Wählen Sie Ihre Nachrichten​

Peak von 1.400 Neuinfektionen prognostiziert
Lokales 2 Min. 26.10.2020

Peak von 1.400 Neuinfektionen prognostiziert

„Diese Analyse deutet darauf hin, dass sich die gegenwärtige Epidemiesituation rasch beschleunigt und sehr volatil ist“ - Wissenschaftler von Research Luxembourg.

Peak von 1.400 Neuinfektionen prognostiziert

„Diese Analyse deutet darauf hin, dass sich die gegenwärtige Epidemiesituation rasch beschleunigt und sehr volatil ist“ - Wissenschaftler von Research Luxembourg.
Foto: Shutterstock
Lokales 2 Min. 26.10.2020

Peak von 1.400 Neuinfektionen prognostiziert

Diana HOFFMANN
Diana HOFFMANN
Die Experten von Research Luxembourg warnen eindringlich vor der momentanen Entwicklung der Covid-19-Pandemie.

Trotz fast 900 Neuinfektionen an einem einzigen Tag am vergangenen Freitag ist die Bevölkerung möglicherweise noch weit vom Höhepunkt der zweiten Corona-Welle entfernt. Dies geht aus einem Bericht von Research Luxembourg hervor, den die Gruppe von Wissenschaftlern am Montag vorlegte. In ihren Berechnungen, die auf den Corona-Neuinfektionen der vergangenen Woche fußen, kommen sie zu dem Ergebnis, dass die Dynamik exponentiell steigender Fallzahlen sich im Vergleich zur Woche davor weiter beschleunigt hat. In einem vorherigen Bericht hatten die Experten bereits vor einer solchen Entwicklung gewarnt. 

So wird bis Mitte November mit fast einer Verdoppelung des bisherigen Höchstwertes gerechnet. 1.400 Neuinfektionen an einem Tag wären vorstellbar. Das für die Berechnung der Prognose verwendete SIR-Modell zeigt für die nächsten Wochen einen drei- bis viermal höheren Anstieg der täglichen Neuerkrankungen, als dies in der Woche davor der Fall war. So wurde die Anzahl der aktiven Fälle auf 5.000 geschätzt, was einer Verdopplung der Zahlen der vorigen Woche entsprechen würde. Mittlerweile liegt die Zahl der aktiven Infektionen aber bereits bei über 4.600. 


Bei rund einem Drittel der Neuinfizierten handelt es sich um Urlaubsrückkehrer, erklärte Gesundheitsministerin Paulette Lenert.
Paulette Lenert: Hohe Dunkelziffer sehr wahrscheinlich
Die jüngsten Proben auf die Viruslast in Kläranlagen hätten "alarmierende" Resultate zutage gebracht, so die Gesundheitsministerin am Samstagmittag.

Somit wird auch die Positivitätsrate steigen. Die Wissenschaftler gehen von einem Anstieg auf fünf Prozent aus. In der Woche davor lag sie noch bei 2,5 Prozent. Die Positivitätsrate bezeichnet den prozentualen Anteil an durchgeführten, positiv ausgefallenen Tests. Das ganze Szenario spiegelt sich auch in der effektiven Reproduktionsrate wider. Sie gibt an, wie viele Personen eine infizierte Person im Schnitt ansteckt. Dieser Wert ist auf 1,61 gestiegen. In der vergangenen Woche lag er noch bei 1,31. Besorgniserregend ist auch die Verdoppelungszeit, die auf 4,1 Tage gesunken ist. Vorige Woche lag sie noch bei 5,5 Tagen. 

Jeder Einzelne ist gefordert

Vor dem Hintergrund dieser Zahlen erklären die Wissenschaftler in ihrem Schreiben: „Diese Analyse deutet darauf hin, dass sich die gegenwärtige Epidemie-Situation rasch beschleunigt und sehr volatil ist.“ Darüber hinaus weisen sie darauf hin, dass damit die Kontaktverfolgung von möglichen Infizierten an ihre Grenzen stoßen wird. Die Eindämmung der Epidemie könne nur durch eine gemeinsame soziale Anstrengung gelingen. Dies durch die Verringerung der sozialen Kontakte, die Einhaltung der Hygienemaßnahmen und die Teilnahme an großangelegten Tests. „Ohne diese Anstrengungen könnte die Situation in eine schwere Krise des Gesundheitssystems münden, insbesondere wenn sich der jüngste Trend der Ansteckung älterer Menschen jetzt fortsetzt“, wird in dem Schreiben betont. 


Das neue Testzentrum in Kirchberg wird vom nationalen Gesundheitslaboratorium LNS geleitet. Es soll die privaten Laboratorien entlasten.
Neue Covid-Betreuungsstruktur öffnet ihre Türen
Im Centre de consultation sollen ab Dienstag Personen mit Covid-Symptomen oder einem positiven Testergebnis ambulant behandelt werden.

Wie sich die Situation insgesamt entwickeln wird und wie rasant die Zahlen tatsächlich steigen werden, ist jedoch davon abhängig, wie sich die Gesellschaft verhalten wird und welche politischen Maßnahmen ergriffen werden. In ihren Berechnungen heute haben die Wissenschaftler die rezent umgesetzten Maßnahmen, sowie auch die in den kommenden Tagen geplanten, noch nicht berücksichtigt. Und auch wurde keine Veränderung des Verhaltens der Menschen miteinbezogen. Faktoren, die zu einer Verlangsamung der Dynamik führen könnten. 

Doch auch wenn am Montag die Notbremse gezogen wird, so wird das Resultat davon erst nach Tagen zu erkennen sein. Wie die Wissenschaftler schreiben, sei nämlich zu erwarten, dass es sieben bis zehn Tage dauern wird, bis sich dies in den täglichen Fallzahlen niederschlage. 

Weiterführender Link

Research Luxembourg (Bericht vom 26. Oktober, PDF)

Folgen Sie uns auf Facebook und Twitter und abonnieren Sie unseren Newsletter.


Lesen Sie mehr zu diesem Thema

58 Neuinfektionen am Freitag
In den vergangenen 24 Stunden wurden erneut 58 Infektionen festgestellt. Damit steigt die Zahl der aktiven Infektionen auf 581 - der höchste Stand seit dem 25. April.
Russland will nach eigenen Angaben im September mit der Massenproduktion eines Impfstoffs gegen das neuartige Corona-Virus starten.