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Pferde im Krieg
Lokales 02.01.2015 Aus unserem online-Archiv
2. Januar 1945

Pferde im Krieg

Wehrmachtspferde während der Ardennenoffensive.
2. Januar 1945

Pferde im Krieg

Wehrmachtspferde während der Ardennenoffensive.
FOTO BUNDESARCHIV
Lokales 02.01.2015 Aus unserem online-Archiv
2. Januar 1945

Pferde im Krieg

Dass im Zweiten Weltkrieg Panzer und Flugzeuge dem Kriegspferd ein Ende bereiteten, ist ein Irrtum. Die Wahrheit sieht anders aus.

(mt) - Dass im Zweiten Weltkrieg Panzer und Flugzeuge dem Kriegspferd ein Ende bereiteten, ist ein Irrtum. Die Wahrheit sieht anders aus. Stalingrad soll die größte Pferdeschlacht der Geschichte gewesen sein. Auch sind nicht in den Ersten Weltkrieg für Deutschland die meisten Pferde gezogen, sondern in den Zweiten Weltkrieg: 2,75 Millionen Rösser 1940/45 gegen 1,4 Millionen 1914/1918. Der Zweite Weltkrieg war insofern das größte Pferdemassaker der Geschichte. Täglich fielen damals auf deutscher Seite im Schnitt 865 Pferde. Dass Pferd und Reiter im hochtechnisierten Zweiten Weltkrieg eine viel größere Rolle gespielt haben als Panzerdurchbrüche und Luftschlachten vermuten lassen, zeigt unser heutiges Bild aus der Ardennenoffensive: Volksgrenadiere der deutschen Wehrmacht ziehen ein Pferdegespann durch den kniehohen Schnee in den Ardennen. Die wirtschaftlichen Zwänge bedingten die damalige Pferdeabhängigkeit in der deutschen Wehrmacht. Der deutschen Industrie gelang es nie, auch nur annähernd so viele Fahrzeuge zu produzieren, wie es für eine Vollmotorisierung des Krieges nötig gewesen wäre. Hinzu kam das bereits für den bestehenden Fahrzeugbestand zunehmend gravierende Problem der versiegenden Treibstoffreserven.

* * *

„Was wird V. Rundstedt tun, nach diesem ersten, durchaus empfindlichen Missgeschick, das seiner mit so viel geschwellten Hoffnungen begonnenen Gegenoffensive passiert ist? Denn, dass es sich bei all den Ereignissen der letzten Tage um ein Missgeschick handelt, kann wohl nicht mehr in Frage gestellt werden. V. Rundstedt war ausgezogen, um die gegen Deutschland gerichteten Offensivpläne über den Haufen zu werfen. Jetzt sieht er seine eigenen Pläne durchkreuzt. Statt Sylvester in Brüssel, Antwerpen und Paris zu feiern, muss er sich jetzt mühsam durch die Ardennen nach rückwärts schlagen. Es ist wohl klar, dass nach diesem ersten Fehlschlag eine mit solchem großem Material- und Menschenaufwand gestartete Offensive nicht gleich fallen gelassen wird. V. Rundstedt wird jetzt versuchen, seine Kräfte neu zu sammeln und umzugruppieren, um dann doch um jeden Preis Lüttich zu erreichen.“

(„Luxemburger Wort“ vom 30. Dezember 1944)


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