexuell belästigt, sie gefilmt und fotografiert haben. Nun muss sich der 42-Jährige vor Gericht verantworten.

Auch die Einsicht fehle. In den Augen des Angeklagten sei sein Handeln „nicht schlimm“. Er habe ja niemanden vergewaltigt. Er würde zudem von Schicksal sprechen: Wäre die Tür der Dusche nicht kaputt gewesen, hätte er die Kinder nicht nackt gesehen. Die Zeckenuntersuchung sei unterdessen eine „Bombengelegenheit“ gewesen, so der Angeklagte beim Psychiater. Der Lehrer soll bei Mehrtagesausflügen Mädchen befohlen haben, nach einem Spaziergang im Wald nackt im Zimmer auf ihn zu warten, damit er sie auf Zecken untersuchen könne. Tatsächlich hatte er aber ihren Intimbereich gefilmt.

Mehr als sich nur Bilder ansehen

Dem psychiatrischen Gutachter zufolge habe sich der ehemalige Lehrer bereits in einem frühen Alter auf kindliche Körperschemata fixiert. Der 42-Jährige will auch nicht von einer sexuellen Motivation sprechen, sondern davon, dass ihm die Ästhetik der kindlichen Körper gefällt. Dass die Bilder einen pornografischen Charakter hätten, streite er ab. Er selbst sehe sich nicht als pädophil. Dabei sei er bereits weiter gegangen, als jemand, der sich nur Bilder ansieht. Er habe einigen Mädchen bereits durch die Haare gestrichen und ihre Beine angefasst.

Zu Wort kam am Dienstag auch ein Ermittler des Jugendschutzes der Kriminalpolizei. Er ging auf das Bildmaterial, das auf Computer und Datenträgern des Angeklagten gefunden worden war, ein. Dabei handele es sich eindeutig um kinderpornografisches Material. Auf den meisten Bildern, die jenen Filmen entstammen, die der Lehrer ohne Wissen der Kinder gedreht hatte, seien nur die Unterkörper der Mädchen zu sehen. „So etwas passiert aus sexuellem Antrieb“, so der Ermittler.


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