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Polizeigericht Diekirch: Jäger erschießt Hund
Lokales 03.01.2017

Polizeigericht Diekirch: Jäger erschießt Hund

Von einem Hochsitz aus war auf das Tier geschossen worden.

Polizeigericht Diekirch: Jäger erschießt Hund

Von einem Hochsitz aus war auf das Tier geschossen worden.
Foto: Luc Ewen / LW-Archiv
Lokales 03.01.2017

Polizeigericht Diekirch: Jäger erschießt Hund

Sophie HERMES
Sophie HERMES
Weil er im Juli vergangenen Jahres einen Hund erschossen hatte, musste sich ein Jäger in Diekirch vor dem Polizeigericht verantworten. Die Staatsanwaltschaft forderte eine Geldstrafe sowie die Konfiszierung der Waffe.

(SH) - Den 9. Juli des vergangenen Jahres wird eine Familie aus Nagem so schnell nicht vergessen. Es war der Tag, an dem ihr Hund starb – erschossen von einem Jäger unweit des Wochenendhauses der Familie.

Der 56-jährige Jäger stritt die Tat am Dienstag vor dem Diekircher Polizeigericht nicht ab. Er habe mehrere Fehler gemacht, erklärte er. Jean O. hatte den Hund nicht nur erschossen, er hatte zudem das Halsband entfernt und den Kadaver rund einen Kilometer vom Tatort entfernt in dichtem Gestrüpp abgelegt.

Wie der Jäger erklärte, hätte er gedacht, es würde sich um ein Wildschwein handeln. Als er festgestellt hätte, dass es ein Hund war, sei er in Panik geraten.

Spätes Geständnis

Es sei ihm peinlich gewesen, deshalb habe er die Polizei, die die Hundebesitzer am Tag nach dem Verschwinden des Tieres verständigt hatten, zunächst angelogen. Den Polizisten hatte Jean O. erklärt, er hätte einen Waschbären erlegt, das Tier jedoch im Wald liegen gelassen, um es später abzuholen. Die Blutspuren, die die Beamten im Wagen des Angeklagten gefunden hatten, würden von einem Wildschwein stammen, das er zwei Wochen zuvor geschossen hatte.

Erst als die Staatsanwaltschaft einen DNA-Abgleich zwischen dem Blut im Wagen und jenem, das die Hundebesitzer im Wald gefunden hatten, in Erwägung zog, gestand er und führte die Polizisten zum Kadaver.

Geldstrafe und Konfiszierung der Waffe

Für den Vertreter der Staatsanwaltschaft gab es keine Zweifel, dass der Jäger versucht hatte, die Tat zu vertuschen – zumal sich die Nummer der Besitzer auf dem Halsband befand, das der Angeklagte abgenommen hatte.

Er forderte die vom Gesetz vorgesehene maximale Geldstrafe von zweimal 250 Euro sowie die Konfiszierung der Waffe. Das Urteil ergeht am 24. Januar.

Dass die Verhandlung vor dem Polizeigericht und nicht vor dem Bezirksgericht stattfand, erklärt sich dadurch, dass dem Angeklagten, der seit 30 Jahren im Besitz des Jagdscheines ist und bisher nicht auffällig war, mildernde Umstände zugestanden wurden.

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