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Polizei erneuert Personaloffensive
Lokales 3 Min. 13.10.2021
Weiter auf dem Gaspedal

Polizei erneuert Personaloffensive

Alain Engelhardt, Henri Kox und Philippe Schrantz (v.l.n.r.) präsentierten während einer Pressekonferenz in den Räumlichkeiten der Polizeischule in Findel die zweite Phase der Personaloffensive der Sicherheitskräfte.
Weiter auf dem Gaspedal

Polizei erneuert Personaloffensive

Alain Engelhardt, Henri Kox und Philippe Schrantz (v.l.n.r.) präsentierten während einer Pressekonferenz in den Räumlichkeiten der Polizeischule in Findel die zweite Phase der Personaloffensive der Sicherheitskräfte.
Foto: Gerry Huberty
Lokales 3 Min. 13.10.2021
Weiter auf dem Gaspedal

Polizei erneuert Personaloffensive

Marc HOSCHEID
Marc HOSCHEID
Die Sicherheitskräfte starten die nächste Phase der Rekrutierungsoffensive, eine erste Zwischenbilanz fällt positiv aus.

Wenn es um die Verkehrssicherheit geht, plädiert man bei der Polizei eher dafür, den Fuß öfter Mal vom Gaspedal zu nehmen, das gilt allerdings nicht für die eigene Rekrutierungskampagne, denn hier drücken die Verantwortlichen weiter aufs Tempo. Am Mittwoch präsentierten Ressortminister Henri Kox (Déi Gréng) und Polizeidirektor Philippe Schrantz die zweite Etappe der im vergangenen Jahr gestarteten Personaloffensive. 

Im Juli vergangenen Jahres hatte Kox angekündigt, in den Jahren 2020–2022 600 neue Polizisten anwerben zu wollen, um den immer wieder beklagten Personalmangel zu beheben. Mittlerweile wird jedoch angestrebt, das Ziel von 200 neuen Rekruten pro Jahr auf fünf Jahre auszuweiten.  Kox unterstrich, dass er sich in den vergangenen drei Wochen zweimal vor Ort in der Polizeischule ein Bild von der Situation gemacht und dabei eine große Begeisterung bei den Rekruten festgestellt habe. 

25 Prozent weibliche Rekruten 

Das führt er in erster Linie auf die neue Rekrutierungsprozedur zurück. Durch das Aufheben der Altersgrenze können nun auch Menschen, die bereits über Berufserfahrung verfügen, als eine Art Quereinsteiger zur Polizei hinzuzustoßen. „Die Vielfalt der Berufe, die dort zusammenkommen, erzeugt eine gute Stimmung“, so Kox. Mit Blick auf die Vielfalt bei der Polizei soll auch die Zahl der Beamtinnen erhöht werden. Waren in den vergangenen Jahren zumeist zwischen zehn und 15 Prozent der neuen Rekruten weiblich, waren es 2020 etwa 25 Prozent. 

Polizeigeneraldirektor Philippe Schrantz erinnerte seinerseits an die Polizeireform aus dem Jahr 2018. Im Rahmen dieser Reform habe man vor allem Wert auf eine höhere Effizienz gelegt. Auch wenn die Stoßrichtung die richtige sei, bleibe ein Fazit: „Die beste Reform nützt nichts, wenn das Personal fehlt.“ Die Sicherheitskräfte werden mit immer zusätzlichen Aufgaben konfrontiert und brauchen deswegen weitere Mitarbeiter. 

130 zusätzliche Polizisten bis 2023 

Alain Engelhardt, Direktor für Strategie und Performance, präsentierte überdies die konkreten Zahlen bei der Rekrutierung. Im Mai haben 203 Rekruten ihre Ausbildung begonnen, von denen nur einer in der Zwischenzeit abgesprungen ist. Zu diesen 202 neuen Rekruten kommen 116 weitere Personen, die sich in der Ausbildung für unterschiedliche Besoldungsklassen befinden, sodass bis 2023 318 neue Beamte zum Korps hinzustoßen sollen. Wenn man die personellen Abgänge berücksichtige, betrage der Zuwachs bis 2023 etwa 130 Beamte. 


Lokales, Polizei, Sankt Michel, Polizeifest Foto: Luxemburger Wort/Anouk Antony
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„Dass quasi noch alle Anwärter an Bord sind, ist ein großer Erfolg, denn man weiß nie, wie sie sich innerhalb der Polizei zurechtfinden“, so Engelhardt. Dies stelle auch eine deutliche Verbesserung im Vergleich zu den Vorjahren dar, in denen wesentlich mehr Rekruten innerhalb der ersten sechs Monate aufgegeben hätten. Von den 202 Polizeischülern seien 56 weiblich und der Altersdurchschnitt liege bei fast 26 Jahren. 

Einschreibungen vom 20. Oktober bis zum 3. November

Als Zugang für eine Polizeikarriere dient weiterhin das allgemeine Staatsexamen. Der nächste Einschreibungszeitraum für die polizeilichen Spezialtests für die Karrieren B1 und C1 ist zwischen dem 20. Oktober und dem 3. November dieses Jahres. Zunächst werden von Mitte November bis Anfang Dezember die Sporttests organisiert, anschließend folgen in der ersten Dezemberhälfte die standardisierten Sprachtests in Deutsch und Französisch.  


Lokales,Mit der Polizei auf Patrouille,Police,Bahnhofsviertel,Sicherheit Polizeipräsenz.Foto: Gerry Huberty/luxemburger Wort
Bis zu 1000 neue Polizisten binnen fünf Jahren
Polizeiminister Henri Kox will die außerordentliche Rekrutierung von jährlich 200 neuen Polizisten auf fünf Jahre ausdehnen.

Frank Stoltz, Polizeipressesprecher, erklärte, dass die Rekrutierungskampagne die Vielfältigkeit des Polizistenberufs widerspiegeln soll. Zu diesem Zweck wurden unter anderem zusätzlich zu den bereits existierenden zwölf Videos weitere fünf audiovisuelle Stellungnahmen von Beamten über ihren Arbeitsalltag aufgenommen. 

www.police.lu

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