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Oh Gott! - Eine Jugendkolumne
Lokales 3 Min. 24.09.2016 Aus unserem online-Archiv

Oh Gott! - Eine Jugendkolumne

Christine Busshardt: "Für Interessierte gibt es regelmäßig Angebote der Jugendpastoral in den Gemeinden oder auf nationaler Ebene".

Oh Gott! - Eine Jugendkolumne

Christine Busshardt: "Für Interessierte gibt es regelmäßig Angebote der Jugendpastoral in den Gemeinden oder auf nationaler Ebene".
Foto: Guy Jallay
Lokales 3 Min. 24.09.2016 Aus unserem online-Archiv

Oh Gott! - Eine Jugendkolumne

Anne CHEVALIER
Anne CHEVALIER
June ist 16 Jahre alt. Sie besucht eine christliche Schule und engagiert sich in ihrer Freizeit in ihrer Pfarrei. Warum sie sich so für Glaube und Religion interessiert, wollte ich von ihr wissen, schreibt Christine Busshardt. „Es liegt wohl an den guten Erfahrungen, die ich in der Schule und zu Hause damit gemacht habe", antwortet June.

June ist 16 Jahre alt. Sie besucht eine christliche Schule und engagiert sich in ihrer Freizeit in ihrer Pfarrei. Warum sie sich so für Glaube und Religion interessiert, wollte ich von ihr wissen. „Es liegt wohl an den guten Erfahrungen, die ich in der Schule und zu Hause damit gemacht habe. Die Schule ist für mich so etwas wie eine zweite Familie mit klaren Regeln, die für alle gelten, liebevoll der Umgang untereinander, Gemeinschaft wird groß geschrieben“, erzählt sie.

Ich erfahre, dass der Besuch der Messen den Schülerinnen meist freigestellt ist. Nur zu besonderen Anlässen sind alle Schülerinnen gebeten, die Messen mitzufeiern, was June nicht schwerfällt, da sie den Jugendlichen entsprechend aufgebaut und ansprechend gestaltet sind.

Sich nur in der Schule mit dem Thema „Religion und Glaube“ zu beschäftigen, genügt der Jugendlichen jedoch nicht. Auch in ihrer Freizeit geht sie regelmäßig zur Messe, die sie als Ministrantin aktiv mitgestaltet. Intensiv hat sie die Vorbereitung auf die Firmung erlebt. Davor hatte sie sich nicht viele Gedanken gemacht, aber durch die Diskussionen und die Fragen, die im Laufe der Vorbereitung aufgeworfen wurden, hat sie ihren Glauben „richtig gefunden“. „Nach der Firmung fühlte ich mich größer und enger mit Gott verbunden. Es war ein sehr tolles Erlebnis.“

Jetzt engagiert sich June in der Jugendpastoral ihrer Pfarrei. Sie hilft bei der Vorbereitung und Gestaltung von Jugendgottesdiensten und ist aktiv bei der Vorbereitung der neuen FirmkandidatInnen dabei.

Seit 2015 erlernt June fleißig das Orgelspiel. „Das ist ganz schön schwer!“, gibt sie zu, und hofft einmal richtig gut mit dem vielfältigen Instrument umgehen zu können.

Die Musik hat für sie eine wichtige Bedeutung. Nicht zuletzt deswegen liebt sie die Taizégottesdienste. „Die Gebete bringen mich zum Nachdenken und Abschalten. Man hat kein Internet, kein Handy oder einfach überhaupt keinen Empfang. Die angenehme Stimmung während eines Gebets in Taizé und das Sitzen auf dem Boden gefallen mir. Alles ist so leicht und einfach gestaltet. Außerdem freue ich mich darüber, dass beim Taizégebet alle christlichen Konfessionen miteinander beten können. Nach Taizé zu fahren, ist einfach eine extrem tolle Sache, die mich jedes Mal aufs Neue glücklich macht.“

Mit Herz, Kopf und Hand lebt June ihr Leben. Für ihre fünf Geschwister und ihre Eltern würde sie alles tun. Zuverlässigkeit und Engagement sind für sie selbstverständlich, zu Hause, in der Schule wie auch bei ihrem Engagement in der Pfarrei.

Für June ist seit der Firmung vieles klarer geworden: Im Herzen glaubt sie ganz fest. Dennoch bleibt sie kritisch, fragt nach und bildet sich ihre eigene Meinung über das, was sie über Religion und Glaube lernt. Daneben experimentiert sie, engagiert sich und probiert aus, was gelebter Glaube konkret für sie bedeutet.

So wie June nehmen nicht alle Jugendlichen die Gelegenheit wahr, sich in der Zeit des Erwachsenwerdens auch bewusst mit Fragen des Lebens und des Glaubens auseinanderzusetzen. Für Interessierte gibt es regelmäßig Angebote der Jugendpastoral in den Gemeinden oder auf nationaler Ebene. Durch die Vielfältigkeit, wie zum Beispiel mit Jugendgottesdiensten, Musik- und Jugendgruppen, Ausflügen, Diskussions- und Filmabenden, versuchen die Verantwortlichen, dem Prinzip des Johann Heinrich Pestalozzi (1746–1827): „Mit Herz, Kopf und Hand“ gerecht zu werden. Denn auch Glauben will gelernt sein.

Christine Busshardt, Pastoralreferentin, Pfarrverbände „Bettembourg-Huncherange“, „Fréiseng“, „Hesper“, „Réiserbann“ und „Weiler-la-Tour“

Die Autorin ist über E-Mail: glaube@wort.lu sowie über Briefe an die Zeitung – Redaktion Glaube und Leben – zu erreichen.

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