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Novembermorde: Lebenslänglich für Lee K. gefordert
Lokales 2 Min. 20.11.2019

Novembermorde: Lebenslänglich für Lee K. gefordert

Novembermorde: Lebenslänglich für Lee K. gefordert

Foto: LW-Archiv
Lokales 2 Min. 20.11.2019

Novembermorde: Lebenslänglich für Lee K. gefordert

Im Prozess um die zwei Morde in Leudelingen und Strassen im November 2016 hat die Staatsanwaltschaft am späten Mittwochnachmittag hohe Strafen für beide Angeklagten beantragt.

(SH) - „Zwei Menschen wurden auf eine brutale und unnütze Art und Weise umgebracht. Die beiden Angeklagten haben für sie die Todesstrafe gefragt – und sie auch ausgeführt. Es liegt nun an der Kriminalkammer, die Geschichten von Florentina E. und Emeka O. unsterblich zu machen und das Urteil zu sprechen, das angebracht ist.“ Der Vertreter der Staatsanwaltschaft fand zum Abschluss des Prozesses um die beiden Morde im November 2016 klare Worte.

Die Todesstrafe könne, dürfe und solle nicht mehr gesprochen werden. Er forderte daher lebenslange Haft gegen Lee K. sowie eine 22-jährige Freiheitsstrafe gegen Alden S.

Einer schießt, einer fährt

Für den Vertreter der Staatsanwaltschaft gibt es keinen Zweifel daran, dass Lee K. in beiden Fällen den tödlichen Kopfschuss abgegeben hat. Die Taten seien eiskalt durchgeführt worden, deshalb spreche er sich auch gegen jeglichen Aufschub der Strafe aus.

Alden S., der nur für das erste Verbrechen angeklagt ist, habe wohl nicht abgedrückt, er sei dennoch impliziert gewesen. „Ohne ihn wäre die Tat nicht möglich gewesen“, so der Ankläger. So soll die Waffe für diese Tat vorbereitet gewesen sein, bevor Emeka O. in Lamadelaine in den Wagen stieg, in dem er nur kurze Zeit später sterben sollte.

Traurig zeigte sich der Vertreter der Staatsanwaltschaft unterdessen darüber, dass im Laufe des Verfahrens niemand die Opfer verteidigt hatte. Beide Personen seien nicht zufällig gewählt worden. Vielmehr seien sowohl der nigerianische Drogendealer als auch die rumänische Prostituierte, die weit entfernt von ihren Angehörigen leben, ideale Opfer gewesen.

Diebstahl als Ziel, Mord als Mittel

Es sei auch traurig zu sehen, wie tief man fallen könne, so der Ankläger weiter. In diesem Fall seien für insgesamt 57 Euro zwei Menschenleben beendet worden. Dass insbesondere Lee K. Geldsorgen hatte, stand nie zur Diskussion.


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Der Vertreter der Staatsanwaltschaft ließ denn auch keine Zweifel an dem Tatmotiv aufkommen. So sollen beide Opfer erschossen worden sein, um Diebstähle – von Geld beziehungsweise Drogen – zu erleichtern.

Es sei ein Fakt, dass in beiden Fällen Gegenstände entwendet wurden. Diese Diebstähle seien das Ziel gewesen. Der Mord hingegen das Mittel zum Zweck. Dass keine Tötungsabsicht vorliege, wollte der Ankläger nicht gelten lassen. Wenn man jemandem mit einer Neun-Millimeter-Munition aus nächster Nähe in den Kopf schieße, tue man dies mit dem Ziel, jemanden umzubringen.  


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Das Urteil der Kriminalkammer ergeht am 8. Januar.



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