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Pestizidrückstände: Kein Trinkwasser mehr aus dem Stausee
Lokales 02.10.2014

Pestizidrückstände: Kein Trinkwasser mehr aus dem Stausee

Das Trinkwasser wird ab Freitagmittag ausschließlich aus Grundwasser gewonnen.

Pestizidrückstände: Kein Trinkwasser mehr aus dem Stausee

Das Trinkwasser wird ab Freitagmittag ausschließlich aus Grundwasser gewonnen.
Schartz Nadine
Lokales 02.10.2014

Pestizidrückstände: Kein Trinkwasser mehr aus dem Stausee

Ab Freitagmittag wird aufgrund von Pestizidrückständen kein Trinkwasser mehr aus dem Obersauer-Stausee in die luxemburgischen Haushalte fließen. Eine rein präventive Maßnahme, heißt es.

(ks) - Der "Syndicat des Eaux du Barrage d'Esch-sur-Sûre" (Sebes) wird aufgrund der Pestizidrückstände im Obersauer-Stausee ab Freitag, 12 Uhr kein Trinkwasser aus dem See mehr in die luxemburgischen Haushalte bringen. Eine rein präventive Maßnahme, heißt es in einer Pressemitteilung. "Somit wird ab diesem Zeitpunkt das luxemburgische Trinkwassernetz ausschließlich mit Grundwasser (Tiefenbrunnen und Quellen) versorgt."

Zugleich werde der Abfluss des Wassers erhöht, so dass die "Spitze der Verschmutzung möglichst schnell aus der Talsperre" verschwinde.

Pestizid bewegt sich weiter in Richtung Talsperre

Das Pestizid, das durch einen Unfall an einem belgischen Zufluss der Sauer in den See gelangte, breitete sich in den vergangenen Stunden weiter aus und bewegte sich in Richtung der Talsperre. Messproben zeigten, dass es in einer Tiefe zwischen 15 und 25 Metern zu finden ist. Zuvor hatte sich die Substanz Metazachlor in tieferen Schichten des Sees ausgebreitet. Sebes geht davon aus, dass erste Spuren des Pestizids in den nächsten Tagen nahe der Staumauer auftreten werden. An dieser Stelle wird das Wasser für die Aufbereitung entnommen. Wie die Wasserentnahme und -reinigung genau funktioniert, erklärt Sebes  in dieser animierten Infografik.

"Aufgrund der größeren Streuung der Belastung über die Tiefe kann nicht mit letzter Sicherheit vorausgesehen werden, in welcher Tiefe die Verschmutzung an der Staumauer auftritt. Dadurch kann nicht sichergestellt werden, dass durch die höhenverstellbare Rohwasserentnahme die betroffene Wasserschicht nicht angesaugt werden kann", begründete Sebes die präventive Maßnahme.

Unser Dossier zum Thema finden Sie an dieser Stelle.


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