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Premiere dank Millimeterarbeit
Mit Hilfe zweier Spezialkräne wurden die beiden je 100 Kubikmeter Trinkwasser fassenden Hochbehälter auf das Betonfundament gehievt.

Premiere dank Millimeterarbeit

John Lamberty
Mit Hilfe zweier Spezialkräne wurden die beiden je 100 Kubikmeter Trinkwasser fassenden Hochbehälter auf das Betonfundament gehievt.
Lokales 2 Min. 15.03.2012

Premiere dank Millimeterarbeit

Mit der Installierung des landesweit ersten Trinkwasserbehälters aus Inox-Edelstahl wurde die kleine Ortschaft Syr (Surré) am Freitagmorgen zum Schauplatz einer technischen Premiere der ganz eigenen Art.

Mit der Installierung des landesweit ersten Trinkwasserbehälters aus Inox-Edelstahl wurde die kleine Ortschaft Syr (Surré) am Freitagmorgen zum Schauplatz einer technischen Premiere der ganz eigenen Art. Eine Premiere, deren Erfolg zunächst durchaus auf Messers Schneide stand, war der sehenswerten Verankerung der beiden, je 100 Kubikmeter Wasser fassenden Hochbehälter mit Hilfe zweier Spezialkräne doch ein nicht minder spektakulärer Spezialtransport über eine enge und kurvenreiche Steilstraße vorausgegangen.

Wie soll es bloß gelingen, die beiden, je sieben Meter hohen und 7,5 Tonnen schweren Hochbehälter mit einem Durchmesser von 4,6 Metern über die schmale, kurvenreiche Rue du Genêt bis zum Standort des neuen Trinkwasserbehälters oberhalb von Syr heraufzuschaffen? Diese Frage stellten sich am Freitagmorgen wohl die meisten der Schaulustigen, die gegen 8 Uhr dabei zusahen, wie der erste der beiden deutschen Tieflader vom „Hareler Poteau“ kommend die enge Steilstraße am Ortseingang von Syr in Angriff nahm.

Und tatsächlich: Nachdem die Fahrer des Spezialtransports seit Mittwochabend bereits rund 600 Kilometer von Ravensburg am Bodensee bis nach Syr zurückgelegt hatten, sollte ihnen gerade auf den letzten 500 Metern bis zum Ziel nochmals ihr ganzes Können abverlangt werden. Doch die routinierten Fahrer ließen sich nicht beirren und manövrierten die beiden Inox-Behälter der Firma „Hydro-Elektrik“ schließlich, ohne Bäume oder Straßenlaternen entfernen zu müssen, in Millimeterarbeit und mit viel Geschick den Anstieg hinauf, wo bereits zwei Spezialkräne warteten, um die Kolosse auf dem vorgefertigten Betonfundament zu installieren.

Unterhalt soll billiger und einfacher werden

Nach gut drei Stunden war es dann endlich geschafft: Syr verfügt als erste Ortschaft hierzulande über einen Trinkwasserbehälter aus Inox-Edelstahl. Ein Erfolg, auf den auch Ingenieur Guy Berchem vom zuständigen Planungsbüro „Schroeder et Associés“ sichtlich stolz war. „Als sich die Gemeinde Bauschleiden vor gut drei Jahren mit dem Vorhaben an uns gewandt hatte, standen die Optionen im Raum, entweder einen klassischen Betonbehälter oder aber einen Trinkwasserspeicher aus Inox-Edelstahl zu errichten. Wir haben uns schließlich gemeinsam für die zweite Variante entschieden, da sich der Behälter – um den herum in den kommenden Wochen noch ein scheunenartiges Holzgebäude errichtet wird – einerseits gut in die Landschaft fügt und der Unterhalt der Installation andererseits wesentlich einfacher und günstiger wird.“

Dagegen dürften die Baukosten für den neuartigen Wasserbehälter allerdings nur geringfügig billiger werden, da die Stahlpreise seit einigen Jahren wieder stark angezogen hätten, so Guy Berchem, welcher der Errichtung eines zweiten Inox-Wasserspeichers mit zwei Hochbehältern zu je 250 Kubikmeter Fassungsvermögen in Berg bei Betzdorf bereits mit Vorfreude entgegensieht.

Überfällige Anpassung an den Bevölkerungszuwachs

Auch Bürgermeister René Daubenfeld zeigte sich nach der gelungenen Installierung des Wasserbehälters erleichtert. „Der neue Speicher war überfällig. Der alte, aus dem Jahre 1958 stammende Betonbehälter, fasste nur 50 Kubimeter und war angesichts des Bevölkerungszuwachses einfach zu klein, von Wasserreserven im Notfall ganz zu schweigen.“ Vom Inox-System ist denn auch er überzeugt: „Man muss eben offen für Neues sein. Und wenn man in Inox-Fässern Wein und Bier lagert, wieso dann nicht auch Trinkwasser?“