Postdruckerei dem Erdboden gleichgemacht

In der Rue de Reims ensteht ein neues Verwaltungsgebäude

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(str) - Beeindruckende Maschinen, die in schwindelerregender Höhe Präzisionsarbeit leisten, sind dieser Tage in der hauptstädtischen Rue de Reims, im Bahnhofsviertel, im Einsatz. Ein altes Gebäude der Post soll einem neuen, modernen Verwaltungsgebäude weichen.

27 Meter lang ist der Ausleger einer der beiden Longfrontbagger, die an der Baustelle in Betrieb sind. Mit einer Betonschere bricht Adriano Barbosa Stück für Stück aus den Wänden des dreistöckigen Gebäudes. Die Betonzange erinnert stark an die Vorderzähne eines Nagetiers. Mit einer Schneide wird zudem die Stahlarmierung des Gebäudes durchtrennt. „Ein Abbruch in urbanem Gebiet ist immer eine delikate Angelegenheit“, betont Barbosa. „Man muss sehr gute Augen und viel Feingefühl haben.“ Die Steuerung des Baggers sei aber prinzipiell die gleiche wie bei allen Hydraulikbaggern.

Louis Goncalves steuert den zweiten Bagger. Dieser ist mit 44 Tonnen um einiges leichter und hat auch nur eine Reichweite von 20 Metern. Der Bagger steht in der Rue de Reims und hält eine schwere Gummimatte. Diese soll verhindern, dass Betonbrocken auf die Fahrbahn fallen. „Der Gebäudeteil, mit dem wir uns zur Zeit befassen, ist verhältnismäßig einfach zu bearbeiten“, erklärt Goncalves. „Zu Beginn der Abbrucharbeiten haben wir einen sechsstöckigen Gebäudeteil eingerissen. Das war um einiges anspruchsvoller.“ Und wenn man den Mitarbeitern des anliegenden Steueramts Glauben schenkt, war insbesondere die Demontage des Aufzugschachts spektakulär anzusehen.

Zwei weitere Arbeiter bespritzen das Gebäude mit Feuerwehrschläuchen. „Normalerweise würde eine Spritze reichen, um die Staubaufwirbelung einzudämmen“, meint Baustellenleiter Mevludin Balicevac. „Wegen der zahlreichen umliegenden Gebäude setzen wir aber vorsichtshalber zwei ein.“ Im Vorfeld sei das Gebäude bereits von jeglichen Plastikteilen, Stromleitungen und sonstigen Rohren befreit worden. Parallel zum Abriss werden die abgebrochenen Betonteile zerkleinert und das Gestein vom Metall getrennt.

In dem Gebäude, das bis Ende der Woche verschwunden sein wird, waren einst das Material- und Papierlager, sowie die Druckerei und das Briefmarkenbüro der Post untergebracht. Doch auch der "Compoir des Fers et Métaux" hatte während langen Jahren dort nicht nur seine Ausstellungsflächen, sondern auch Lager untergebracht. Anstelle baut das Postunternehmen nun ein zeitgemäßes Verwaltungsgebäude.