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Oktave: Grenzenlos mit Maria vernetzt
Lokales 1 4 Min. 12.05.2020

Oktave: Grenzenlos mit Maria vernetzt

Georg Bätzing, Bischof von Limburg und Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz, hat am 1. Mai die Pilgerzeit in Kevelaer eröffnet. Es war der erste Gottesdienst mit physischer Präsenz der Gläubigen nach siebenwöchiger Corona-Pause.

Oktave: Grenzenlos mit Maria vernetzt

Georg Bätzing, Bischof von Limburg und Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz, hat am 1. Mai die Pilgerzeit in Kevelaer eröffnet. Es war der erste Gottesdienst mit physischer Präsenz der Gläubigen nach siebenwöchiger Corona-Pause.
Foto: Fabian Strauch/dpa
Lokales 1 4 Min. 12.05.2020

Oktave: Grenzenlos mit Maria vernetzt

Die Abendmesse am Dienstag steht im Zeichen der Großregion und der Kevelaer-Pilger. Der niederrheinsiche Wallfahrtsort ist seit langem mit der luxemburger Oktave verbunden.

Vom Marc Jeck

Es gehört zur Tradition der Oktave, dass die Pilger der altluxemburgischen Gebiete alljährlich zu ihrer Patronin wallfahren. Allerdings müssen auch die Gläubigen aus dem französischen, belgischen und deutschen Grenzgebiet dieses Jahr auf "Social Distance" mit der Trösterin der Betrübten gehen. Doch wie eine Mutter ihre Kinder nicht vergisst, so hat die etwas andere Oktave 2020 auch die Pilger aus der Großregion und aus Kevelaer – digital – im Blick. 

Das Kevelaerer Weihegeschenk von 1866 hat einen festen Platz am Votivaltar.
Das Kevelaerer Weihegeschenk von 1866 hat einen festen Platz am Votivaltar.
Foto: Erzbistum/cathol.lu

Vor mehr als 120 Jahren hatten die Marienverehrer aus der heutigen Großregion, insbesondere aus Lothringen und Belgien, durch Pilgerzüge damit begonnen, die politischen Grenzen des Großherzogtums aufzuheben und der "Notre-Dame de Luxembourg" wieder "die Landeskinder zuzuführen, die zur Geburtszeit der Oktave als unveräußerliches Eigentum der Himmelskönigin durch die offizielle Widmung der Gouverneure von Luxemburg infeodirt wurden" (Luxemburger Wort vom 16. Mai 1898). 

Weit über die Grenzen hinaus 

Auch im Trierer Land wurde bereits im 17. Jahrhundert die "Patrona Ducatus Luxemburgensis" vielerorts verehrt. Sogar im Hohen Dom zu Trier stand einst – in Anlehnung an das Luxemburger Vorbild – eine bekleidete Marienstatue. Und auf der Fahne der Marianischen Bürgersodalität Trier aus dem Jahre 1933 weht die Luxemburger Consolatrix Afflictorum – eine Fahne die seit einigen Jahren jährlich während der Schlussprozession von Mitgliedern der 1610 gegründeten Gebetskongregation durch die Straßen der Hauptstadt getragen wird. 

Über die Grenzen der heutigen Großregion hinaus wird eine Ikone der Luxemburger Madonna insbesondere im niederrheinischen Kevelaer verehrt. Ein Kupferstich der Trösterin der Betrübten wurde während des Dreißigjährigen Kriegs von Soldaten an den Niederrhein gebracht. Der Pfarrer von Geldern setzte das Bild am 1. Juni 1642 in den vom Kaufmann Hendrik Busmann in der Kevelaerer Heide errichteten Bildstock ein. Seitdem wird Luxemburg als die "Mutter" der "Tochter" Kevelaer bezeichnet. 

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In Erinnerung an diese Vernetzung zwischen den beiden Wallfahrtsstätten hatten die Kevelaerer im Jahre 1866 – anlässlich des 200. Jubiläums der Erwählung der Muttergottes zur Stadtpatronin Luxemburgs – der "Mutter" eine in Silber gravierte Kopie des Tochterbildes geschenkt, die seither prominent am Votivaltar in der Kathedrale hängt. Doch das 16 mal 12 Zentimeter große Weihegeschenk musste mit der Post versandt werden: Damals war es nicht das Corona-Virus sondern der preußisch-österreichischen Krieg, der die Kevelaerer daran hinderte, den Jubiläumsfeierlichkeiten beizuwohnen. 

Immer wieder gab es im Laufe der letzten Jahre Geschenke, welche die Kevelaerer nach Luxemburg vor das Gnadenbild brachten. Jahr für Jahr nimmt eine 70- bis 80-köpfige Pilgergruppe traditionell an den Schlussfeierlichkeiten der Oktave teil. 

In der Oktave verbunden

In diesem Jahr müssen die vielen Freunde aus Kevelaer aber nicht gänzlich auf das Wallfahrtsgeschehen verzichten. Am Dienstagabend um 18.30 Uhr können sie im Livestream "ihre" Pilgermesse verfolgen, die unter anderem im Pfarrbrief der niederrheinischen Stadt beworben wurde. 

Auch der Rektor der Kevelaerer Wallfahrt, Domkapitular Gregor Kauling, wird den Gottesdienst aus der Heimstätte der Luxemburger Madonna im Internet verfolgen. "Die Trösterin der Betrübten schenkt uns eine Botschaft, die vom Leben ohne Grenzen singt. Es ist die österliche Botschaft, welche echten Trost schenkt, der versteht. Der Trost einer Frau, die dem Höchsten das Leben geschenkt hat, es getragen und mitgetragen hat, ein Leben, das auch uns Menschen durch diese bedrängte Zeit begleitet. Mit großer Freude sind wir in Kevelaer, besonders an diesem 12. Mai dem geliebten Luxemburg in der Oktave verbunden", sagt der Geistliche und ergänzt: "Bereits am vergangenen Sonntag habe ich für die großherzogliche Familie und den kleinen Charles gebetet: Welch großes Geschenk in diesen schweren Zeiten, besonders für das erbgroßherzogliche Ehepaar Stéphanie und Guillaume."


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In Kevelaer begann die diesjährige Wallfahrt zur Trösterin der Betrübten am 1. Mai mit einem Eröffnungsgottesdienst, bei dem erstmals nach sieben Wochen eine physische Präsenz der Gläubigen möglich war. Und dennoch schmerzt es den Domkapitular, dass während der Pandemie nicht alle aktiv am gottesdienstlichen Leben teilnehmen können: "Wir riechen nicht den Weihrauch, wir spüren nicht unmittelbar die gesprochenen Worte und schmecken nicht die Hostie auf unserer Zunge. Da hinein öffnet sich ein Fenster und tut sich eine Türe auf im Marienheiligtum von Kevelaer … und Luxemburg!"

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