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Papst warnt Orden vor Glorifizierung der eigenen Vergangenheit
Lokales 4 Min. 04.02.2017 Aus unserem online-Archiv
Wie der Welttag des geweihten Lebens in Luxemburg begangen wurde

Papst warnt Orden vor Glorifizierung der eigenen Vergangenheit

Papst Franziskus hat die katholischen Orden zu Reformen aufgefordert. Orden, die sich ausschließlich auf das eigene Überleben konzentrierten, würden „reaktionär und ängstlich“.
Wie der Welttag des geweihten Lebens in Luxemburg begangen wurde

Papst warnt Orden vor Glorifizierung der eigenen Vergangenheit

Papst Franziskus hat die katholischen Orden zu Reformen aufgefordert. Orden, die sich ausschließlich auf das eigene Überleben konzentrierten, würden „reaktionär und ängstlich“.
Foto: REUTERS
Lokales 4 Min. 04.02.2017 Aus unserem online-Archiv
Wie der Welttag des geweihten Lebens in Luxemburg begangen wurde

Papst warnt Orden vor Glorifizierung der eigenen Vergangenheit

Anne CHEVALIER
Anne CHEVALIER
Auch in diesem Jahr wurde in Luxemburg der Welttag des geweihten Lebens am 2. Februar begangen. In seiner Predigt im Petersdom hat Papst Franziskus Reformen bei den Orden gefordert.

(AC) - Auch in diesem Jahr wurde in Luxemburg der Welttag des geweihten Lebens, der von Papst Johannes Paul II. eingesetzt wurde, am 2. Februar begangen.

Seit 1997 wird am Fest „Darstellung des Herrn im Tempel“ – früher eher bekannt unter der Bezeichnung Maria Lichtmess – am 2. Februar, der Tag des geweihten Lebens gefeiert. Im Mittelpunkt stehen Frauen und Männer, die sich für Jesus und seine Nachfolge in besonderer Weise, also für Orden, apostolische Gemeinschaften, Säkularinstitute und Jungfrauen, entschieden haben.

Am Donnerstag lud die Commission permanente der Conférence Nationale des Religieux et Religieuses du Luxembourg (CNRL) die Repräsentanten des geweihten Lebens in Luxemburg ein, den 2. Februar gemeinsam bei den Franziskanerinnen zu feiern. Dabei ging es darum, sich auszutauschen und besser kennen zu lernen. Es gibt neben den in Luxemburg gegründeten und den ausländischen Kongregationen, die schon seit Jahren in Luxemburg leben und wirken, – darunter Vertretende des Kontemplativen und des Apostolischen Lebens – sowie den geweihten Jungfrauen, Mitglieder neuer junger Orden. Dazu zählen die Priester und Brüder von Verbum Spei, die in Esch/Alzette angesiedelt sind, und die vor allem in der Hochschulpastoral am Campus Belval tätig sind. Bei dem Treffen wurden insbesondere die verschiedenen Gründungen, Charismen und Missionen thematisiert. Der Vorstellung folgte eine Eucharistiefeier in der Kapelle der Franziskanerinnen, und die Zusammenkunft schloss mit einem gemeinsamen Mittagessen.

Die Rolle der Orden heutzutage

Wie es Sr Danièle, die Provinzialoberin der Kongregation der Schwestern der Christlichen Lehre für die Provinz Europa, betont, steht im Mittelpunkt des Ordenslebens die Nachfolge Christi. Es geht darum, durch drei Gelübde und in der Ordensgemeinschaft wie Jesus zu leben und an seiner Mission teilzuhaben – sodass alle Menschen das 'Leben in Fülle haben' – und dabei den Notleidenden, nahe zu sein.

Sr Danièle Faltz
Sr Danièle Faltz
Foto: Guy Jallay

Das Ordensleben hat die Luxemburger Gesellschaft maßgeblich geprägt, insbesondere was die Schulen und die sozialen Einrichtungen betrifft, erklärt Sr Danièle. „Viele dieser Funktionen werden heute vom Staat übernommen, die Kongregationen haben ihre großen Institutionen in Vereinigungen gegeben, in welchen Laien die Verantwortung haben und im Geiste der Gründung weiterarbeiten“. „Darüber hinaus“, fügt sie hinzu, „teilen auch einige der Kongregationen ihre Spiritualität mit Laien, den 'laïcs associés'. Wenn die Orden heute nicht mehr die direkte Verantwortung in ihren sozialen Institutionen haben, so sind viele ihrer Mitglieder immer noch sozial engagiert, im Kontext der Flüchtlingshilfe, besonders in Zusammenarbeit mit „Reech eng Hand“ haben sie vielfach und verschiedentlich Hilfe geleistet: Bereitstellen von Räumen, Wohnungen, Möbeln, "Bénévolat" in Flüchtlingsheimen usw. Außerdem finden ältere Schwestern eine sinnvolle Aufgabe in der Begleitung älterer alleinstehender Menschen.“

Der Papst und die Berufungen

Papst Franziskus ist selbst ein Ordensmann und er hat den Notstand in Bezug auf die Berufungen erkannt. So beging die Kirche vom 30. November 2014 bis zum 2. Februar 2016 das von ihm ausgerufene Jahr des gottgeweihten Lebens. Dieses Jahr der Orden ging mit einer feierlichen Messe im Petersdom, an der auch Vertreterinnen des geweihten Lebens aus Luxemburg teilgenommen hatten, zu Ende. Das Charisma gehöre nicht in versiegelte Flaschen, es sei kein Museumsstück und keine abstrakte Doktrin hatte Papst Franziskus betont und gemahnt: „Wehe der Gewohnheit“. Um dem Mangel an Berufungen entgegenzuwirken, wendet sich der Papst insbesondere an die Jugend und die nächste Bischofssynode, die 2018 erfolgt, steht unter dem Motto: „Die Jugend, der Glaube und die Berufungsunterscheidung“.


Papst fordert katholische Orden zu Reformen auf

(KNA) - Papst Franziskus hat die katholischen Orden vor einer Glorifizierung der eigenen Vergangenheit gewarnt und Reformen gefordert. Sie dürften den heutigen Herausforderungen nicht ausweichen, indem sie nur auf „die ruhmreichen – aber vergangenen – Taten“ zurückblickten, sagte er am Donnerstagabend in Rom vor Ordensleuten im Petersdom. Orden, die sich ausschließlich auf das eigene Überleben konzentrierten, würden „reaktionär und ängstlich“, so Franziskus. Eine solche Haltung führe dazu, „dass wir uns langsam und lautlos in unseren Häusern und unseren Voreingenommenheiten verbarrikadieren“.

Entscheidend sei, dass „neue Prozesse“ ermöglicht würden. Ausdrücklich nannte der Papst den multikulturellen Wandel, der auch die Orden betreffe. Anlass des Gottesdienstes mit mehreren Tausend Ordensleuten war der Welttag des geweihten Lebens, den die katholische Kirche traditionell am 2. Februar begeht. Die Orden befinden sich seit Jahren in einer Krise, vor allem in Europa und Nordamerika. Insbesondere die Zahl der Ordensfrauen ist stark rückläufig. Zudem leiden viele Orden unter Überalterung.

Ältere Ordensleute, die sich allein auf das Überleben ihrer Gemeinschaften konzentrierten, verwandelten sich zu „Fachleuten des Sakralen“, sagte der Papst weiter. Sie verlören die Fähigkeit zu träumen und machten so jene Prophetie unfruchtbar, die junge Ordensleute verkünden und verwirklichen sollten.


s. auch: Das neue Kardinalskollegium

Mehr zu den Erneuerungen in der Kirche  in unserem Dossier



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