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Polizei zieht Bilanz: Die wichtigsten Zahlen zur Kriminalität
Lokales 2 Min. 29.04.2015

Polizei zieht Bilanz: Die wichtigsten Zahlen zur Kriminalität

Lokales 2 Min. 29.04.2015

Polizei zieht Bilanz: Die wichtigsten Zahlen zur Kriminalität

43.087 Straftaten hat die Polizei im Jahr 2014 registriert. Das bedeutet eine Zunahme von knapp acht Prozent. Gestiegen ist die Zahl der Einbrüche. Zweimal pro Tag sind die Polizisten wegen häuslicher Gewalt im Einsatz. Die Zahlen im Überblick.

(str) - 43.087 Straftaten hat die Polizei im Jahr 2014 registriert. Das bedeutet eine nicht geringfügige Zunahme von 7,83Prozent. Hohe Verbrechensquoten bedeuten auch hohe Opferzahlen: Rein rechnerisch wurden fast acht Prozent der Einwohner im vergangenen Jahr mit einer Straftat konfrontiert. Wir haben die wichtigsten Zahlen aus der Polizeistatistik für 2014 zusammengefasst.

Gewalt

Personenbezogene Straftaten haben um 5,36 Prozent zugenommen. Dazu gehörten 2014 insgesamt 3187 Fälle von Körperverletzung. 728 Mal wurden die Opfer derart schwer verletzt, dass sie nach der Tat vorübergehend als arbeitsunfähig galten.

Häusliche Gewalt

Mehr als zweimal täglich müssen in Luxemburg Polizisten wegen häuslicher Gewalt einschreiten. Dokumentiert wurden 876 Fälle. 330 Mal wurde eine Wegweisung eines der beiden Partner ausgesprochen. In diesem Zusammenhang fällt auch die hohe Zahl der Polizeieinsätze wegen Sorgerechtsverstößen auf: Insgesamt 257 Einsätze.

Sexualdelikte

Der Umfang sexualisierter Gewalt stagniert seit rund drei Jahren, so die Polizei. Die Zahlen sind jedoch nach wie vor erschreckend hoch. 2014 wurden 73 Vergewaltigungen und 108 andere sexuelle Übergriffe angezeigt. „Wir nehmen diese Sache sehr ernst“, unterstreicht der beigeordnete Polizeigeneraldirektor Donat Donven. „Allen Anzeigen werden mit dem angebrachten Aufwand untersucht“. 

Mord

2014 gab es in Luxemburg auch vier Mordfälle. Die Zahl der Mordversuche wurde in der Polizeistatistik nicht berücksichtigt.

Raubüberfälle

566 Mal wurden im vergangenen Jahr Menschen auf offener Straße ausgeraubt. Das sind 47 Fälle mehr als 2013. Versuchte Raubüberfälle werden nicht aufgelistet. Außerdem wurden zwei Tankstellen und ein Geschäft ausgeraubt. Seit 2005 gab es, wie die Polizei betont, in Luxemburg keinen erfolgreichen Banküberfall mehr.

Gewalt gegen Polizisten

Durchschnittlich werden zweimal die Woche Polizisten in Luxemburg tätlich angegriffen. 107 Angriffe wurden festgehalten. Das kommt einer Zunahme von 14,3 Prozent gleich. 237 Mal wurden Polizeibeamte im vergangenen Jahr zudem schweren Beleidigungen ausgesetzt.

Einbrüche

Auch die Zahl der Einbrüche hat im vergangenen Jahr deutlich zugenommen. Ihre Gesamtzahl ist von 3399 auf 4368 gestiegen. Diese Form der Kriminalität hat demnach im vergangenen Jahr ein nie dagewesenes Ausmaß erreicht. In 1850 Fällen waren die Täter bei ihrem Vorhaben gescheitert. Betroffen sind, wie Polizei-Vizegeneraldirektor Donat Donven hervorhob, alle sechs Polizeibezirke.

Autodiebstahl

Fast täglich wird in Luxemburg ein Auto gestohlen. Insgesamt waren es im vergangenen Jahr 325. Tendenz eher sinkend, wie Donat Donven hervorhob. Gestohlen werden auch zunehmend hochwertige Fahrräder. Von rund 170 Fällen spricht Donven. Ein Problem sei, dass diese Räder trotz ihres hohen Wertes oft sehr leicht für Täter zugänglich seien.

Drogen

4190 Mal wurde die Polizei im vergangenen Jahr mit Drogendelikten befasst. Ein offensichtlich sehr umfangreicher Bereich der Polizeiarbeit, der die Frage nach dem gesellschaftlichen Nutzen zulassen muss: Lediglich 209 Mal ging es um Drogenhandel. In allen anderen Fällen wurde wegen Drogenbesitzes und -konsums ermittelt.

Jugendkriminalität

Minderjährige Straftäter geraten vorrangig wegen Drogendelikten und Gewalttaten ins Visier der Polizei. In 601 Fällen ging es um Drogenbesitz und -konsum, in 326 Fällen um Körperverletzung.


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