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Pädophilie-Prozess: Anklage fordert zwölf Jahre
Der Lehrer war nach Bekanntgabe der Vorwürfe suspendiert worden.

Pädophilie-Prozess: Anklage fordert zwölf Jahre

Foto: Gerry Huberty
Der Lehrer war nach Bekanntgabe der Vorwürfe suspendiert worden.
Lokales 2 Min. 22.01.2019

Pädophilie-Prozess: Anklage fordert zwölf Jahre

Einem ehemaligen Lehrer aus Bissen, der mehrmals seine Schülerinnen gefilmt hatte, als diese nackt waren, droht eine lange Gefängnisstrafe.

(SH) - Angriff auf die Schamhaftigkeit, Herstellung und Nutzung von kinderpornografischem Material, Verletzung der Privatsphäre, sexuelle Ausbeutung – dies alles mit den erschwerenden Umständen, dass es sich bei den Opfern um Minderjährige von weniger als elf Jahren handelte, bei dem Täter um eine Autoritätsperson und es über Jahre immer wieder zu Vorfällen kam. Die Vertreterin der Staatsanwaltschaft forderte zum Abschluss des Prozesses gegen einen ehemaligen Lehrer aus Bissen, dem unsittliches Verhalten vorgeworfen wird, eine Freiheitsstrafe von zwölf Jahren sowie das Verbot, jemals wieder einer Beschäftigung nachzugehen, bei der er mit Minderjährigen in Kontakt kommt.

Vertrauensmissbrauch

„Der Angeklagte hat über Jahre keine Gelegenheit verpasst, um heimlich Material zur Befriedigung seiner Impulse herzustellen“, so die Vertreterin der Staatsanwaltschaft. Dabei hätte er das Vertrauen der Kinder aber auch ihrer Eltern ausgenutzt. Die Opfer hätten als Schülerinnen gehandelt und die Ansagen ihres Lehrers befolgt. Dies sei ein normales Verhalten für Kinder von neun oder zehn Jahren. Es sei noch schlimmer, das Vertrauen von solch jungen Kindern auszunutzen.


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„Der Lehrer hat ein Verhalten an den Tag gelegt, das alles andere als angebracht war“, so die Vertreterin der Staatsanwaltschaft. Sie betonte, dass mehrere Opfer unabhängig voneinander bei der Polizei ähnliche Aussagen getätigt hatten. So etwa über die Zeckenuntersuchungen, denen sich einige Mädchen bei Ausflügen unterziehen mussten, bei dem es dem 42-Jährigen jedoch nur darum ging, ihren Intimbereich zu sehen und zu filmen.

Sexuelle Motivation

Der Angeklagte habe stets pädophile Tendenzen abgestritten. „Ich frage mich, was die Motivation war, wenn sie nicht sexuell war. Natürlich war sie sexueller Natur“, so die Vertreterin der Staatsanwaltschaft.


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Der Verteidiger des Angeklagten hatte zuvor erklärt, dass man wohl von Voyeurismus, so wie dieser in der belgischen, nicht aber in der luxemburgischen Gesetzgebung vorgesehen ist, sprechen könne, nicht aber von einem Angriff auf die Schamhaftigkeit. Sein Mandant sei lediglich zu verurteilen, da er im Besitz von kinderpornografischem Material gewesen sei. Man müsse allerdings bedenken, dass es sich im Vergleich zu anderen Fällen um wenige Bilder gehandelt habe und diese ausschließlich für den privaten Gebrauch gedacht waren. 

Zudem könne eine Geldstrafe wegen Verletzung der Privatsphäre gegen den Angeklagten gesprochen werden, allerdings nur für die Vorfälle von 2013 und 2015, alle weiteren seien verjährt. Der Vertreterin der Staatsanwaltschaft nach sei dies allerdings nur für den Angriff auf die Schamhaftigkeit von 2007 der Fall. Sie sprach sich zudem gegen ein weiteres psychiatrisches Gutachten aus, so wie es vom Anwalt des Angeklagten gefordert wurde.

Die Richter der Kriminalkammer geben ihr Urteil am 21. Februar bekannt.

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