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Oh Gott - eine Jugendkolumne!
Lokales 3 Min. 27.05.2017 Aus unserem online-Archiv
Du bist ein Kind dieser Erde

Oh Gott - eine Jugendkolumne!

Mehr als einhundert Nichtregierungsorganisationen (ONG’s) gibt es in Luxemburg. Das ist beeindruckend aber auch ein bisschen verwirrend.
Du bist ein Kind dieser Erde

Oh Gott - eine Jugendkolumne!

Mehr als einhundert Nichtregierungsorganisationen (ONG’s) gibt es in Luxemburg. Das ist beeindruckend aber auch ein bisschen verwirrend.
Lokales 3 Min. 27.05.2017 Aus unserem online-Archiv
Du bist ein Kind dieser Erde

Oh Gott - eine Jugendkolumne!

Anne CHEVALIER
Anne CHEVALIER
Wohin uns das Schicksal auch verschlagen hat und in welchem gesellschaftlichen Umfeld wir groß geworden sind – all das konnten wir nicht beeinflussen.

Wohin uns das Schicksal auch verschlagen hat – durch welchen Zufall wir in diesem oder einem anderen Land dieser Welt geboren wurden – welche Nation uns zunächst als neuen Erdenbürger empfangen hat – und in welchem gesellschaftlichen Umfeld wir groß geworden sind – all das konnten wir nicht beeinflussen.

Was für manche Geschenk und sichere Ausgangsbasis für ein Leben mit Zukunftschancen ist, stellt für andere direkt zu Beginn ihres Lebens eine riesige Herausforderung oder sogar Einschränkung dar.

Viele, nicht nur junge Menschen, erkennen in dieser Tatsache eine direkte Verantwortung für diejenigen, denen das Leben weniger Chancen in die Wiege gelegt hat. So entstehen immer wieder Hilfsorganisationen und Freundeskreise, die, vom Leid anderer Menschen betroffen, versuchen Hilfe zur Selbsthilfe für andere zu leisten.

Mehr als einhundert Nichtregierungsorganisationen (ONG’s) gibt es in Luxemburg. Das ist beeindruckend aber auch ein bisschen verwirrend. Hilfe für Bedürftige scheine selbst ein Markt geworden zu sein, der riskiere zum Selbstzweck zu werden, bemerkten die Verantwortlichen kritisch.

Ob es wirklich so viele verschiedene Hilfsorganisationen brauche oder ob man durch mehr Zusammenarbeit nicht effektiver helfen könne, wurde am runden Tisch diskutiert, als die Vertreter von Niños de la Tierra den 30. Geburtstag ihrer ONG am vergangenen Wochenende in Bettemburg mit vielen Freunden und Unterstützern gefeiert haben.

Ehrengast war die deutsche Schwester Karoline Mayer, die seit 1968 in Chile bei den Ärmsten in den Elendsvierteln lebt und mit ihrer Organisation gegen Unterdrückung und Benachteiligung kämpft.

Dass sich auch junge Leute für die Arbeit von ONG's interessieren, beweist die stolze Zahl von 15 Freiwilligen, die mit Hilfe des Service National de la Jeunesse allein über Niños de la Tierra nach Chile, Bolivien oder Peru entsandt werden konnten. Junge Leute, die bereit waren ein halbes oder ganzes Jahr ihres Lebens oder sogar noch mehr in den Dienst der Armen zu stellen.

„An Zäiten, wou ech mengen, ech hätt Problemer, erënneren ech mech gären un dat einfacht Liewen zu Santiago an zu Cochabamba zréck an dat hëlleft mir, sou munches erëm aus enger anerer Perspektiv ze kucken a méi zefridden ze si matt deem, wat ech hunn. An ech mierken, datt net alles ëmmer perfekt muss sinn an datt een net all de Schnickschnack brauch, deen eis d'Wirtschaft undréie wëllt“, erklärt Lydie, die erste Freiwillige der ONG, auf die Frage, was ihr der Freiwilligendienst auch noch bis heute gebracht habe.

Julie betont, dass ihr das Volontariat vor allem die Augen geöffnet hat und ihr ermöglichte, die Welt aus einem anderen Blickwinkel zu sehen.

Dorothée ist sich sicher, dass sie ihre Erfahrungen aus Chile ihr ganzes Leben begleiten werden. Anne erinnert sich besonders an die fremden Gerüche, Farben, Töne, die Musik und die Klangfarbe der fremden Sprache: „Ech hu sou vill gefillt, duerch de Kontakt mat de Kanner, mat de Leit, schéi Momenter an och méi traureg Situatiounen – wahrscheinlich an engem Joer sou vill wéi an deenen 19 Joer virdrun.“

Christine Busshardt
Christine Busshardt
Foto:Gerry Huberty




Sie alle sehen sich als Kinder dieser Erde, die das Gefühl der Verantwortung für ihre „Schwestern und Brüder“ in den nun nicht mehr so fremden Ländern nie mehr vergessen werden. So eine Erfahrung sollte jeder einmal gemacht haben. (Wer mehr darüber wissen möchte, findet alle Eindrücke der Freiwilligen in der neuesten Broschüre der ONG.)

Christine Busshardt, Pastoralreferentin, Pfarreien „Beeteburg-Fréiseng“ und „Hesper, Réiser, Weiler“. Die Autorin ist über E-Mail: glaube@wort.lu sowie über Briefe an die Zeitung – Redaktion Glaube und Leben – zu erreichen.

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