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Notfall zu später Stunde
Lokales 2 Min. 08.02.2019

Notfall zu später Stunde

Seitdem die Notaufnahme in Niederkorn zwischen 21 und 7 Uhr 
geschlossen bleibt, können Patienten in der Südregion bei einem nächtlichen Notfall nur noch die Urgence in Esch aufsuchen.

Notfall zu später Stunde

Seitdem die Notaufnahme in Niederkorn zwischen 21 und 7 Uhr 
geschlossen bleibt, können Patienten in der Südregion bei einem nächtlichen Notfall nur noch die Urgence in Esch aufsuchen.
Foto: Lex Kleren
Lokales 2 Min. 08.02.2019

Notfall zu später Stunde

Sandra SCHMIT
Sandra SCHMIT
Statt an verschiedenen Standorten das Gleiche anzubieten, soll gemäß Krankenhausgesetz jede Klinik zu später Stunde ihre Kräfte an einem einzigen Ort bündeln. Aus diesem Grund findet nachts nur noch in vier Kliniken ein Urgence-Dienst statt.

Zwischen 40 und 90 Minuten müssen Patienten in Luxemburg bis zur Behandlung warten, wenn sie in die Notaufnahme eines Krankenhauses kommen – das geht aus einer Antwort von Gesundheitsminister Etienne Schneider auf eine parlamentarische Anfrage der Abgeordneten Gast Gibéryen (ADR) und Marc Goergen (Piraten) hervor.


CHEM - Centre Hospitalier Emil Mayrisch - Hôpital Princesse Marie-Astrid - Niederkorn -  - 08/01/2019 - photo: claude piscitelli
Notaufnahme in Niederkorn nachts geschlossen
Seit dem 1. Januar ist die Unfallstation in Niederkorn zwischen 21 und 7 Uhr geschlossen. Tagsüber bleibt der Notdienst aber in Niederkorn bestehen. Vorerst jedenfalls.

Anlass für die Anfrage war die Schließung des Notdienstes des Centre Hospitalier Emile Mayrisch (CHEM) in Niederkorn während der Nachtstunden – also zwischen 21 und 7 Uhr. Seit dem 1. Januar diesen Jahres werden Notfallpatienten dort nur noch tagsüber behandelt. Die Abgeordneten befürchten dadurch unter anderem eine Verschlechterung der Lebensqualität der Bewohner der Südregion und fragen nach den Gründen für die Schließung.

Verbesserter Service

Laut Minister Etienne Schneider hängt die Schließung mit dem neuen Krankengesetz zusammen – denn das im vergangenen März in Kraft getretene Gesetz will eine Bündelung der Ressourcen in Spitälern garantieren. Dadurch soll den Patienten ein guter Service geboten werden. Um das zu erreichen, müssen, laut Schneider, in den Notaufnahmen einige Voraussetzungen erfüllt sein: Ausreichend Personal und alle zur Behandlung eines Notfalls benötigten Geräte müssen vorhanden sein.

Deshalb hält der neue Gesetzestext fest, dass zwar jedes Krankenhaus über maximal drei Standorte verfügen darf, allerdings nur an einem davon auch der Notdienst während der Nacht garantiert wird. Statt an verschiedenen Standorten das Gleiche anzubieten, bündelt nun jedes Krankenhaus zu später Stunde seine Kräfte an einem einzigen Ort. Für das CHEM ist das nun Esch/Alzette. Andere Notaufnahmen im Großherzogtum gibt es noch im Centre Hospitalier de Luxembourg (CHL) und im Hôpital Kirchberg in Luxemburg-Stadt sowie im Centre Hospitalier du Nord (CHdN) in Ettelbrück für den Norden des Landes.

In diese Krankenhäuser werden beispielsweise Patienten mit einem Herzstillstand oder einem Schlaganfall gebracht. Tagsüber – also zwischen 7 und 21 Uhr – werden Notfallpatienten weiterhin auch ohne Anmeldung in der Zitha-Klinik in Luxemburg-Stadt, in Düdelingen, in Wiltz und eben in Niederkorn behandelt. „Die Versorgung der Patienten während des Tages ist immer noch die gleiche wie im Jahr 2018 und davor“, so Gesundheitsminister Etienne Schneider.

Nur wenige Patienten

Während der Nacht hätte es in diesen Notaufnahmen ohnehin nicht viele Patienten gegeben. So wurden im vergangenen Jahr laut Etienne Schneider lediglich 77 Patienten während der Nacht mit einem Krankenwagen in die Notaufnahme nach Niederkorn gebracht.


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