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Omega 90: Begleitung auf dem letzten Weg
Lokales 2 Min. 10.07.2019

Omega 90: Begleitung auf dem letzten Weg

Rund 54 Mitarbeiter und 78 Ehrenamtliche reichten todkranken Menschen bei Omega 90 im vergangenen Jahr eine helfende Hand.

Omega 90: Begleitung auf dem letzten Weg

Rund 54 Mitarbeiter und 78 Ehrenamtliche reichten todkranken Menschen bei Omega 90 im vergangenen Jahr eine helfende Hand.
Foto: Shutterstock
Lokales 2 Min. 10.07.2019

Omega 90: Begleitung auf dem letzten Weg

Sandra SCHMIT
Sandra SCHMIT
Wenn Menschen todkrank sind, steht die Vereinigung Omega 90 ihnen und ihren Angehörigen zur Seite - unter anderem in der Einrichtung für Palliativpflege Haus Omega. Insgesamt 125 Bewohner wurden im vergangenem Jahr dort betreut.

Die Lebensqualität von Erkrankten im Endstadium einer unheilbaren Krankheit so gut wie möglich erhalten – das ist das Anliegen des gemeinnützigen Vereins Omega 90. Dazu begleiteten im vergangenen Jahr rund 54 Mitarbeiter und 78 freiwillige Helfer Erkrankte auf ihrem letzten Weg.

Insgesamt 8.404 Stunden Freiwilligenarbeit wurden so 2018 geleistet, wie aus dem am Mittwochmorgen vorgestellten Jahresbericht der Vereinigung hervorgeht. Die ehrenamtlichen Mitarbeiter werden eigens von Omega 90 ausgebildet. Sie besuchen Erkrankte in Spitälern, Heimen oder zu Hause, um ihnen etwas vorzulesen oder einfach nur zuzuhören. 

Laut Christine Dahm, der Direktorin von Omega 90, haben manche Erkrankte niemanden, der sich um sie kümmert.
Laut Christine Dahm, der Direktorin von Omega 90, haben manche Erkrankte niemanden, der sich um sie kümmert.
Foto: Caroline Martin

„Das Personal in den Einrichtungen hat nicht immer die Zeit dazu, manche Betroffene haben auch niemanden, der sich um sie kümmert“, erklärt Christine Dahm, Direktorin von Omega 90. In solchen Situationen kommen dann die Freiwilligen des gemeinnützigen Vereins zum Einsatz.

Palliativpflege im Haus Omega

Aber auch im hauptstädtischen Haus Omega – das 2010 seine Türen an der Rue de Hamm eröffnete – werden unheilbar kranke Menschen betreut. In den 15 Einzelzimmern der Einrichtung für Palliativpflege wurden im vergangenen Jahr insgesamt 125 Bewohner versorgt, 2017 waren es noch 127.


Bei gutem Wetter verbringen manche Bewohner vom Haus Omega gerne ihre Zeit in dem blühenden 
Garten. Das Personal ist an ihrer Seite, wenn Hilfe gebraucht wird.
Haus Omega: Der Zeit mehr Leben geben
Durch Palliativpflege soll die Lebensqualität von Erkrankten im Endstadium einer unheilbaren Krankheit so gut wie möglich erhalten bleiben. Das ist auch das Anliegen der Mitarbeiter im Haus Omega.

Die Aufenthaltsdauer der Bewohner hat sich verringert: Blieben sie im Jahr 2017 durchschnittlich für 41 Tage in der Einrichtung, waren es 2018 nur noch 32 Tage. Rund 31,40 Prozent der Bewohner blieben weniger als eine Woche. Das Durchschnittsalter aller Bewohner im Haus Omega lag 2018 bei 73 Jahren.

Hilfreiche Unterstützung

Beim Service consultation von Omega 90 erhalten Betroffene Hilfe und können auch über Dinge reden, die sie mit Freunden oder der Familie nur schwierig besprechen können. „Oft sind die Erkrankten verunsichert und haben viele Fragen. Wir können sie dann über alles informieren“, erklärt die Verantwortliche vom Service Bénévolat bei Omega 90, Isabelle Faber.

Die Mitarbeiter der Beratungsstelle sind aber auch für Angehörige da – während der Krankheitsphase und auch zur Trauerbegleitung. Im Jahr 2018 wurden insgesamt 3.614 Gespräche mit 289 Kindern und Jugendlichen, sowie 726 Erwachsenen geführt. Diese Beratungen sind kostenlos und werden sowohl bei Omega 90 an der hauptstädtischen Rue Adolphe Fischer, als auch im Centre Pontalize in Ettelbrück angeboten.

Die Ausgaben des gemeinnützigen Vereins beliefen sich 2018 auf 6,22 Millionen Euro. Die Ausgaben werden zum Großteil von der Gesundheitskasse CNS und vom Familien-, sowie Gesundheitsministerium finanziert. Die Vereinigung ist aber auch auf Spenden angewiesen: 723.000 Euro kamen im vergangenen Jahr zusammen.


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