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Öffentlicher Transport: Grenzgänger müssen weiter zahlen
Lokales 2 Min. 05.09.2019 Aus unserem online-Archiv

Öffentlicher Transport: Grenzgänger müssen weiter zahlen

Wer mit dem Zug ins Ausland fahren will, braucht weiterhin eine Fahrkarte.

Öffentlicher Transport: Grenzgänger müssen weiter zahlen

Wer mit dem Zug ins Ausland fahren will, braucht weiterhin eine Fahrkarte.
Foto: Armand Wagner
Lokales 2 Min. 05.09.2019 Aus unserem online-Archiv

Öffentlicher Transport: Grenzgänger müssen weiter zahlen

In sechs Monaten sollen Bus und Bahn kostenlos sein. Grenzgänger müssen für den Weg zwischen ihrem Zuhause und ihrem Arbeitsplatz jedoch weiterhin zahlen, wenn auch weniger.

(SH) - Im März kommenden Jahres wird Luxemburg den kostenlosen öffentlichen Transport einführen. Grenzgänger, die ab ihrem Wohnort den Bus oder die Bahn nutzen wollen, müssen jedoch weiterhin Tickets lösen. „Die grenzüberschreitenden Zug- sowie Busverbindungen werden zahlungspflichtig bleiben. Allerdings werden die Preise für die Fahrkarten und Abonnements nach unten angepasst“, schreibt Mobilitätsminister François Bausch (Déi Gréng) in seiner Antwort auf eine parlamentarische Frage der CSV-Abgeordneten Françoise Hetto, Octavie Modert und Léon Gloden.

Bausch erklärt weiter, dass die nationale Eisenbahngesellschaft derzeit mit ihren Pendants aus den Nachbarländern Gespräche führt. Was die Busverbindungen angeht, müssten zwar keine Verhandlungen angesetzt werden, die Preise hierfür sollen jedoch jenen für die Bahn angepasst werden. Voraussichtlich im Herbst sollen die neuen Tarife feststehen.

Bessere Verbindungen

Dem Minister zufolge sei der kostenlose Transport jedoch nur die „zusätzliche Maßnahme“, die zu einer Verbesserung des Angebotes führen soll. So sei es auf der Trierer Weststrecke bereits zu einer Verdoppelung der Kapazität auf Höhe der Brücke Pulvermühle und der Strecke Luxemburg – Sandweiler – Contern gekommen. Die zweite Brücke erlaube es, die Züge nach Ulflingen und nach Wasserbillig ab dem Nordausgang des Bahnhofes zu trennen. Hierfür wurden insgesamt 260 Millionen Euro investiert.


Display statt persönlicher Beratung: Von kommender Woche an können die Fahrgäste in Wasserbillig ihre 
Tickets nur noch am Automaten kaufen.
Jetzt bedient der Automat
Am Bahnhof Wasserbillig hat die CFL den ersten Fahrkartenschalter geschlossen, sieben weitere sollen folgen. Am letzten Tag herrschte bei den Kunden Enttäuschung vor.

Ein Finanzierungsanteil von acht Millionen Euro soll zudem den zweigleisigen Ausbau der Verbindung nach Trier im Raum Igel garantieren. Die stündlichen Züge nach Koblenz würden schon von diesen Infrastrukturmaßnahmen profitieren. Mit der Reaktivierung der Trierer Weststrecke soll künftig eine grenzüberschreitende Regionalbahnlinie die Region Trier besser mit dem Großherzogtum verbinden.

Was die Busverbindungen angeht, sollen eine Umstrukturierung der Saar-Lux-Linien sowie ab Mai 2020 eine Neuorganisation des RGTR-Netzes Pendlern aus Deutschland Vorteile bringen.

Mehr Stellplätze für Fahrzeuge

Um Pendler zu ermutigen, auf den öffentlichen Transport zurückzugreifen, bedarf es jedoch auch ausreichend Stellplätzen in Nähe der Bahnhöfe. Bis Ende 2021 soll die erste Erweiterung des P&R Mesenich abgeschlossen sein. 737 zusätzliche Stellplätze sollen dabei geschaffen werden. Zwei Jahre später sollen noch einmal 750 hinzukommen. Weitere Parkplätze sollen am P&R Wasserbillig-Bahnhof (bis 2024), am P&R Höhenhof an der A1 (4.000 Stück) sowie in Trier West, Ehrang und Euren entlang der Weststrecke entstehen.

Planungen laufen laut Bausch auch, um eine Verbesserung der Reisezeiten der öffentlichen Busse sowie von Fahrgemeinschaften auf der A1 zu erreichen.

Wie der Minister weiter betont, komme es regelmäßig zu einem Austausch mit den zuständigen Behörden der Nachbarländer. Dies nicht nur, um die Angebote zwischen Luxemburg und Deutschland zu verbessern, nach denen sich die im Osten gewählten Abgeordneten primär erkundigt hatten, sondern auch jene zu Frankreich und Belgien.

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