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Polizeigewerkschaft: Nationalität soll Bedingung bleiben
Lokales 16.05.2019

Polizeigewerkschaft: Nationalität soll Bedingung bleiben

Laut SNPGL gibt es ausreichend Kandidaten für die Polizeischule, nur seien die Aufnahmetests zu schwer.

Polizeigewerkschaft: Nationalität soll Bedingung bleiben

Laut SNPGL gibt es ausreichend Kandidaten für die Polizeischule, nur seien die Aufnahmetests zu schwer.
Foto: Steve Remesch / LW-Archiv
Lokales 16.05.2019

Polizeigewerkschaft: Nationalität soll Bedingung bleiben

Die Polizeigewerkschaft will nicht, dass auch Nicht-Luxemburger Einwohner im Großherzogtum Polizist werden können. Es gebe ausreichend einheimische Kandidaten.

(str) - Dass in der Luxemburger Polizei nicht alles rundläuft und auch die Reform kaum Antworten für alle Herausforderungen gefunden hat, das haben die Schlagzeilen der vergangenen Monate und Jahre sehr deutlich gezeigt. Eines der gravierendsten Probleme ist aber die chronische Unterbesetzung. 


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Die Polizei leidet unter akutem Personalmangel. Kandidaten sind Mangelware, auch weil die Nationalität ein Ausschlusskriterium ist.

Diese Schwierigkeiten sind seit 20 Jahren bekannt, allerdings heute mit dramatischeren Folgen für den Arbeitsalltag der Beamten verbunden, als je zuvor. Keine der bisher ergriffenen Maßnahmen gegen den Personalmangel hat bislang gefruchtet.

Der Minister für Innere Sicherheit hat deswegen die Idee ins Gespräch gebracht, die Rekrutierung neuer Polizisten auch für EU-Bürger zugänglich zu machen. Demnach soll die Klausel, welche die Luxemburger Staatsbürgerschaft voraussetzt, gestrichen werden. Alle anderen Bedingungen, wie etwa das Beherrschen der Luxemburger Sprache, sollen hingegen beibehalten werden.

SNPGL: Aufnahmetests sind zu schwer

Die Polizeigewerkschaft Syndicat national de la police grand-ducale (SNPGL) spricht sich in einer am Donnerstag verschickten Pressemitteilung gegen diesen Vorschlag aus. Der Grund: Die Idee des Ministers beruhe auf einer falschen Problemstellung. Denn tatsächlich sei es nicht so, dass es an Kandidaten fehle.


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Das Problem stelle sich erst bei der nächsten Etappe: Mehr als die Hälfte der Anwärter bestehe die Aufnahmetests nicht und das, obwohl die meisten einen Sekundarabschluss vorweisen könnten. Die Aufnahmeprüfungen für Polizisten seien die schwersten im gesamten Staatsbetrieb. Es sei illusorisch, dass andere EU-Bürger diese bestehen könnten, so der SNPGL.

Derzeit hätten sich 250 Bewerber für die erste Rekrutierung in der B1-Laufbahn eingeschrieben. Bis einschließlich Sonntag können Interessenten noch ihre Kandidatur einreichen. Die Polizeigewerkschaft geht davon aus, dass nicht viel mehr als 40 Anwärter die Tests erfolgreich abschließen werden.

Niveau nach unten an restlichen Staatsdienst anpassen

Die einzige Lösung zu diesem Problem sei es, die Examen zu vereinfachen und an das Niveau des restlichen öffentlichen Dienstes anzupassen. Zudem müsse auch die Polizeischule so umstrukturiert werden, dass sie eine höhere Zahl von Schülern bewältigen könne, denn diese könne derzeit nur 100 Anwärter aufnehmen.


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So lange, wie es mehr Kandidaten als freie Stellen bei der Polizei gebe, werde der SNPGL sich dem Vorstoß des Ministers widersetzen, andere EU-Bürger als Luxemburger zum Polizeidienst zuzulassen, so die Gewerkschaft abschließend.


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