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Polizei bereitet sich auf Kavalkaden vor: Ausgelassene Fröhlichkeit - aber sicher
Der Massenauflauf bei der Diekircher Kavalkade will gut geplant sein. Sicherheitsbedenken müsse kein Besucher haben, versichert die Polizei.

Polizei bereitet sich auf Kavalkaden vor: Ausgelassene Fröhlichkeit - aber sicher

Foto: Guy Jallay
Der Massenauflauf bei der Diekircher Kavalkade will gut geplant sein. Sicherheitsbedenken müsse kein Besucher haben, versichert die Polizei.
Lokales 2 Min. 01.02.2016

Polizei bereitet sich auf Kavalkaden vor: Ausgelassene Fröhlichkeit - aber sicher

Volker BINGENHEIMER
Volker BINGENHEIMER
In Luxemburg fragt sich so mancher Karnevalsbesucher, ob er noch unbeschwert die Umzüge anschauen kann. Die Polizei beruhigt.

(vb) – Fastnachtsumzüge sind für die „Fuesboken“ ein Höhepunkt des Jahres. Doch wo Tausende von Besuchern in heiterer bis angeheiterter Stimmung und in Verkleidung in den Straßen umhertollen, stellt sich auch schnell die Frage nach der Sicherheit der Besucher.

Gerade vor dem Eindruck der Attacken im letzten Jahr und der Vorfälle in der Kölner Silvesternacht müssen sich Organisatoren auf eine veränderte Lage einstellen.

Darüber machen sich auch Fastnachtsvereine hierzulande ihre Gedanken. „Karneval ist ganz klar gefährlicher geworden“, findet Marc Zenner vom „Freizeitclub Schifflinger Piraten“. Im Ausland habe man gesehen, dass islamistische Gewalttäter Ziele mit vielen Besuchern und Symbole für westlichen Lebensstil auswählen würden. Zenner verweist darauf, dass bereits kleinere Kavalkaden in Deutschland wegen Sicherheitsbedenken abgesagt wurden.

Auch der Kölner Rosenmontagsumzug mit seinen 1,5 Millionen Besuchern stand vergangene Woche kurz vor dem Aus, weil die Polizei – letztlich widerlegte – Hinweise auf einen Sprengstoffanschlag hatte. In dieser angespannten Situation haben die Schifflinger Piraten ihre Teilnahme am Karnevalsumzug in Arlon abgesagt. „Bei mehreren Attentaten gab es Verbindungen mit Belgien. Wir haben uns gegen Arlon entschieden, weil wir nicht um unser Leben fürchten wollen“, sagt Marc Zenner. Das Schifflinger Piratenschiff mit seiner Besatzung von 40 Mann und seiner Konfettikanone gehört zu den eindrucksvollsten Wagen der hiesigen Fastnacht.

Kein Gefahrenschwerpunkt

Für den größten Umzug in Luxemburg, die Diekircher Kavalkade, gab es von Seiten der Teilnehmer nur wenig Sicherheitsbedenken. Zwei Vereine haben abgesagt, der Zug wird mit 63 Nummern aber genauso lang wie letztes Jahr. Nach Einschätzung der Polizei braucht sich auf der Kavalkade niemand zu fürchten. Die Großveranstaltung, für die 24 000 Besucher erwartet werden, gilt nicht als Gefahrenschwerpunkt. Es gebe in Luxemburg keine konkrete Bedrohung und auch in Sachen Gewalt und Kleinkriminalität sei in der Vergangenheit alles ruhig verlaufen. „Obwohl die Zahl der Besucher von Jahr zu Jahr steigt, haben wir in letzter Zeit nur wenig Zwischenfälle registriert“, erklärt René Federspiel von der Diekircher Regionaldirektion der Polizei.

Die Besucher können bei Notfällen rasch den Platz verlassen, unterstreicht die Polizei.
Die Besucher können bei Notfällen rasch den Platz verlassen, unterstreicht die Polizei.
Foto: Guy Jallay

Schluss mit dem Hochprozentigen

Laut Feuerwehrkommandant Jean-Claude Bachstein hat daran der Organisator, der Karnevalsverein ESD, eine großen Anteil. So hätten sich alkoholbedingte Zwischenfälle spürbar reduziert, als Schnaps vom Umzug verbannt wurde. Thierry Jacobs, Erster Hauptkommissar, betont, dass bei einer Schlägerei oder einer Panik die Fluchtwege jederzeit offen sind: „Wir haben nichts abgeriegelt. Die Leute sind nicht eingeengt und können bei einer Notsituation jederzeit durch die Straßen fliehen.“

Zu Engpässen bei Polizei und Rettungsdiensten könne es nicht kommen, weil das Aufgebot für die Kavalkade zusätzlich zum regulären Dienst organisiert würde. Im Klartext heißt das: Bei einem medizinischen Notfall in der Umgebung müssen keine Ambulanzen von der Kavalkade abgezogen werden.

Damit einem ausgelassenen Fastnachtsumzug nichts im Wege steht gibt die Polizei folgende Sicherheitsratschläge:

  • Möglichst auf den öffentlichen Transport zurückgreifen
  • Kinder nicht über die Absperrgitter hinweg auf die Straße heben
  • Vorsicht vor Taschendieben
  • Bei Notfällen 112 wählen oder einen Polizisten oder Mitarbeiter der Rettungsdienste ansprechen