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Null Prozent Alkohol während der Schwangerschaft oder der Stillzeit
Lokales 18.07.2013 Aus unserem online-Archiv

Null Prozent Alkohol während der Schwangerschaft oder der Stillzeit

Die Gefahr besteht vor allem in den ersten Wochen - ein Zeitpunkt, an dem sich viele Frauen ihrer Schwangerschaft noch nicht bewusst sind.

Null Prozent Alkohol während der Schwangerschaft oder der Stillzeit

Die Gefahr besteht vor allem in den ersten Wochen - ein Zeitpunkt, an dem sich viele Frauen ihrer Schwangerschaft noch nicht bewusst sind.
Foto: Shutterstock
Lokales 18.07.2013 Aus unserem online-Archiv

Null Prozent Alkohol während der Schwangerschaft oder der Stillzeit

Ständig warnen Mediziner und Wissenschaftler vor den Gefahren von Alkoholkonsum während der Schwangerschaft oder nach der Geburt. Das Gesundheitsministerium hat jetzt eine Kampagne gestartet.

(pm) - Ständig warnen Mediziner und Wissenschaftler vor den Gefahren von Alkoholkonsum während der Schwangerschaft oder nach der Geburt. Der Genuss kann zu fetalen Alkoholspektrumstörungen (FASD) mit körperlichen Missbildungen, Gehirnschäden oder geistigen Behinderungen führen.

Über die Nabelschnur oder die Muttermilch trinkt das Kind mit. So baut ein Kind im Mutterleib den Alkohol bis zu zehnmal langsamer ab als die Mutter.

Um werdende oder stillende Mütter über diese Gefahren zu informieren, stellte Gesundheitsminister Mars di Bartolomeo am Donnerstag die Kampagne „Null Prozent während der Schwangerschaft oder der Stillzeit“ vor.

Gefahr auch in den ersten Monaten

Alkohol ist ein Zeitgift, das die heranwachsenden Organe, das Gehirn und/oder die Nerven schädigen kann. Der Konsum kann während der ganzen Schwangerschaft zu Schäden führen - auch in den ersten Monaten, wenn sich viele Frauen ihrer Schwangerschaft noch gar nicht bewusst sind.

In Luxemburg werden jährlich etwa dreißig Kinder mit FASD geboren. Weniger als zehn Prozent dieser Menschen können später selbständig leben.

Kinder, welche mit einem fetalen Alkoholeffekt (FAE) geboren werden, sind nicht sofort erkennbar. Hierzulande gibt es etwa 60 dieser Geburten im Jahr. Gehirnschädigungen und geistige Defizite machen sich erst später erkennbar.

Beide Syndrome - FASD und FAE - könnten demnach zu schwerwiegenden sozialen und/oder intellektuellen Auswirkungen im  Umgang mit der Gesellschaft und zu einer radikalen Ausgrenzung führen.

Hunderprozentiger Verzicht

Die Betreuung z.B. von FASD-Betroffenen wirkt sich erheblich auf die Sozialkosten aus. Demnach sei FASD nur durch einen hundertprozentigen Verzicht auf Alkohol während der Schwangerschaft und der Stillzeit vermeidbar, so Simone Steil von der "Médicine préventive".

Karoline Noworyto vom Gesundheitsministerium betonte, dass 46 Prozent schwangerer Frauen im Jahr 2012 angegeben hatten, sich mit ihrem Arzt über „Alkohol in der Schwangerschaft“ beraten zu haben. 61 Prozent gaben an, vor der Schwangerschaft gelegentlich oder regelmäßig Alkohol getrunken zu haben, sechzehn Prozent auch während der Schwangerschaft.

Demnach werde Alkoholkonsum immer noch verharmlost oder durch unklare und falsche Vorstellungen banalisiert.