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Polizeistatistiken 2016: 20 Prozent weniger Einbrüche
Lokales 4 Min. 06.04.2017

Polizeistatistiken 2016: 20 Prozent weniger Einbrüche

Bei neun "Opérations coup de poing" wurden 29 mutmaßliche Drogendealer festgenommen.

Polizeistatistiken 2016: 20 Prozent weniger Einbrüche

Bei neun "Opérations coup de poing" wurden 29 mutmaßliche Drogendealer festgenommen.
Foto: Steve Remesch / LW-Archiv
Lokales 4 Min. 06.04.2017

Polizeistatistiken 2016: 20 Prozent weniger Einbrüche

Steve REMESCH
Steve REMESCH
Die Bilanz der Polizei für das vergangene Jahr kann sich sehen lassen: Bei der Zahl der insgesamt gemeldeten Straftaten und insbesondere auch bei der Einbruchs- und Diebstahlskriminalität hat sie einen deutlichen Rückgang verzeichnet.

(str) - Die Bilanz der Polizei für das vergangene Jahr kann sich sehen lassen: Bei der Zahl der insgesamt gemeldeten Straftaten und insbesondere auch bei der Einbruchs- und Diebstahlskriminalität hat sie einen deutlichen Rückgang verzeichnet.

Mit insgesamt 38.537 Straftaten war die Luxemburger Polizei im Jahr 2016 befasst. Das sind gut 4,5 Prozent weniger als noch im Vorjahr. Bezieht man das Bevölkerungswachstum mit ein, dann erreicht die Kriminalitätsrate gar einen Fünf-Jahres-Tiefstpunkt. Pro 100.000 Einwohner wurden nämlich 2016 insgesamt 6.888 Straftaten verzeichnet – das sind deren 480 weniger als im Vorjahr.

Drei Einbrüche am Tag

Gute Nachrichten gibt es nun auch das zweite Jahr in Folge im Zusammenhang mit einem Kriminalitätsphänomen, das sehr eng mit dem Unsicherheitsgefühl der Bürger verknüpft ist: die Einbruchskriminalität. Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 1.211 Einbrüche in bewohnte Häuser gezählt. Das sind deren ganze 22,07 Prozent weniger als im Vorjahr. „Die Zahl liegt für uns noch immer zu hoch, aber wir sind auf dem richtigen Weg“, führte der beigeordnete Generaldirektor der Polizei, Donat Donven, bei der Vorstellung der Polizeistatistiken aus.

"Wir sind auf dem richtigen Weg", so Donat Donven, beigeordneter Generaldirektor der Police Grand-ducale.
"Wir sind auf dem richtigen Weg", so Donat Donven, beigeordneter Generaldirektor der Police Grand-ducale.
Foto: Guy Jallay

„Die Bekämpfung der Einbruchskriminalität ist eine der wichtigsten politischen Prioritäten der Polizei“, hob auch Alain Engelhardt hervor. Der Regionaldirektor aus Grevenmacher leitet die „Groupe mixte d'Enquête“, die das Vorgehen gegen Einbrecher auf nationaler Ebene koordiniert. Das Zusammenspiel von Polizisten in Uniform und Ermittlern sei dann auch ein Schlüsselfaktor für den Erfolg der Einsatzkräfte, so Engelhardt.

16 Prozent weniger Diebstähle

Positiv präsentiert sich auch die Bilanz in Bezug auf Diebstähle. Deren Zahl ging um 16 Prozent zurück. Die Zahl der Raubüberfälle bleibt gering: 2016 wurden insgesamt sechs Geschäfte und zwei Tankstellen ausgeraubt. Die Zahl der Autodiebstähle sinkt seit 2013 kontinuierlich. Während damals noch 332 Autos gestohlen wurden, waren es 2016 nur noch 242.

2016 wurden aber auch in fünf Fällen Ermittlungen zu Tötungsdelikten aufgenommen, bei denen sechs Menschen ums Leben gekommen sind. In vier Fällen wird wegen Totschlags ermittelt, in einem wegen vorsätzlichen Mordes.

Die Zahl der Gewalttaten bleibt trotz eines Rückgangs von 3 Prozent noch immer hoch: 2016 wurden Ermittlungen zu insgesamt 2.851 Fällen von Körperverletzung aufgenommen. Bei der Polizei wurden 789 Fälle von häuslicher Gewalt angezeigt, 254 führten zu einer Verweisung einer der beiden Parteien. Zudem wurden auch 77 Beamte im Dienst gewaltsam angegangen und 215 Strafverfahren wegen Beamtenbeleidigung eingeleitet.

Mehr Ermittlungen zu Sexualdelikten

Darüber hinaus wurden der Polizei 135 Fälle von sexueller Nötigung und 106 Vergewaltigungen gemeldet – das ist rund ein Drittel mehr als im Vorjahr. Wie Vize-Polizeichef Donat Donven klarstellte, werden alle diese Anzeigen sehr ernst genommen und von der regionalen oder der nationalen Kriminalpolizei bearbeitet.

Die Gesamtaufklärungsquote stieg um zwei Punkte auf 47 Prozent. Das entspricht dem Prozentsatz der Fälle, in denen ein Tatverdächtiger identifiziert werden konnte. „Die Zahlen aus Luxemburg sind nicht mit denen aus dem Ausland vergleichbar“, erklärte Donat Donven, „weil die Berechnung nicht unbedingt den gleichen Kriterien entspricht. Allerdings kann die Aufklärungsquote sehr wohl mit jener aus den vergangenen Jahren abgeglichen werden.“

Drogen im Fokus

2016 wurden von der Polizei 274 Protokolle wegen Drogenhandels erstellt, 1.975 wegen Drogenbesitzes und 1732 wegen Drogenkonsums. Es wurden 22,4 Kilogramm Marihuana, 2,6 Kilogramm Heroin, 1,8 Kilogramm Kokain, 17.700 Extasy-Pillen und 537 Gramm Amphetamine beschlagnahmt.

Im vergangenen Jahr gab es zudem neun sogenannte „Operations coup de poing“, bei denen 29 Personen auf frischer Tat festgenommen werden konnten. Die Zusammenarbeit mit den Justizbehörden sei exzellent, hob die Leiterin der Drogenfahndung der „Police judiciaire“ hervor.

Außerdem habe die Polizei auch einen sehr guten Draht zu den Institutionen, die im Drogenmilieu tätig sind, etwa den Betreibern der Betreuungsstelle „Abrigado“ und sie sei auch in der Prävention sehr aktiv. „Es ist deutlich, dass unsere Arbeit weniger auf den einzelnen Konsumenten abzielt, als auf den Dealer“, so Sophie Hoffmann.

Straffällige Flüchtlinge

Der Minister für Innere Sicherheit bestätigte in der Pressekonferenz am Donnerstagmorgen, dass es ein Problem mit straffälligen Flüchtlingen gebe. Etienne Schneider reagierte damit auf die steigende Zahl von Polizeieinsätzen in Strukturen für Asylbewerber. Mehrfach wies er darauf hin, dass dies allerdings nur einen sehr geringfügigen Anteil der in Luxemburg ansässigen Flüchtlinge betreffe.

Dabei handele es sich den Erkenntnissen zufolge, vorrangig um Personen, deren Asylgesuch abgelehnt worden sei, und die ihrer Ansicht nach wohl nichts mehr zu verlieren hätten. Dem könne man mit schnelleren Prozeduren entgegen wirken, sagte Schneider. Problematisch sei oft, dass die Herkunftsländer, die in Luxemburg ausgewiesene Menschen nicht ohne weiteres aufnehmen würden. Oftmals müsse die Herkunft zuerst stichhaltig nachgewiesen werden.


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