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Omega 90 will Begleitung Sterbenskranker zu Hause fördern
Lokales 2 Min. 09.07.2020

Omega 90 will Begleitung Sterbenskranker zu Hause fördern

2019 nahmen 1.131 Personen an Weiterbildungen von Omega 90 zum Thema Palliativpflege teil.

Omega 90 will Begleitung Sterbenskranker zu Hause fördern

2019 nahmen 1.131 Personen an Weiterbildungen von Omega 90 zum Thema Palliativpflege teil.
Foto: Diana Hoffmann
Lokales 2 Min. 09.07.2020

Omega 90 will Begleitung Sterbenskranker zu Hause fördern

Diana HOFFMANN
Diana HOFFMANN
Weiterbildung in der Palliativpflege und Trauerbewältigung sind Themen, denen sich die Vereinigung verschrieben hat.

Trauer und Tod sind Themen über die viele Menschen nicht gerne sprechen, die aber irgendwann jeden betreffen. Dabei geht jeder anders damit um. Viele Menschen sind unsicher und fragen sich, wie sie einer kranken oder trauernden Person Trost spenden oder diese unterstützen können. Doch es ist auch möglich, dass sie selbst durch den Verlust einer geliebten Person überfordert sind und Hilfe brauchen. 

Seit nun 30 Jahren befasst sich die Vereinigung Omega 90 mit solchen Themen und bietet Unterstützung für alle, die damit in Kontakt kommen. "Seit der Unterzeichnung des Palliativgesetzes 2009 hat sich der palliative Dienst in Krankenhäusern und Pflegeheimen aber enorm entwickelt", unterstreicht  Diane Dhur, seit vergangenem Jahr Präsidentin von Omega 90, anlässlich einer Bilanz-Pressekonferenz am Donnerstag. 

Mehr als 70 von Omega 90 ausgebildete Freiwillige begleiteten 2019 sterbenskranke Menschen in Krankenhäusern, in Hospizen, im Haus Omega, zu Hause sowie in Alten- und Pflegeheimen. 1.130 Personen haben an Weiterbildungskursen im Bereich der Palliativpflege teilgenommen. 

Doch es bleibe noch weiterhin Raum für Verbesserung, findet Diane Dhur. Die meisten Menschen wünschen sich nämlich zu Hause zu sterben. Dies entspricht aber nicht der realen Situation. Die letzten Tage ihres Lebens verbringt sie gewöhnlich im Krankenhaus oder anderen Einrichtungen. Die Anstrengung von Omega 90 soll daher in Zukunft sein, Angehörige von Sterbenskranken zu schulen. 


Bei gutem Wetter verbringen manche Bewohner vom Haus Omega gerne ihre Zeit in dem blühenden 
Garten. Das Personal ist an ihrer Seite, wenn Hilfe gebraucht wird.
Haus Omega: Der Zeit mehr Leben geben
Durch Palliativpflege soll die Lebensqualität von Erkrankten im Endstadium einer unheilbaren Krankheit so gut wie möglich erhalten bleiben. Das ist auch das Anliegen der Mitarbeiter im Haus Omega.

Oft seien diese nämlich mit vielen Ängsten und Unsicherheiten konfrontiert. In diesem Kontext wurde auch die "Trilogie für das Lebensende" ins Leben gerufen, eine Art Ratgeber zur Sensibilisierung der Bevölkerung. Dabei handelt es sich um einen Informationskurs, bei dem der Umgang mit einem sterbenskranken Menschen erläutert wird. Etwa wie die Person unterstützt werden kann und wie mit ihr über ihren letzten Willen gesprochen werden kann. 

Haus Omega als letzte Etappe des Lebens

Nicht immer aber ist die Möglichkeit gegeben, dass eine Person zu Hause sterben kann. Hierfür wurde das Haus Omega in Hamm mit 15 Zimmer gegründet. 117 Personen wurden 2019 dort betreut und 107 davon starben in dem Jahr auch dort. Die Verweildauer in der Einrichtung beträgt im Median 22 Tage. 

Diane Duhr ist seit 2019 Präsidentin der Vereinigung Omega 90 und ersetzt somit Roger Molitor, der zum Ehrenpräsidenten ernannt wurde.
Diane Duhr ist seit 2019 Präsidentin der Vereinigung Omega 90 und ersetzt somit Roger Molitor, der zum Ehrenpräsidenten ernannt wurde.
Foto: Diana Hoffmann

Wenn dann eine geliebte Person verstirbt, bricht für die Hinterbliebenen meist eine schwere Zeit an. Speziell von Omega 90 geschultes Personal und Freiwillige, sowie auch Psychologen helfen den Betroffenen, diese zu bewerkstelligen. 2019 gab es in diesem Zusammenhang rund 800 Konsultationen. In 583 Fällen waren es Erwachsene, die Rat suchten, in 218 Fällen wurden Kinder und Jugendliche betreut. Im Durchschnitt dauert eine Konsultation eine Stunde und zehn Minuten. Viele Personen kommen nur einmal in die Trauerbegleitung. 85 Prozent besuchen diese weniger als dreimal. Regelmäßiges Anliegen der Hilfesuchenden ist auch, dass etwa ein Elternteil nicht weiß, wie er mit seinem Kind über das Thema Verlust eines geliebten Menschen sprechen soll. 


Christine Dahm (Mitte), Direktorin von Omega 90 und Martine Hentges, Psychologin (r.) übergeben dem Bürgermeister von Strassen, Gaston Greiveldinger, eine "Trauerwallis". Dies in einer Schule in Strassen mit der die Vereinigung Omega 90 bereits länger zusammenarbeitet.
"Trauerwallis": Trost aus dem Koffer
Omega 90 stellt einen Koffer vor, der Material enthält, um Lehrpersonal und Betreuer den Umgang mit dem Thema Trauer näherzubringen.

Um solchen Situationen vorzugreifen, hat Omega 90 dieses Jahr auch die "Omega Trauerwallis" entwickelt. Das Angebot richtet sich besonders an Schul- und Erziehungspersonal. Das Material, das in dem Koffer enthalten ist, zeigt diesem, wie mit Kindern und Jugendlichen über das Thema Trauer und Tod geredet werden kann. Diese Bemühungen reihen sich in das Projekt mit dem Namen "Omega macht Schule" ein, bei dem während einer Woche mit Kindern des "Zyklus drei" Ateliers zu Themen wie Krankheit und Vergänglichkeit organisiert werden. 

Mehr Informationen unter www.omega90.lu

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