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Protestaktion für besseren Denkmalschutz
Lokales 03.10.2020

Protestaktion für besseren Denkmalschutz

Die Mitglieder von 18 Vereinigungen beteiligten sich an der Aktion in der Oberstadt.

Protestaktion für besseren Denkmalschutz

Die Mitglieder von 18 Vereinigungen beteiligten sich an der Aktion in der Oberstadt.
Foto: Chris Karaba
Lokales 03.10.2020

Protestaktion für besseren Denkmalschutz

Rita RUPPERT
Rita RUPPERT
Rund 50 Frauen und Männer protestierten am Samstag in Luxemburg-Stadt für den Erhalt des architektonischen Bauerbes.

Mit Plakaten wie „Rett eise Patrimoine“, „Embauen, net ofrappen“ und „Eisen Denkmalschutz funktionéiert net méi“ machten am Samstag die Mitglieder von 18 Organisationen mit der „Protestaktion patrimoine bâti“ in der Hauptstadt auf die Situation rund um den Denkmalschutz in Luxemburg aufmerksam.

Paul Ewen ist Präsident der Lëtzebuerger Denkmalschutz Federatioun.
Paul Ewen ist Präsident der Lëtzebuerger Denkmalschutz Federatioun.
Foto: Chris Karaba

Vor Ort waren 18 Vereinigungen vertreten: Biergerinitiativ Gemeng Kielen, Biergerinitiativ Quo vadis Käerch, Comité Alstad, DKollektiv,  Entente Mine Cockerill, Erhalen & Fleegen vun aler Bausubstanz/Architektur zu Lëtzebuerg, FerroForum, Fondation Bassin Minier, Industrie.lu D'Industriegeschicht vu Lëtzebuerg, Industriekultur-CNCI, Lampertsbierger Geschichtsfrënn, Lëtzebuerger Denkmalschutz Federatioun, Les amis du Prieuré d’Useldange, Luxembourg under destruction, Mouvement Ecologique, Mouvement Patrimonial und Sauvegarde du Patrimoine. 

Föderation zum Denkmalschutz

„Wir haben uns zusammengetan, um eine gemeinsame Protestaktion für die Verteidigung und zum Erhalt des gebauten architektonischen Erbes zu veranstalten“, sagte Paul Ewen, Präsident der neu gegründeten Lëtzebuerger Denkmalschutz Federatioun (LDF).


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„Hauptproblem ist, dass der Bautenschutz nicht gut funktioniert. Einerseits gibt es den kommunalen Schutz via die allgemeinen Bebauungspläne (PAG), andererseits den nationalen Schutz. Beide greifen aber nicht ineinander“, moniert Ewen. 

Repertoires in den Schubläden

Und erklärt: „Dreh- und Angelpunkt ist der kommunale Schutz. Das größte Problem dabei ist die lokale Macht. In den Schubläden der Gemeindehäuser liegen die Repertoires der schützenswerten Bauten. Die Lokalpolitiker wissen, was sie haben, halten sich aber nicht daran.“ 


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Als Beispiele nennt Paul Ewen die Gemeinden Bourscheid, Mamer, Petingen und Weiswampach, in denen viele erhaltenswerte Bausubtanz dem Bagger zum Opfer gefallen sei. 

Und: „Auf Regierungsebene fehlt der Wille, Bauten zu schützen“, bedauert der LDF-Präsidint. 

Bewusstsein der Bürger fördern

Ziel der Protestaktioun war es, das allgemeine Bewusstsein gegen die Zerstörung historischer Gebäude und Denkmäler in Luxemburg zu fördern sowie auch Druck auf die Regierung auszuüben, damit diese dringend Maßnahmen ergreift. 

Außerdem verlangen die Organisatoren in jedem konkreten Fall die Veröffentlichung der Gutachten, welche die nationalen und kommunalen Autoritäten bei ihren Entscheidungen leiten. 

Die Protestaktion fand im Zuge der "European Heritage Days 2020” statt.
Die Protestaktion fand im Zuge der "European Heritage Days 2020” statt.
Foto: Chris Karaba


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Lokales mise en lumière officielle de l’illumination du patrimoine fortifié Schlassbréck “ partie Nord, bd Victor Thorn, montée de Pfaffenthal, Viaduc Pfaffenthal, Viaduc Trois Glands, Fort du Grünewald, Tour Malakoff, foto: Chris Karaba/Luxemburger Wort
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