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Protest der Bauern : Milch für Jean-Claude Juncker
Lokales 6 18.12.2015

Protest der Bauern : Milch für Jean-Claude Juncker

Protest der Bauern : Milch für Jean-Claude Juncker

Foto: Lex Kleren
Lokales 6 18.12.2015

Protest der Bauern : Milch für Jean-Claude Juncker

In der Folge der sinkenden Milchpreise fand im Bahnhofsviertel eine Protestkundgebung der Milchbauern statt. Sie beklagen sich über einen Einkommensverlust von 20 Prozent.

(ml) - Der Preis für Milch ist drastisch gefallen. Die großen Handelskonzerne liefern sich seit längerem einen erbarmungslosen Wettbewerb zu Lasten der Milchbauern. Um gegen den dramatischen Preisverfall anzukämpfen, trafen sich am Freitag beim Postgebäude in der Nähe des hauptstädtischen Bahnhofs rund 50 Bauern für eine Protestkundgebung der anderen Art, die zeitgleich auch in anderen europäischen Staaten stattfand.

Statt wie in der Vergangenheit die Milch auszuschütten, haben die Demonstranten die Milch per Post nach Brüssel zur EU-Kommission geschickt. Die Milchviehhalter wollten damit die Öffentlichkeit erneut auf ihre bedrohliche finanzielle Lage aufmerksam machen. Insgesamt wurden 50 Pakete, die jeweils anderthalb Liter Milch beinhalten,  nach Brüssel verschickt. Eine größere Quantität war nicht zugelassen.

Die ersten Traktoren waren bereits in der Mittagsstunde eingetroffen. Größere Verkehrsbehinderungen blieben weitgehend aus. Die Aktion dauerte rund eine Stunde.  Auf den Transparenten stand "Milk for Juncker" und "No farmer, no food, no future, Hogan go home".

Der EU-Agrarkommissar Phil Hogan zieht seit Monaten den Zorn der Bauern auf sich. Am 24. November hatte der "European Milk Board (EBM) in einem Brief EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker informiert, dass die Politik von Hogan für seine Mitglieder nicht mehr tragbar sei und forderte dessen Absetzung.

Hohe Einkommensverluste für die hiesigen Betriebe

Hogan habe jede Dialogbereitschaft vermissen lassen, sagte Guy Diderich vom Luxembourg Dairy Board (LDB) dem "Luxemburger Wort". Unterredungen hätten kaum stattgefunden. Der EU-Agrarkommissar habe stets eine ablehnende Haltung gegenüber den Bauern gehabt. Hogan goß zusätzliches Öl auf das Feuer, indem er behauptete, dass die Bauern die Situation dramatischer schildern würde, als sie es in Wirklichkeit sei. 

Zahlreiche Milchbauern fürchten um ihre Existenz. Die Verluste häufen sich. Um die Kosten zu decken, müsste der Milchpreis bei 45 bis 47 Cents pro Kilo liegen. Derzeit liegt er jedoch nur zwischen 25 und 30 Cent pro Kilo.

Neusten Eurostat-Daten zufolge haben die luxemburgischen Milchbetriebe in diesem Jahr einen Einkommensverlust von 20 Prozent hinnehmen müssen. Damit liegt Luxemburg in Europa an drittletzter Stelle, so Diderch. Nur Polen und Deutschland haben noch höhere Verluste eingefahren. Im vergangenen Jahr lag der durchschnittliche Brutto-Stundenlohn bei elf Euro.



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