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Organisierter Betrug auf Baustellen
Lokales 19.09.2014 Aus unserem online-Archiv
Zoll- und Akzisenverwaltung warnt

Organisierter Betrug auf Baustellen

Auch Dacharbeiten werden oftmals von dubiosen Firmen angeboten.
Zoll- und Akzisenverwaltung warnt

Organisierter Betrug auf Baustellen

Auch Dacharbeiten werden oftmals von dubiosen Firmen angeboten.
Shutterstock
Lokales 19.09.2014 Aus unserem online-Archiv
Zoll- und Akzisenverwaltung warnt

Organisierter Betrug auf Baustellen

Die Behörden warnen vor sogenannten "Bausanierungsfirmen", die in letzter Zeit per Flyer Kunden ködern. Sozialdumping, Steuerbetrug und mangelnde Sicherheit sind dort oftmals an der Tagesordnung.

(C.) - Vermehrt traten in jüngster Vergangenheit in Luxemburg sogenannte "Bausanierungsfirmen" in Erscheinung, denen es lediglich darum geht, möglichst rasch viel Geld zu verdienen ohne jedoch die legalen geltenden Bestimmungen einzuhalten.

Dabei bleibt die Sicherheit der Arbeitnehmer oft auf der Strecke und ein vermeintlich günstiges Angebot entpuppt sich im Nachhinein als verteuerte Angelegenheit. So sind in letzter Zeit auch in Luxemburg Flyer in Briefkästen verteilt worden bei denen verlockende Angebote zur Fassadenreinigung, Dachsanierung und Bautenschutz angeboten wurden.

Dabei werden die Kunden nach verrichteter Arbeit immer aufgefordert die Leistungen sofort in bar zu entrichten, so daß augenscheinlich keine Mehrwertsteuer gezahlt und abgeführt wird.  

Bei zeitgleich 8 kontrollierten Baustellen dieser dubiosen Firmen, sollte sich unlängst herausstellen, daß die Arbeitnehmer meist aus osteuropäischen Ländern stammend, nicht angemeldet waren und regelrecht ausgebeutet wurden. Drei Baustellen wurden sofort geschlossen.

Es wurde festgestellt, dass gravierende Vergehen gegen das Entsendegesetz vorlagen und für viele Arbeiter die Sozialversicherungsmeldepflicht nicht gegeben war. Die Arbeiter besaßen keine Arbeitsfähigkeitsbescheinigungen für spezifische Risikoposten und erhielten ebenfalls den laut Luxemburger Kollektivvertrag festgelegten Lohn nicht.

Geltende legale Sicherheitsbestimmungen, welche auf Baustellen zum Schutz der Arbeiter einzuhalten sind, wurden komplett missachtet. Die Arbeiter mussten auf der Stelle, zum Schaden des Auftraggebers, die Arbeiten einstellen.  

Sämtliche Vorfälle wurden an die Staatsanwaltschaft Luxemburg weitergeleitet. Um solche Machenschaften auszuschließen, raten sowohl die Polizei wie die Zollverwaltung den Bürgern, sich immer im Voraus zu vergewissern ob eine Firma auch im Besitz der nötigen Handelsermächtigung ist und eine Mehrwertsteuernummer besitzt.  

Wichtig dabei ist in keinem Fall eine Rechnung bar und ohne Beleg zu bezahlen und sich immer von der jeweiligen Firma eine Quittung für die geleistete Arbeit ausstellen zu lassen. Im Zweifelsfall kann sich der Betreffende immer vertrauensvoll an die Polizei oder an die Zollverwaltung wenden.


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