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Ösling: Pferdeskelett und Panzerreste bei Bauarbeiten entdeckt
Lokales 4 13.09.2019

Ösling: Pferdeskelett und Panzerreste bei Bauarbeiten entdeckt

Unter den Fundstücken fanden sich auch die rostigen Fragmente eines Panzers.

Ösling: Pferdeskelett und Panzerreste bei Bauarbeiten entdeckt

Unter den Fundstücken fanden sich auch die rostigen Fragmente eines Panzers.
Foto: MNHM - Musée National d'Histoire Militaire
Lokales 4 13.09.2019

Ösling: Pferdeskelett und Panzerreste bei Bauarbeiten entdeckt

Sarah CAMES
Sarah CAMES
Ein Echo aus der Vergangenheit: Bei Bauarbeiten im Ösling stießen Arbeiter auf einen aufgefüllten Bombenkrater aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs.

Bei Bauarbeiten auf der N10 zwischen Marnach und Dosburg stießen Arbeiter am Freitagmorgen auf eine Reihe bemerkenswerter Überreste aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs. Erst im Mai hatten die Arbeiter bei Arbeiten auf der gleichen Strecke zwei deutsche Panzerabwehrminen gefunden, die vom Kampfmittelräumdienst der luxemburgischen Armee unschädlich gemacht werden mussten.

Das Nationale Militärgeschichtliche Museum in Diekirch wurde über den Fund informiert. Wenig später teilte das Museum auf seiner offiziellen Facebook-Seite die ersten Fotos. Darin zu sehen sind die sterblichen Überreste eines Pferdes und die rostigen Fragmente eines Panzers. Außerdem wurden bei der Grabung große Mengen an Munition gefunden.

Laut einem Sprecher des Museums seien "mehrere große Objekte" aus dem Bombenkrater geholt worden. Die Fundstücke stammen aus der Zeit der Ardennenoffensive. Im Januar 1945 wurde die Gegend um Marnach häufig von den Alliierten bombardiert, da es sich bei der heutigen N10 um eine der Hauptrückzugsstraßen der Wehrmacht handelte. Als die Alliierten nachzogen, schütteten sie die Bombenkrater provisorisch wieder zu und begruben damit alle möglichen Überreste - Panzer und Pferde inklusive. In der Nachkriegszeit wurden die provisorischen Straßen schließlich überteert.

"Die Straßen mussten schnell wieder befahrbar gemacht werden, also wurden die Krater zugeschüttet und es ging weiter", so ein Sprecher des Militärmuseums. Solche unterirdischen "Schutthalden" gäbe es im Norden des Landes viele, trotzdem sei der Fund eines kompletten Pferdeskeletts nichts Alltägliches.

"Vor allem gegen Ende des Krieges wurden sowohl von der Wehrmacht als auch von den Alliierten vermehrt Pferde eingesetzt. Die Ressourcen gingen langsam zuneige, also musste man nutzen, was da war." Ob das Pferd, das im Marnacher Bombenkrater gefunden wurde, bei einem Bombenangriff ums Leben kam, oder schlicht an Erschöpfung starb, kann man jetzt allerdings noch nicht sagen.

Laut Sprecher sollen die Bauarbeiten an der Stelle wie geplant fortgesetzt werden, doch einige Fundstücke will das Museum behalten - darunter auch das Pferdeskelett. "Die Leute vergessen häufig, dass auch im Zweiten Weltkrieg noch Pferde eingesetzt worden sind. Die Mähr vom maschinengetriebenen Krieg war ein Propagandamittel der Wehrmacht, die Wirklichkeit sah vor allem gegen Ende des Krieges jedoch anders aus."


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