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Prävention besser als Intervention: Keine ungebetenen Gäste einladen
Unter anderem mit diesen Checklist-Postkarten machen Polizei und ACL auf Gefahren aufmerksam, die einen Einbruch begünstigen könnten.

Prävention besser als Intervention: Keine ungebetenen Gäste einladen

Foto: Guy Jallay
Unter anderem mit diesen Checklist-Postkarten machen Polizei und ACL auf Gefahren aufmerksam, die einen Einbruch begünstigen könnten.
Lokales 3 Min. 12.07.2016

Prävention besser als Intervention: Keine ungebetenen Gäste einladen

Gegen Ende der Sommerferien werden viele Einbrüche bei der Polizei gemeldet. Was man dagegen tun kann und wie man am besten vorbeugt, erklärt die gemeinsame Kampagne von Polizei und ACL.

(dhay) - Urlaubszeit, schöne Zeit. Könnte man meinen. Die Heimkehr hält für den einen oder anderen jedoch eine böse Überraschung bereit: Einbrecher sind während der Abwesenheit der Besitzer in die Wohnung eingedrungen. Wie man sich schützen kann und soll, verrät die gemeinsame Kampagne von Polizei und ACL.

Die Kleider liegen überall auf dem Boden zerstreut. Die Schubladen wurden aus ihren Verankerungen gerissen. Die Bilder von den Wänden genommen. Die Terrassentür im ersten Stock wurde aus ihren Scharnieren gehoben. Die Truhe mit den Kissen der Gartenmöbel wurde unter den Balkon geschoben.

Dieses Szenario kennt jeder, zumindest aus dem Film. Doch manchen Menschen widerfährt dieses Schicksal auch im richtigen Leben und zu einem Moment, in dem man es am wenigsten erwartet bzw. erhofft: bei der Rückkehr aus den Ferien. Man hatte doch sorgfältig vorgesorgt, alle Fenster im Erdgeschoss geschlossen, die Haustür abgesperrt, die Rollläden heruntergelassen. Und doch war es nicht gut genug.

Weniger Einbrüche

„Im Vergleich zu 2014 ist die Einbruchrate 2015 um ganze 17 Prozent gefallen. In den ersten vier Monaten dieses Jahres ist sie zusätzlich um 10 weitere Prozent zurückgegangen“, so Frank Stoltz, beigeordneter Pressersprecher der Polizei Luxemburg. Und dennoch werden viel zu viele Einbrüche registriert. Nicht zum Sommeranfang, sondern gegen Ende der Ferien, wenn die Leute aus dem Urlaub heimkehren und feststellen müssen, dass ungebetene Gäste sich Zutritt zu der Wohnung verschafft haben.

Handgriffe gegen Einbrecher

Mit einfachen Handgriffen lässt sich ein Einbruch, wenn auch nicht verhindern, aber immerhin erschweren. Die Polizei hat eine ganze Liste von Ratschlägen bereit, wie Sie sich und das Haus richtig auf die Ferien vorbereiten, um einen unbekümmerten Urlaub zu verbringen.

„Diese Vorkehrungen, die Verreisende jedes Mal konsequent treffen sollten, müssten zum Standard werden, sich zu einem Automatismus entwickeln“, so Vic Reuter, Pressesprecher der Polizei. Es gäbe immer noch Menschen, die ihre Hausschlüssel in  Hecken vor der Wohnung hinterlegen.

Hecken sind ohnehin bei Einbrechern sehr beliebt, denn sie bieten ihnen einen geeigneten Sichtschutz. „Vor allem sollte niemand auf sozialen Netzwerken, wie Facebook, posten, dass man in Urlaub fährt und das Haus menschenleer ist. Einbrecher können nicht ahnen, ob etwas Wertvolles zu finden ist oder nicht. Also schauen sie nach“, warnt Reuter.

Die Kampagne wird vom Automobilclub mitgetragen. Der ACL gibt Tipps, wie der Wagen urlaubsreif wird. Direktor Jean-Claude Juchem rät, am Urlaubsziel das Auto an einem übersichtlichen, hellen Ort abzustellen, am besten wäre natürlich vor einem Polizeikommissariat.

Man solle nicht offen zeigen, dass noch Gepäck im Kofferraum ist und keine Wertsachen im Auto lassen – auch nicht im Kofferraum oder im Handschuhfach. Außerhalb des Wagens soll man immer ein Auge auf die Reisekoffer haben, oder am besten gleich die Hand darauf halten.

Infostände quer durchs Land

Nahe am Bürger: In den nächsten Wochen wird die Polizei mit sechs Infoständen im ganzen Land vertreten sein, um auf die Einbruchgefahr in den Sommermonaten aufmerksam zu machen.

Sowohl beim ACL als auch auf den Polizeikommissariaten können Informationen eingeholt werden. Informationsbroschüren gibt es bei der Polizei sowie beim ACL in Luxemburg und in der Außenstelle in Diekirch. Die Polizei bietet seit einigen Jahren einen zusätzlichen Dienst an: Bei längerer Abwesenheit sehen Streifen bei Tag und bei Nacht nach dem Rechten.

Einschreiben kann man sich auf der nächsten Polizeidienststelle oder auf der entsprechenden Internetseite der Polizei.

„Checkliste Haus“ vor dem Aufbruch

Die Polizei, gemeinsam mit dem Automobile Club Luxemburg, rät Personen, die für längere Zeit in Ferien fahren, alle Punkte der folgenden Checkliste gewissenhaft abzuhaken:

  • Die Nachbarn informieren und sie gegebenenfalls fragen, die Rollladen hochzuziehen und herunterzulassen, die Pflanzen zu gießen, den Mülleimer vor die Tür zu setzen...

  • Postlagerung beantragen;

  • Fenster schließen (nicht auf Kippstellung) und Türen abschließen;

  • Alarmanlage einschalten;

  • Keine Stühle, Tische oder andere Garten- und Terrassenmöbel stehen lassen, die den Zugang über den ersten Stock ermöglichen könnten;

  • Keine Leiter neben dem Haus liegen lassen;

  • Hecken rund ums Haus stutzen;

  • Schlüssel weder auf der Tür lassen noch im Außenbereich verstecken.

    
Weiterhin sind von Vorteil:

  • Außenbeleuchtung mit Bewegungsmelder;

  • Der Polizeidienststelle mitteilen, dass Sie abwesend sein werden, sodass eine Streife gelegentlich vorbeifahren wird, um nachzuschauen, ob auch alles in Ordnung ist.


    Die Polizei rät bei längerer Abwesenheit, die Rollläden besser hochgezogen zu lassen. Geschlossene Jalousien sprechen für sich: Es ist niemand zu Hause. Einbrecher fühlen sich eingeladen.


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