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Omega 90: Lebensqualität am Lebensende
Lokales 20.06.2018 Aus unserem online-Archiv

Omega 90: Lebensqualität am Lebensende

Omega 90: Lebensqualität am Lebensende

Foto: Shutterstock
Lokales 20.06.2018 Aus unserem online-Archiv

Omega 90: Lebensqualität am Lebensende

Die Vereinigung Omega 90 bietet todkranken Menschen und deren Familien eine Stütze. Im vergangenen Jahr wurden 127 Patienten im Haus Omega in ihren verbleibenden Wochen begleitet.

(m.r.) - Vielen unheilbar kranken Menschen fällt es schwer, mit ihrem bevorstehenden Tod umzugehen. „Oft brauchen die Betroffenen dann eine Begleitung“, sagt der Präsident von Omega 90, Roger Molitor. Und die bietet die Vereinigung an: Etwa 70 freiwillige Helfer und 55 Mitarbeiter unterstützen Menschen an ihrem Lebensende. „Wir wollen sie aus der Isolation nehmen und versuchen, ihnen zu zeigen, dass sie trotz ihrer Krankheit noch wichtig für die Gesellschaft sind."

Insgesamt wurden im vergangen Jahr 6 800 freiwillige Begleitstunden geleistet – etwa die Hälfte in Krankenhäusern (49 Prozent). Aber auch in Pflegeheimen (22 Prozent), bei den Betroffenen zu Hause (5 Prozent) sowie im Haus Omega (24 Prozent) waren die freiwilligen Helfer aktiv. Dies geht aus dem Jahresbericht der Vereinigung hervor, der am Mittwochmorgen vorgestellt wurde.

Begleitung auf dem letzten Weg

Im Haus Omega bietet die Vereinigung den Betroffenen eine Palliativpflege an. 15 Einzelzimmer stehen dafür zur Verfügung, Im vergangenen Jahr wurden dort 127 Patienten betreut. Somit konnten 2017 mehr Menschen im Haus Omega aufgenommen werden als im Vorjahr (109).

Die meisten von ihnen (35 Prozent) blieben zwischen einer Woche und einem Monat in der Struktur – 30 Prozent blieben weniger als eine Woche. Das Durchschnittsalter der Betroffenen lag bei etwa 73 Jahren.


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Aber auch den Angehörigen bietet Omega 90 eine Stütze. Der Service consultation begleitet die Familie nach oder bei drohendem Verlust eines geliebten Menschen. Zusätzlich zur Einzelberatung werden für Kinder und Erwachsene Gruppen zur Trauerbewältigung angeboten. Insgesamt haben die Mitarbeiter des Dienstes 1 143 Personen betreut. Darunter auch 95 Kinder und Jugendliche.

Die Ausgaben der Vereinigung bezifferten sich 2017 auf 5,6 Millionen Euro. Omega 90 wird zum Großteil von der Gesundheitskasse CNS, dem Familienministerium und dem Gesundheitsministerium finanziert. Aber auch Spenden machen einen wichtigen Anteil des Budgets aus, so die Direktorin der Vereinigung, Christine Dahm. Diese haben sich vergangenen Jahr auf 676 000 Euro belaufen und deckten somit 12 Prozent der Ausgaben.

Mehr Informationen unter: www.omega90.lu


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