Wählen Sie Ihre Nachrichten​

Probleme mit Corona-Tests in Trier: „Aber nicht wie in Bayern“
Lokales 2 Min. 16.08.2020 Aus unserem online-Archiv

Probleme mit Corona-Tests in Trier: „Aber nicht wie in Bayern“

Mannheim: Zwei Mitarbeiterinnen demonstrieren die Arbeit im Labor einer mobilen Corona-Teststation.

Probleme mit Corona-Tests in Trier: „Aber nicht wie in Bayern“

Mannheim: Zwei Mitarbeiterinnen demonstrieren die Arbeit im Labor einer mobilen Corona-Teststation.
Foto: Uwe Anspach/dpa
Lokales 2 Min. 16.08.2020 Aus unserem online-Archiv

Probleme mit Corona-Tests in Trier: „Aber nicht wie in Bayern“

Mangels digitaler Datenverarbeitungsmöglichkeiten kommt es in der Teststation am Trierer Autobahnrastplatz Markusberg zu erheblichen Verzögerungen. Nun wird zumindest der Mitarbeiterstab aufgestockt.

(dpa/SC) - In Rheinland-Pfalz kommt es zu Verzögerungen bei der Übermittlung von Ergebnissen der Corona-Tests - etwa in Trier. Es sei schwer zu schaffen, alle negativen Befunde zeitnah herauszugeben, sagte der Leiter des Gesundheitsamtes für Trier und Trier-Saarburg, Harald Michels, am Samstag der Deutschen Presse-Agentur. Das liege auch daran, dass alles mit Papier gemacht werde. Alle positiven Fälle seien aber sofort informiert worden - „da sind wir ganz nah an den Leuten“, sagte Michels.

„Das ist hier nicht so wie in Bayern. Wir schaffen es nur nicht, die negativen Befunde zeitnah rauszugeben“, so Michels über die Lage an der Teststation Markusberg auf der Trierer A64. Drastische Verzögerungen hatte es zuvor in Bayern gegeben. 44.000 Rückkehrer von Auslandsreisen warteten - Stand Mittwoch - nach Tests an den Autobahnen dort noch auf ihre Ergebnisse, darunter rund 900 nachweislich Infizierte.


Politik, Paulette Lenert, Wochenbericht, Zusammen gegen Covid-19  Foto: Anouk Antony/Luxemburger Wort
Paulette Lenert: "Luxemburg hat sich recht gut geschlagen"
Bei der Bewältigung der Covid-Krise habe sich Luxemburg bislang gut geschlagen, meint die Gesundheitsministerin. Deshalb hofft sie, dass das Robert-Koch-Institut das Land bald von der Liste der Risikogebiete streicht.

In Trier sei am Samstag bereits personell aufgestockt worden, berichtete der Amtsleiter weiter. „Heute sind wir mit mindestens acht Leuten dran, und am Montag sind wir mit noch mehr Leuten dran. Dann wird das rasch aufgearbeitet.“ Durch die Fülle der Tests komme es zum Arbeitsverzug.

„Es liegt nicht an unserem guten Willen, es liegt einfach an der Struktur: Dass noch mit Papier geschafft werden muss“, betonte Michels. Schuld trage nicht das Gesundheitsamt, sondern der Bund sei dafür verantwortlich. Es sei dringend notwendig, das deutsche elektronische Melde- und Informationssystem „mal auf Vordermann zu bringen, dass es funktioniert“.

Ein Security-Mitarbeiter regelt an einem Corona-Testzentrum an der A93 in Bayern den Verkehr vor der Teststation.
Ein Security-Mitarbeiter regelt an einem Corona-Testzentrum an der A93 in Bayern den Verkehr vor der Teststation.
Foto: Sven Hoppe/dpa

Michels hatte dem ZDF am Freitag berichtet, die Befunde der Getesteten kämen per Fax rein: "Und die haben alle den gleichen Dateinamen: 'Telefax.pdf'. Das heißt, wir müssen 3.800 Befunde, die 'Telefax.pdf' heißen, öffnen in der EDV, sie abspeichern unter dem Namen der betroffenen Patienten, damit da keine Verwechslungen passieren", so Michels.


Lokales, Covid-19 Test, P&R Belval, large scale testing,  Esch Alzette, Foto: Guy Wolff/ Luxemburger Wort
Large scale testing: "Ein Beitrag für unseren Sommer"
Großflächiges Testen ist das Sicherste, was man jetzt tun kann, sagt Ulf Nehrbass, Leiter des Luxembourg Institute of Health.

Die Getesteten über ihr Ergebnis zu informieren, gestalte sich auch schwierig, da diese ihre Daten handschriftlich an der Teststation hinterlassen. Oft seien sie unleserlich oder unvollständig. Bei Tausenden von Tests bereits in der ersten Woche käme es durch diese komplizierten Arbeitswege zu Verspätungen bei der Ergebnismitteilung. Betroffene berichten von Wartezeiten von bis zu einer Woche. Bis Reisende aus Risikogebieten ein negatives Testergebnis vorliegen haben, müssen sie in Quarantäne bleiben.

„Man hätte besser, bevor man so etwas aus dem Boden stampft, politisch die Strukturen geschaffen, die das leisten können“, meinte Michels. In Luxemburg zum Beispiel arbeite man elektronisch. Hier werden die Daten der Personen, die einen Test nehmen wollen, bereits im Vorfeld digital erfasst. Vor Ort müssen diese dann nur noch eingescannt werden. „Mit Papier kann das bei den Mengen nicht funktionieren“, so Michels.

Ein Mitarbeiter des Deutschen Roten Kreuzes steht im Schutzanzug am geöffneten Fenster eines Autos während er auf einem Autobahnparkplatz den Abstrich für den Corona-Test durchführt.
Ein Mitarbeiter des Deutschen Roten Kreuzes steht im Schutzanzug am geöffneten Fenster eines Autos während er auf einem Autobahnparkplatz den Abstrich für den Corona-Test durchführt.
Foto: Philipp von Ditfurth/dpa

Bis Freitagabend waren an der Station auf dem Autobahnrastplatz bei Trier 4.545 Tests bei Reiserückkehrern absolviert worden. Bis Freitagmittag lagen fünf positive Fälle vor. „Was bei uns auf jeden Fall nicht passiert ist, ist, dass die Positiven nicht informiert werden“, unterstrich der Amtsleiter.


03.08.2020, Sachsen, Dresden: Eine Ärztin der Kassenärztlichen Vereinigung Sachsen steht in der Corona-Teststation für Urlaubsrückkehrer am Flughafen Dresden International vor einem Zettel mit der Aufschrift "Bitte jetzt zum Abstrich, nur die roten Formulare abgeben". In Dresden wurde am Vormittag genau wie auf dem Flughafen Leipzig/ Halle die Corona-Testcenter offiziell in Betrieb genommen. Schon am Wochenende konnten sich Reisende hier kostenlos auf eine Infektion testen lassen. In Leipzig war das Testergebnis für eine dreiköpfige Familie positiv. Hier hatten sich an beiden Tagen jeweils rund 300 Reisende testen lassen, in Dresden waren es insgesamt 500. Foto: Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Keine Corona-Pflichttests für deutsche Grenzpendler
Corona-Tests für Urlauber sollen einen weiteren Anstieg der Infektionen vermeiden. Die Umsetzung birgt aber allerlei Tücken. Die Ärztekammer befürchtet sogar, dass eine zweite Welle angekurbelt werden könnte.

Nur rund 20 Prozent der im Gesundheitsamt von Trier verarbeiteten Fälle kämen tatsächlich auch aus seinem eigentlichen Zuständigkeitsbereich, sagte Michels im ZDF. Über die Grenze aus Luxemburg kämen viele heimkehrende Spanien-Urlauber aus anderen Bundesländern, die sich an der Grenze testen lassen. Neben Luxemburg gilt auch ganz Spanien - bis auf die Kanarischen Inseln - seit Freitag als Risikogebiet. Bei Einreisenden aus Risikogebieten besteht in Deutschland seit vergangenem Samstag eine Testpflicht. Ausgenommen sind Grenzpendler nach Luxemburg, die sich weniger als 72 Stunden im Großherzogtum aufgehalten haben.


Lesen Sie mehr zu diesem Thema