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Novembermorde: Kompromittierende Nachrichten
Lokales 2 Min. 17.10.2019

Novembermorde: Kompromittierende Nachrichten

Der Leichnam von Florentina E. wurde in der Nacht zum 14. November 2016 am Waldparkplatz Fräiheetsbam in Strassen entdeckt.

Novembermorde: Kompromittierende Nachrichten

Der Leichnam von Florentina E. wurde in der Nacht zum 14. November 2016 am Waldparkplatz Fräiheetsbam in Strassen entdeckt.
Foto: Steve Remesch/LW-Archiv
Lokales 2 Min. 17.10.2019

Novembermorde: Kompromittierende Nachrichten

Ein Foto und Textnachrichten werfen ein schlechtes Bild auf einen der Angeklagten im Prozess um die Novembermorde von 2016.

(SH) - Hätten sich die Bekannten von Lee K. gleich bei der Polizei gemeldet, nachdem dieser ihnen ein Foto einer mit Blut verschmierten Hose und einer Waffe zukommen gelassen hatte, hätte der Tod von Florentina E. am 13. November 2016 vielleicht verhindert werden können. Diese These äußerte zumindest der leitende Ermittler der Kriminalpolizei am siebten Verhandlungstag um die beiden Morde von November 2016. Er betonte allerdings, dass dies nur dann gelte, wenn man voraussetzt, dass Lee K. tatsächlich jene Person war, die den tödlichen Schuss auf Emeka O. am 9. November 2016 abgegeben hatte.

Verdächtig ist dem Ermittler zufolge eine weitere Nachricht, die auf dem Telefon von Lee K. gefunden worden war. „Hast du Lust, jemanden umbringen zu gehen?“, steht in dieser Nachricht, die nur Stunden vor dem ersten Verbrechen verfasst worden war. An wen sie gerichtet war, konnten die Ermittler bisher nicht feststellen. Alden S., der zweite Angeklagte, hatte Lee K. nur wenige Minuten später zum wiederholten Mal an diesem Tag angerufen. Vor Gericht stritt er am Donnerstag aber ab, der Empfänger gewesen zu sein. Und auch der Ermittler erklärte, dass in den Telefondaten von Alden S. keine Spur dieses Textes gefunden worden war.

Bitten um ein Treffen

Etwas mehr Klarheit herrscht unterdessen über das besagte Foto. Dieses soll Lee K. zwei Tage nach dem Mord von Emeka O. einem Bekannten zukommen gelassen haben mit dem Kommentar: „Meine Hose, meine Waffe, aber nicht mein Blut.“

Zudem soll er gegenüber mehreren Personen betont haben, dass er tief im Schlamassel stecke. „Ich habe etwas Schlimmes getan“, schrieb er einer Kontaktperson. Jenem Bekannten, dem er auch das Bild von der blutigen Hose und der Waffe zukommen ließ, soll er unterdessen gesagt haben: „Es ist brutal schlimm“ und ihn dann um ein Treffen am darauffolgenden Tag gebeten haben, bei dem dieser sich auch seinen Wagen ansehen könne.

In diesem Fahrzeug, einem Mercedes A 170 soll der nigerianische Drogendealer Emeka O. am 9. November 2016 erschossen worden sein. Lee K. und Alden S. müssen sich seit Anfang der vergangenen Woche wegen dieser Tat vor der Kriminalkammer des Bezirksgerichtes Luxemburg verantworten. Bisher wiesen sich die Angeklagten gegenseitig die Schuld zu. So gaben beide an, in dem Wagen gewesen zu sein, allerdings als Fahrer. Das Opfer soll den bisherigen Erkenntnissen nach aber von der Rückbank aus erschossen worden sein.


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Lee K. muss sich zudem für den Tod der rumänischen Prostituierten nur vier Tage nach der ersten Tat verantworten. Er hatte bisher Alden S. auch für dieses Verbrechen die Schuld zugeschoben. Er habe diesem nämlich an besagtem Abend seinen Wagen geliehen. Der Ermittler hatte am Mittwoch jedoch erklärt, dass dies nicht mit der Auswertung der Handydaten und den Zeugenberichten übereinstimme.

Immer wieder Geldprobleme

Fragen wirft auch weiterhin das Tatmotiv auf. Gewusst ist, dass beide Angeklagte Drogen konsumierten – ebenso wie viele der Kontaktpersonen der beiden Beschuldigten.


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Immer wieder soll zudem von Geldproblemen die Rede gewesen sein. So auch in einer Nachricht, die Lee K. am Abend des Mordes an Florentina E. an seine Freundin schickte. In dieser betonte er, am darauffolgenden Tag wieder Geld zu haben. Dies lasse dem Ermittler zufolge darauf schließen, dass es um Geld ging.

Der Prozess wird am Freitagvormittag fortgesetzt. Dann soll auch Lee K. der Verhandlung wieder beisitzen. Aufgrund eines medizinischen Vorfalls konnte der 36-Jährige, der sich in Untersuchungshaft befindet, am Donnerstag dem Prozess nicht beiwohnen. 

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