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Pattontown gedenkt ihrer Befreier
Lokales 44 2 Min. 22.09.2019

Pattontown gedenkt ihrer Befreier

Mit Gedenkzeremonien, Ausstellungen und der Darbietung historischer Militärszenen und -fahrzeuge dankte die Stadt Ettelbrück am Sonntag ihren Befreiern vom Nazi-Joch vor 75 Jahren.

Pattontown gedenkt ihrer Befreier

Mit Gedenkzeremonien, Ausstellungen und der Darbietung historischer Militärszenen und -fahrzeuge dankte die Stadt Ettelbrück am Sonntag ihren Befreiern vom Nazi-Joch vor 75 Jahren.
Foto: Chris Karaba
Lokales 44 2 Min. 22.09.2019

Pattontown gedenkt ihrer Befreier

John LAMBERTY
John LAMBERTY
Mit Dankbarkeit und Demut, aber auch mit Ausstellungen und einem Korso historischer Militärfahrzeuge gedenkt Ettelbrück am Sonntag seiner doppelten Befreiung vor 75 Jahren.

Historische Militärfahrzeuge und Zeitdokumente in der Fußgängerzone, Ausstellungen im Festsaal des Rathauses und der alten Synagoge, Blumenniederlegungen am Patton-Denkmal und am Monument aux morts sowie ein interreligiöser Gedenkakt in der Kirche: Mit Dankbarkeit und Demut, aber auch mit einem showreichen Rahmenprogramm gedenkt die Stadt Ettelbrück an diesem Wochenende ihrer doppelten Befreiung vor 75 Jahren.

Nach dem umjubelten Einmarsch amerikanischer Truppen im September 1944 und dem bereits sicher geglaubten Ende des vierjährigen Nazi-Terrors mit Unterdrückung, Zwangsrekrutierung, Verschleppung und Umsiedlung, musste die Stadt infolge der Ardennenoffensive an Weihnachten 1944 nochmals unter schweren Kämpfen von den Alliierten befreit werden. Schreckliche Tage, die neben zahlreichen Opfern auch eine von den Deutschen weitgehend eingeäscherte Stadt hinterließ.

"Schenke uns gutes Wetter für die Schlacht"

In 75 Jahren hat man den damaligen Beistand der US-Truppen um ihren ikonischen General George S. Patton in Ettelbrück niemals vergessen und den Befreiern - etwa mit dem 1954 errichteten Patton-Denkmal an der Sauerbrücke oder dem jahrzehntelang durchgeführten Remembrance Day - immer wieder symbolische Zeichen der Dankbarkeit gesetzt.


Der amerikanische Einmarsch in bewegten Bildern
Brennende Hakenkreuzflaggen, jubelnde Luxemburger und ein auf Händen getragener Erbgroßherzog Jean: Filmmaterial vom September 1944 zeigt die Befreiung aus nächster Nähe.

Seit Sonntag ist die Pattontown Ettelbrück nun um ein weiteres Mahnmal reicher. Im Rahmen einer interreligiösen Zeremonie durften der US-Botschafter in Luxemburg, Randy Evans, und die Enkelin General Pattons, Helen Patton, nämlich in der Ettelbrücker Kirche im Beisein des Gemeinderats um Bürgermeister Jean-Paul Schaaf, Kammerpräsident Fernand Etgen, den Vertretern des lokalen General Patton Memorial Museums sowie vieler schaulustiger Bürger und Mitglieder patriotischer Vereinigungen eine neue Ehrenplakette enthüllen.

Diese erinnert an das Gebet und die Weihnachtswünsche des Generals, der im Winter 1944 den Allmächtigen um gutes Wetter in den Ardennen angerufen hatte. Die ersehnte Aufklärung sollte in den folgenden Tagen denn auch eintreten, sodass die Amerikaner ihre Lufthoheit voll ausspielen und die deutsche Offensive in Luxemburg und Belgien endgültig zurückschlagen konnten.

Anschließend begaben sich die Ehrengäste dann auf einen Rundgang durch die mit historischen Militärfahrzeugen und nachgestellten Kriegsszenen gespickte Fußgängerzone. Am Nachmittag wurden die Feierlichkeiten mit den offiziellen Ansprachen und einem Militärkorso fortgesetzt.

Weiterhin Seite an Seite

Neben der Pflicht zum Gedenken an den Mut und die Opfer der US-Armee im Kampf um die Befreiung des Landes, erinnerten Bürgermeister Jean-Paul Schaaf, US-Botschafter Evans und Kammerpräsident Fernand Etgen dabei aber auch an die Pflicht, den künftigen Generationen anhand der Geschichte immer wieder aufs Neue aufzuzeigen, was Krieg und Terror bedeuten können und aktiv gegen Unmenschlichkeit, Hass, Unterdrückung und Ausgrenzung aufzutreten.

US-Botschafter Randy Evans versicherte das Luxemburger Volk seinerseits aber auch des ungebrochenen Bekenntnisses der USA zum Schutz des Großherzogtums. Eine Verpflichtung, für die die 5 000 toten amerikanischen Soldaten auf dem Militärfriedhof in Hamm auf ewig Zeugnis ablegten.



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