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Nur noch 101 Tage bis zum Weltjugendtag
Lokales 6 Min. 15.04.2016 Aus unserem online-Archiv
Luxemburg goes Krakau and Breslau

Nur noch 101 Tage bis zum Weltjugendtag

Erzbischof Jean-Claude Hollerich mit den Teilnehmenden am Weltjugendtag 2016 in Polen Jennifer Lucarelli und Marc Loewen.
Luxemburg goes Krakau and Breslau

Nur noch 101 Tage bis zum Weltjugendtag

Erzbischof Jean-Claude Hollerich mit den Teilnehmenden am Weltjugendtag 2016 in Polen Jennifer Lucarelli und Marc Loewen.
Foto: Guy Jallay
Lokales 6 Min. 15.04.2016 Aus unserem online-Archiv
Luxemburg goes Krakau and Breslau

Nur noch 101 Tage bis zum Weltjugendtag

Anne CHEVALIER
Anne CHEVALIER
Im Vorfeld des Weltjugendtages hat Anne Chevalier mit einer der Teilnehmenden, der 15-jährigen Schülerin Jennifer Lucarelli, den Verantwortlichen der Jugendpastoral, Uwe Franzen und Patrick de Rond, sowie Erzbischof Jean-Claude Hollerich gesprochen.

Interview: Anne Chevalier

In diesem Jahr findet der Weltjugendtag – hierzulande besser bekannt als JMJ (Journées mondiales de la jeunesse) – wieder in Polen statt, genauer gesagt in Krakau, der Erzdiözese des ehemaligen Kardinals Karol Wojtyla und späteren Papstes Johannes Paul II. Auch diesmal nehmen Jugendliche aus Luxemburg an diesem Mega-Event teil. Im Vorfeld haben wir mit einer der Teilnehmenden, der 15-jährigen Schülerin Jennifer Lucarelli, den Verantwortlichen der Jugendpastoral, Uwe Franzen und Patrick de Rond, sowie last but not least mit Erzbischof Jean-Claude Hollerich, der der bunten Pilgerschar vorstehen wird, gesprochen.

Herr Erzbischof, was bedeutet für Sie der diesjährige Weltjugendtag?

Für mich bedeutet es eine sehr große Freude, den Glauben als Feier und Fest der Jugend bei einem großen Treffen zu erleben und an dieser Aufbruchstimmung teilzuhaben. Dieses Event ist so einzigartig, etwas Vergleichbares gibt es, glaube ich, gar nicht. Wir sind ja schon in Luxemburg eine internationale Kirche, aber darüber hinaus nehmen nicht nur junge Leute aus Luxemburg teil, sondern mit uns reisen auch Jugendliche aus Thailand und Mexiko. Es werden bestimmt wieder viele Freundschaften geknüpft, wie es immer der Fall ist während des Weltjugendtages. Der diesjährige WJT ist etwas Besonderes, da er in Krakau, der ehemaligen Bischofsstadt des Heiligen Papst Johannes Paul II. stattfindet. Ihn zeichnete eine große Liebe zur Jugend aus, und so hat er zu Beginn seines Pontifikats die JMJ ins Leben gerufen.

Wie schreibt sich das Motto des WJTs „Selig die Barmherzigen; denn sie werden Erbarmen finden“ (Mt 5,7) in das Jahr der Barmherzigkeit ein?

Das Motto der Barmherzigkeit ist eine große Chance für die Kirche, das Evangelium wiederzuentdecken, sich zu erneuern und sich für eine andere Haltung, fern etablierter Strukturen einzusetzen, wie es Papst Franziskus nahelegt.

Sie reisen auch mit einer Gruppe aus Thailand und aus Mexiko …

Die Gruppe aus Thailand setzt sich zusammen aus jungen Leuten aus Dörfern der Karen und Jugendlichen aus Bangkok, denen wir die Reise finanziell ermöglichen. Sie haben uns vor zwei Jahren empfangen: Wir haben während unseres Aufenthalts in Dörfern der Karen gewohnt und dort geholfen, eine Kirche zu bauen, die dem Heiligen Willibrord geweiht wurde. Zuletzt haben einige von uns diese Jugendlichen kurz nach Weihnachten in Thailand besucht.

Jennifer, was motiviert dich für eine Teilnahme am Weltjugendtag?

Jennifer Lucarelli (JL): Was mich motiviert hat, ist der Firmungsunterricht bei Uwe Franzen. Dabei hat er uns auch erklärt, was der Weltjugendtag ist. Das hat mich sehr interessiert und ich habe gedacht, daran möchte ich auch teilnehmen. Ich versuche auch hier meinen Glauben zu teilen, aber das gelingt mir nicht sehr gut, und das Interesse muss eigentlich von den anderen Jugendlichen selbst kommen.

Was sind die Erwartungen?

JL: Ich habe keine besonderen Erwartungen, ich lasse mich gern überraschen; ich finde es aber cool, den Papst live zu erleben, er ist mir sympathisch, ich möchte ihn sehen. Die Reise wird bestimmt schön, ich war noch nie in Polen, es interessiert mich auch dieses Land kennenzulernen.

EB Hollerich: Es ist manchmal schwer für junge Menschen hier in der Kirche ihren Platz zu finden. Am Weltjugendtag ist das ganz anders: da können die Teilnehmenden eine junge Kirche erleben. Und der Firmungsunterricht, in dem man den Glauben unter Jugendlichen erfahren kann, ist in der Tat die beste Vorbereitung für den Weltjugendtag. Ich werde, wie die anderen Bischöfe, drei Katechesen halten. Dabei werde ich unterstützt von dem französischen Sänger Gregory Turpin, der jetzt schon maßgeblich in die Vorbereitungen zum Weltjugendtag einbezogen ist. Es ist eine große Freude, die Katechesen im Dialog mit ihm zu gestalten. Er ist z. Z. in Frankreich der bekannteste christliche Sänger. Viele Schüler der Europaschule nehmen auch am WJT teil.

Herr Franzen, wie läuft das Programm des WJTs ab?

Uwe Franzen: Zunächst findet die Vorbereitungswoche in den Diözesen teil. Wir sind dem Erzbistum Wrocław (Breslau) zugeteilt. In der ersten Woche sind die Pilger meistens bei Gastfamilien untergebracht und es gibt die Möglichkeit, die Kirche vor Ort sowie Land und Leute kennenzulernen. Im Anschluss daran findet in Krakau der eigentliche Weltjugendtag statt. Die Dimension Weltkirche wird dann besonders erlebbar. Das Programm besteht aus drei großen Blöcken: den schon erwähnten Katechesen, den großen zentralen Veranstaltungen, zu denen auch der Abschlussgottesdienst gehört, und dem „Festival de la jeunesse“. Wir haben bis jetzt 250 Teilnehmende, 200 aus Luxemburg und 50 weitere, es sind aber noch Plätze frei. Die Jugendlichen aus Thailand und aus Mexiko kommen am 12. Juli an und wohnen in Luxemburger Gastfamilien. Der Höhepunkt ist der Aussendungsgottesdienst unter Vorsitz von Erzbischof Hollerich am 15. Juli. Am 19. Juli geht es dann gemeinsam nach Polen.

Patrick de Rond (PD): Es gibt in diesem Jahr noch eine besondere Zeit für uns aus Luxemburg. Zur Erzdiözese Wrocław (Breslau) gehört Lubiaz – vielen besser bekannt unter dem Namen Leubus –, dort war während der deutschen Besatzung ein Zwangsarbeiterlager, in dem auch Luxemburger interniert waren. Gemeinsam mit Erzbischof Jozef Kupny wird Erzbischof Hollerich am 23. Juli an diesem Ort des Gedenkens eine Messe feiern. So entsteht noch einmal eine andere Verbindung zwischen Luxemburg und der Gastdiözese. Das Erleben dieser geschichtlichen Dimension ist wichtig, damit sie nicht vergessen wird.

Eine letzte Anmerkung ...

JL: Ich freue mich und freue mich auf jeden, der mitfährt.

PD: Ab Samstag fängt die Wallfahrt zur Trösterin der Betrübten an. Seit einigen Jahren hat sich eine neue Tradition etabliert: bei der Schlussprozession pilgern die Jugendlichen mit, und es wäre schön, wenn sie auch in diesem Jahr so zahlreich wie möglich daran teilnehmen würden.



Infos and more, es sind noch Plätze frei

Zur Teilnahme zum WJT sind alle Jugendlichen und jungen Erwachsenen zwischen 14 und 30 Jahren sowie deren Begleitpersonen eingeladen. Teilnahme am gesamten Programm, Reisedaten: 19. Juli bis 1. August (Reise, Unterkunft, Verpflegung, usw.), Kosten: 500 Euro. Es ist auch möglich nur am Hauptprogramm in Krakau teilzunehmen, Reisedaten: 25. Juli bis 1. August, Kosten: 470 Euro. Aus finanziellen Gründen muss niemand auf eine Teilnahme verzichten. Infos: http://jmj2016.cathol.lu

Wer die Luxemburger Beteiligung am Weltjugendtag in Krakau unterstützen will, kann gerne eine Spende auf folgendes Konto überweisen: CCPLLULL, LU64 1111 7017 0305 0000, Fondation Sainte-Irmine, Vermerk JMJ 2016 (C.)


Was ist der WJT?

Der Weltjugendtag (WJT) wird von der katholischen Kirche ausgerichtet und geht auf eine Initiative von Papst Johannes Paul II. (1978-2005) zurück. Seit 1985 lädt das katholische Kirchenoberhaupt jährlich junge Christen aller Erdteile zu einem Treffen unter einem bestimmten Motto ein. Ziel ist es, jungen Menschen die Gelegenheit zu geben, das „junge und aktuelle Geheimnis der Kirche im gemeinschaftlichen Erlebnis von Pilgerfahrt, Gebet, Meditation und Gottesdienst zu entdecken“.

Vom 26. Juli bis zum 31. August findet das Großereignis zum zweiten Mal in Polen statt. Erwartet werden zahlreiche Teilnehmer aus dem In- und Ausland, darunter auch Papst Franziskus.

Im Wechsel werden die Weltjugendtage in kleinerem Rahmen in den Bistümern vor Ort und dann wieder als weltweites Großtreffen organisiert. Zahlenmäßig besonders große Veranstaltungen fanden beispielsweise 1991 in Tschenstochau, 1993 in Denver, 1995 in Manila, 1997 in Paris, 2000 im Rahmen des Heiligen Jahres in Rom und 2005 in Köln statt. Der letzte Weltjugendtag erfolgte 2013 in Rio de Janeiro. (KNA/AC)


Weitere Infos zur Oktave ab Samstag unter Lokales (hier auf wort.lu), in der Zeitung "Luxemburger Wort" auf den Seiten 24 und 25 und auf cathol.lu.

Mehr zu Thema Barmherzigkeit in unserem Dossier.


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