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Preis "Wald mit Zukunft": Mit Pferdestärken für die Nachhaltigkeit

Preis "Wald mit Zukunft": Mit Pferdestärken für die Nachhaltigkeit

Foto: Serge Daleiden
Lokales 7 2 Min. 25.11.2016

Preis "Wald mit Zukunft": Mit Pferdestärken für die Nachhaltigkeit

Nadine SCHARTZ
Nadine SCHARTZ
Im Sinne einer naturnahen 
Bewirtschaftung der Wälder und der Schonung des Bodens hat der Einsatz von Pferden beim Holzrücken deutlich zugenommen. Ein Schritt, den auch die Regierung unterstützt. Dafür erhielt sie am Donnerstag sogar einen Preis.

(nas) - Zugegeben, ein Pferd, das Baumstämme durch den Wald zieht, oder in der Ortschaft beim Gießen der Grünanlagen im Einsatz ist, mag in Zeiten, in denen mehr und mehr Wert auf den technischen Fortschritt gelegt wird, ein eher ungewohntes Bild abgeben. Und doch sind die Vierbeiner heute ständig im Einsatz, sei es im Auftrag der Naturverwaltung, von Gemeinden oder touristischen Institutionen.

Gerade in der Forstwirtschaft spielt der Einsatz von Zugpferden eine wichtige Rolle, wenn es darum geht sowohl den Boden als auch den Bestand in den Wäldern zu schonen. Anstelle von Maschinen ziehen die Pferde beispielsweise die gefällten Bäume in die Rückegassen, von wo diese dann aus dem Wald transportiert werden – dies alles im Sinne einer naturnahen Bewirtschaftung der Wälder.

Harmonie zwischen Tier und Maschine

Nichtsdestotrotz kommt man nicht ganz ohne Maschinen aus, wie der Direktor der Naturverwaltung, Frank Wolter, am Donnerstag bei einer Vorführung der Zugpferde in Berdorf erklärte. Dabei wurde unterstrichen, dass durch den gemeinsamen Einsatz von Pferd und 
Maschine sowohl eine effiziente als auch eine schonende Holzernte möglich ist.

Ganz ohne den Einsatz von Maschinen komme man dennoch nicht aus, hieß es. Einzige Bedingung dabei sei aber die richtige Nutzung der Maschinen.

Der Bedeutung einer naturnahen Bewirtschaftung der Wälder ist sich auch die Regierung bewusst. Durch die konsequente Erschließung der Forste in Abständen von 40 Metern (und die Vergabe der nötigen finanziellen Unterstützung) können 90 Prozent des Waldbodens – trotz Holzernte – wieder unter den Bodenschutz gestellt werden.

Naturnahe Forstwirtschaft: Luxemburg gilt als Vorbild

Ziel dabei ist es, den Boden naturbelassen zu halten, um so den bestehenden Organismen die Möglichkeit zu geben, sich weiterzuentwickeln. Lediglich zehn Prozent der gesamten Waldfläche landesweit sind für die 
Befahrung freigegeben. Eine Vorgehensweise, für die Luxemburg sogar von anderen EU-Ländern beneidet werde, unterstrich der Vorsitzende der „Interessengemeinschaft Zugpferde“ (IGZ), Elmar Stertenbrink, am Donnerstag.

„Luxemburg ist diesbezüglich ein Vorbild“, so Stertenbrink, bevor er Umweltministerin Carole Dieschbourg, stellvertretend für die Naturverwaltung, den Heinrich-Cotta-Preis „Wald mit Zukunft“   überreichte.

Der Heinrich-Cotta-Preis „Wald mit Zukunft“

Erstmals geht der Preis „Wald mit Zukunft“ an Luxemburg. Die deutsche „Interessengemeinschaft Zugpferde“ (IGZ) verleiht ihn im Abstand von vier Jahren und 2016 zum dritten Mal an diejenigen, die sich verstärkt für einen naturnahen Wirtschaftswald einsetzen.

Erstmals steht auch  mit Heinrich Cotta eine Person Pate für diesen Preis, die sich bereits im 19. Jahrhundert mit dem Schutz der Wälder befasste. Heinrich Cotta (1763-1844) war Verfechter einer nachhaltigen Forstwirtschaft im Sinne der 
Naturgesetze des Waldes.

Für Cotta war es wichtig, dass man sich den ständigen Wandel des Waldes und dessen Bestandes zum Nutzen macht, die Prozesse des Waldes erkennt, diese 
betrachtet und nutzt. Da die Bodenerhaltung und die Bodenschonung auch für die IGZ verpflichtend sind, war die 
Bezeichnung Heinrich-Cotta-Preis „Wald mit Zukunft“ für die Verantwortlichen eine logische Bezeichnung.