Wählen Sie Ihre Nachrichten​

Panik im Stollen
Lokales 15.03.2012 Aus unserem online-Archiv

Panik im Stollen

Die Opferbetreuung ist nur ein Teil der Arbeit des GSP im Katastrophenfall. Zudem müssen nämlich auch alle wichtigen Daten gesammelt, koordiniert und an die Leitstelle übertragen werden.

Panik im Stollen

Die Opferbetreuung ist nur ein Teil der Arbeit des GSP im Katastrophenfall. Zudem müssen nämlich auch alle wichtigen Daten gesammelt, koordiniert und an die Leitstelle übertragen werden.
Foto: Lucien Wolff
Lokales 15.03.2012 Aus unserem online-Archiv

Panik im Stollen

Bei einer Explosion im Grubenmuseum in Rümelingen mussten knapp 30 Besucher aus einem dunklen Stollen befreit werden. Erstem Anschein nach gab es keine Verletzten, doch die Menschen standen unter Schock. Dann aber gab es plötzlich Gerüchte über verschüttete Arbeiter. So lautete das Szenario einer Notfallübung des Groupe de Support Psychologique des Zivilschutzes am Montagabend.

(str) – Eine schwere Explosion wird aus dem Grubenmuseum in Rümelingen gemeldet. Verletzt ist ersten Berichten zufolge niemand. Doch in den unterirdischen Stollen ist der Strom ausgefallen. Rund 30 Besucher sind in der Dunkelheit gefangen und müssen von der örtlichen Feuerwehr befreit werden. Die Menschen stehen unter Schock und es gibt Gerüchte über mehrere verschüttete Arbeiter eines Privatunternehmens.

So lautete das Szenario einer Notfallübung des Zivilschutzes am Montagabend. Im Mittelpunkt standen dabei 20 neue Mitarbeiter des Groupe de Support Psychologique (GSP), die vor kurzem ihre schriftliche Prüfung abgelegt haben und Ende des Jahres ihre Ausbildung abgeschlossen haben.

„Bei einer derartigen Übung, einer so genannten Großschadenslage, geht es darum, die Betroffenen so schnell und so gut wie möglich zu betreuen“, erklärt der beigeordnete Leiter des GSP, Léon Kraus, gegenüber wort.lu. „Sehr wichtig ist aber auch der Informationsaustausch am Ort des Geschehens. Eine muss das Kommando übernehmen und dafür sorgen möglichst schnell eine Übersicht über die Lage und die einzelnen Opfer zu bekommen.“ Diese Daten müssen dann auch präzise, komplett und zügig an die Leitstelle der Rettungsdienste an der Cloche d'Or übermittelt werden.

Teamgeist im Katastrophenfall

„Unsere Mitarbeiter sind es vorrangig gewohnt, nach tragischen Ereignissen Familien zu Hause zu betreuen“, erklärt Kraus. „Diese Katastrophenübungen sind eine ganz andere Herausforderung, weil sie wesentlich mehr Teamgeist erfordern.“

Mit dem Verlauf der Übung ist Léon Kraus, der auch der Regisseur des Katastrophenszenarios war, zufrieden. „Vor allem die Opferbetreuung hat sehr gut funktioniert. Kommunikation und Überblick sind aber verbesserungswürdig und da werden wir sicher im weiteren Verlauf der Ausbildung noch einmal darauf eingehen.“

Die Groupe de Soutien Psychologique besteht übrigens ausschließlich aus Freiwilligen – aus allen Berufssparten, wie Léon Kraus betont: „Das reicht vom Psychologen über Betreuer, Krankenpfleger, Büroangestellten bis zu Hausfrauen und Rentnern. Zudem finden sich in unseren Reihen Mitarbeiter aus sehr unterschiedlichen Ländern, so dass wir auch Sprachbarrieren zumeist einfach überwinden können.“