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Place de la Gare: Die Lösung liegt so nahe
Lokales 13 2 Min. 14.05.2019

Place de la Gare: Die Lösung liegt so nahe

Radfahrer werden derzeit an der Place de la Gare direkt ins Ungewisse gelotst.

Place de la Gare: Die Lösung liegt so nahe

Radfahrer werden derzeit an der Place de la Gare direkt ins Ungewisse gelotst.
Foto: Steve Remesch
Lokales 13 2 Min. 14.05.2019

Place de la Gare: Die Lösung liegt so nahe

Steve REMESCH
Steve REMESCH
Mit dem Fahrrad am hauptstädtischen Bahnhof vorbeizufahren, ist seit der Umstellung der Verkehrsführung zu einem gefährlichen Unterfangen geworden. Doch es gibt eine Möglichkeit, die Situation schnell zu entschärfen.

Ohne seinen Organspenderausweis in der Tasche sollte sich dieser Tage besser kein Mensch trauen, mit dem Fahrrad über die Place de la Gare von und zur neuen Fahrradpiste in der Al Avenue zu fahren. In der Planung der am Montag umgestellten Verkehrsführung scheint die Sicherheit der an dieser Stelle sehr hohen Zahl an Fahrradpendlern nämlich nicht berücksichtigt worden zu sein.


Lebensgefährliche Fahrlässigkeit
„Dir kritt jo Är Vëlospist“ wird seit Jahren versprochen und damit sollen dann alle Probleme gelöst sein.

Für Radfahrer ist hier derzeit schlicht kein Platz. Wer es trotzdem wagt, hier zwischen Autos, Bussen, Lastwagen und Bauzäunen entlang zu fahren, setzt sich großen Gefahren aus. In Richtung Rue de Hollerich beziehungsweise Pont Buchler ist überhaupt kein Raum für Radfahrer vorgesehen. 

Radfahrer zwischen Stoßstangen

Zudem steht der Verkehr hier seit Montag tagsüber durchgehend quasi still. Stoßstange an Stoßstange bewegen sich hier motorisierte Fahrzeuge, wenn überhaupt, nur im Schritttempo weiter.

Um die Notlage der Radfahrer in dieser Situation zu verstehen, braucht es nicht viel Vorstellungskraft. Ein rotweißes Schild am Ende des neuen Radweges in der Avenue de la Gare schickt Radfahrer in Richtung Gasperich jedoch genau auf dieses unmögliche Teilstück.

In Richtung Oberstadt quetschen sich Radfahrer auf zwei Spuren zwischen Busse und Autos. Insbesondere die beiden Verkehrsinseln, die mit Baustellenzäunen gesichert sind, bilden hier Gefahrenpunkte. Zudem bewegen sich Radfahrer hier fast durchgehend im toten Winkel der Linienbusse.

Doch es gibt eine Lösungsmöglichkeit. Damit diese funktionieren und die Sicherheit gewährleistet werden kann, müssen aber zwei Bedingungen erfüllt sein: Zunächst einmal muss der Weg deutlich und für alle Verkehrsteilnehmer sichtbar ausgeschildert werden. Zudem ist auch eine durchgehende Fahrbahnmarkierung unabdingbar.

Dann muss der Weg durchgehend in beide Fahrtrichtungen zugänglich sein, denn nur so erfüllt er Sinn und Zweck.

Die Kennzeichnung sollte auch von Beginn an deutlich erkennbar sein und demnach bereits am Ende der Rue de Hollerich direkt an der Haltelinie der Verkehrsampeln beziehungsweise an jenen des Pont Buchler beginnen.


Die angedachte Route könnte dann zum derzeitigen RTGR-Busbahnhof entlang des Glasdachs hin zum ehemaligen Taxi-Halteplatz führen, wo jetzt die Dienstfahrzeuge von Polizei und Zoll stehen.


Fahrbahn oder Bürgersteig?
Fahrbahn oder Bürgersteig?

Ab hier stellt sich eine weitere Herausforderung: Wenn die Radfahrer jetzt wieder auf die Fahrbahn geleitet werden, sind sie gleichen Gefahren ausgesetzt wie bisher. Auf dem Bürgersteig am Bahnhofsvorplatz gibt es Konfliktpotenzial mit den Fußgängern.


Die zweite Alternative ist mit Sicherheit die bessere – allerdings mit einer Einschränkung: Eine "Vélo à la main"-Vorschrift, die Radfahrern auf diesem knapp 40 Meter langen Abschnitt durchaus zumutbar ist. Hier sollte den Radfahrern aber dann auch entlang der Metallpfosten ein fester Korridor zugeteilt werden. Dieser könnte mit einer gestrichelten Linie gekennzeichnet werden.

Dann sollte der Weg rund um den AVL-Busbahnhof bis zur Bäckerei führen, wo der Radweg zur Al Avenue beginnt und am Zebrastreifen vor dem Schuhgeschäft zur gegenüberliegenden Straßenseite führt.

Dies alles ist ganz klar nur ein Lösungsvorschlag. Ganz gleich, welche Lösungen die Verantwortlichen sich einfallen lassen werden, es sollte auf jeden Fall schnell geschehen.

Denn je länger der unbestreitbar gefährliche Ist-Zustand für die Fahrradpendler rund um den Bahnhof anhält, desto größer wird die Chance, dass es zu einem folgenschweren Unfall kommt.


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