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Premier Juncker abgehört: Geheimdienstchef nahm 2008 Gespräch auf
Premier Jean-Claude Juncker bezeichnete den Abhörvorfall als "nicht hinnehmbar".

Premier Juncker abgehört: Geheimdienstchef nahm 2008 Gespräch auf

Foto: LW-Archiv
Premier Jean-Claude Juncker bezeichnete den Abhörvorfall als "nicht hinnehmbar".
Lokales 20.11.2012

Premier Juncker abgehört: Geheimdienstchef nahm 2008 Gespräch auf

Es hört sich an wie „James Bond“ im Hôtel de Bourgogne: Premierminister Jean-Claude Juncker bestätigte gegenüber RTL Radio, dass er von seinem Geheimdienstchef abgehört worden sei.

(mas) - Es hört sich an wie „James Bond“ im Hôtel de Bourgogne: Premierminister Jean-Claude Juncker bestätigte gegenüber RTL Radio, dass er von seinem Geheimdienstchef abgehört worden sei. Mit einer eigens dafür präparierten Armbanduhr habe Marco Mille ein Gespräch mit dem Regierungschef aufgenommen. Bei dem Gespräch sei es um ein zu diesem Zeitpunkt absolut nicht sicherheitsrelevantes Thema gegangen, erklärte der Premier im RTL-Interview.

Den Vorgang als solchen bezeichnete er als „unvorstellbar“ und „nicht hinnehmbar“. Als er davon erfahren habe, so Juncker weiter, habe er den damaligen Vorsitzenden der parlamentarischen Kontrollkommission des Geheimdienstes, Charles Goerens, in Kenntnis gesetzt.

Die Abhörung erfolgte im Frühjahr 2008; Mitte 2009 erfuhr der Premierminister davon. Zum 1. März 2010 verließ Marco Mille, der den luxemburgischen Geheimdienst ab Dezember 2003 leitete, den Service de renseignements de l'Etat und wechselte als Sicherheitschef von Siemens in die Privatwirtschaft.