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Novembermorde: Angeklagter beteuert seine Unschuld
Lokales 2 Min. 06.11.2019

Novembermorde: Angeklagter beteuert seine Unschuld

Am 14. November 2016 wurde beim Fräiheetsbam in Strassen die Leiche von Florentina E. gefunden. Sie war in der Nacht zuvor mit einem Kopfschuss getötet worden.

Novembermorde: Angeklagter beteuert seine Unschuld

Am 14. November 2016 wurde beim Fräiheetsbam in Strassen die Leiche von Florentina E. gefunden. Sie war in der Nacht zuvor mit einem Kopfschuss getötet worden.
Foto: Lex Kleren
Lokales 2 Min. 06.11.2019

Novembermorde: Angeklagter beteuert seine Unschuld

Er habe nicht geschossen und habe auch nicht gewusst, dass das passieren würde: Alden S. beteuerte am 13. Verhandlungstag im Prozess um die Novembermorde von 2016 seine Unschuld.

(SH) - „Ich habe einen Fehler begangen, nämlich jenen, dass ich nicht gleich zur Polizei gegangen bin“, erklärte Alden S. am Mittwoch im Prozess um die beiden Morde von November 2016. „Ich habe weder gestohlen, noch geschossen und wusste auch nicht, dass das passieren würde.“ Alden S., der sich zusammen mit Lee K. wegen des Mordes am nigerianischen Drogendealer Emeka O. vor Gericht verantworten muss, minimierte am 13. Verhandlungstag des Prozesses seine Rolle.

Seinen eigenen Aussagen zufolge habe er am Steuer gesessen, als Emeka O. am späten Abend des 9. November 2016 in Lamadelaine in die A-Klasse von Lee K. gestiegen sei. In der Nähe von Rodange habe er dann einen lauten Knall vernommen. Emeka O. sei daraufhin in sich zusammengesackt. „Er war voll Blut“, so Alden S.

Mehrmals betonte er, nicht gehört zu haben, dass die Waffe zuvor im Wagen geladen worden sei. Dies ist insofern von Bedeutung, dass eine bereits im Vorfeld geladene Waffe als Zeichen einer geplanten Tat gewertet werden kann – und somit eine weitaus härtere Strafe mit sich zieht.

Hatte Alden S. bei der Polizei noch angegeben, dass alle Waffen ungeladen waren, als er in den Wagen stieg, so konnte er am Mittwoch dies betreffend keine genauen Angaben machen. Er gab allerdings an, dass er und Lee K. auf dem Weg vom hauptstädtischen Bahnhofsviertel nach Lamadelaine zwei Mal getrennt gewesen seien – einmal an einer Tankstelle und einmal am Bahnhof selbst.

Arbeitgeber, nicht Freund

Nach dem Tod des Drogendealers habe Lee K. Alden S. genaue Anweisungen gegeben, wohin er fahren solle. Dabei soll Lee K. ihm gedroht haben, dass es ihm genauso ergehe wie Emeka O., falls er nicht fahre. Als sie schlussendlich bei Lee K. zu Hause angekommen seien, habe dieser die Waffe geputzt, später den Wagen. Er selbst habe nach Hause gewollt, Lee K. habe ihn zunächst aber nicht dorthin fahren wollen.


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Aus Angst vor Lee K. – und dessen Drohungen – sei Alden S. nicht zur Polizei gegangen. Der Angeklagte gab auch zu, bei der Polizei nicht die ganze Wahrheit gesagt zu haben. Auch dies aus Angst.

Weiter erklärte Alden S., dass Lee K. für ihn kein Freund gewesen sei, sondern sein Arbeitgeber. Er habe immer wieder Aufträge für die Sicherheitsfirma übernommen. Nachdem er bei der Polizei und vor dem Untersuchungsrichter keine wirklichen Erklärungen hatte geben können für jene 17 Telefonkontakte, zu denen es am 9. November 2016 zwischen ihm und Lee K. gekommen war, meinte er am Mittwoch, Lee K. kontaktiert zu haben, um einem Bekannten eine Arbeit zu vermitteln. Die vorsitzende Richterin äußerte an diesen Erklärungen Zweifel.


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Jener Mann, der am Vortag von einer Zeugin ins Spiel gebracht worden war, stritt unterdessen ab, etwas von den beiden Morden von November 2016 gewusst zu haben. Zudem habe er der Zeugin, entgegen deren Aussagen vom Vortag, keine Nachrichten geschickt und sie auch nicht bedroht. Er gab allerdings zu, 2018 ein paar Monate gemeinsam mit Lee K. in Untersuchungshaft verbracht zu haben. „Er hat mir immer gesagt, sie seien zu zweit gewesen. Und er habe nicht geschossen“, so der Zeuge.

Der Prozess wird am Donnerstagnachmittag fortgesetzt. Dann soll Lee K. aussagen. Er muss sich neben dem Mord an Emeka O. auch für jenen vier Tage später an Florentina E. verantworten.

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