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Nordstad: Absage an Tram-Träume
Lokales 2 Min. 31.12.2020 Aus unserem online-Archiv

Nordstad: Absage an Tram-Träume

Mit rund 24.000 Einwohnern verfügt der Ballungsraum Nordstad laut François Bausch nicht über das Potenzial für die Kapazitäten einer Tram.

Nordstad: Absage an Tram-Träume

Mit rund 24.000 Einwohnern verfügt der Ballungsraum Nordstad laut François Bausch nicht über das Potenzial für die Kapazitäten einer Tram.
Foto: Nico Muller
Lokales 2 Min. 31.12.2020 Aus unserem online-Archiv

Nordstad: Absage an Tram-Träume

John LAMBERTY
John LAMBERTY
Eine Tram für die Nordstad? Dieser Gedanke ist nicht neu. Für Mobilitätsminister François Bausch wird er auf absehbare Zeit aber auch nur ein solcher bleiben.

In der Hauptstadt verkehrt sie schon, in Esch/Alzette und Umgebung regt sich bereits die Vorfreude, doch in der Nordstad wird sie bei ihren Befürwortern wohl noch auf lange Sicht nicht mehr als ein Traum bleiben: In seiner Antwort auf eine parlamentarische Anfrage des Nord-Abgeordneten André Bauler (DP) erteilt Mobilitätsminister François Bausch (Déi Gréng) den Gedanken über eine mögliche Tram für die Nordstad dieser Tage eine klare Absage.


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„Kein ausreichendes Potenzial“

Angesichts einer Gesamtbevölkerung von rund 24.000 Einwohnern verfüge der Ballungsraum im Norden bei weitem nicht über das Kundenpotenzial, um die Kapazitäten einer Tram zu rechtfertigen, wie Bausch frei heraus erklärt. Zudem seien die urbanen Zentren der Nordstad dank der Bahnstrecke Ettelbrück-Diekirch bestens untereinander, und auch mit den übrigen Entwicklungspolen des Landes, vernetzt.

Der mögliche Einsatz einer Tram in der Nordstad wurde schon vor vielen Jahren immer mal wieder in Mobilitätsstudien und politischen Debatten erwogen. Konkret wurde die Idee aber nie.
Der mögliche Einsatz einer Tram in der Nordstad wurde schon vor vielen Jahren immer mal wieder in Mobilitätsstudien und politischen Debatten erwogen. Konkret wurde die Idee aber nie.
Foto: Nico Muller/LW-Archiv

Im Gegenzug verweist Bausch auf den nationalen Mobilitätsplan 2035, der Ende kommenden Jahres vorgestellt werden soll, und der auch für die Nordstad ein zeitgemäßes multimodales Verkehrskonzept bereithalte.

Der Plan ziele zwar darauf ab, landesweit möglichst attraktive öffentliche Verkehrsverbindungen zu den wichtigsten Anzugspunkten zu schaffen. Dies allerdings, indem man sich unter Berücksichtigung der Region und ihres Bedarfs um eine angemessene Verkehrsmittelkombination bemüht, nicht aber, indem man alle Landesteile mit einem bestimmten Transportmittel auszustatten suche, so Bausch.


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Früher längst schon weiter

Dabei waren die Debatten um die mögliche Einführung einer Trambahn in der Nordstad vor langer Zeit schon mal deutlich weiter gediehen. So hatte 2006 ausgerechnet eine Studie des Transportministeriums erwogen, dass eine Tram in der Nordstad die eher schlecht ausgelastete Zuglinie zwischen Ettelbrück und Diekirch langfristig ersetzen könnte.

Ein Gedanke, der vom damaligen Ressortminister Lucien Lux (LSAP) denn auch durchaus propagiert wurde, ehe die Diskussion nach heftigem Gegenwind aus den Reihen der Eisenbahngewerkschaften und anderer Interessenverbände sowie mit der von diesen angestoßenen Idee eines schienengebundenen Tram-Train-Modells von Bissen bis nach Gilsdorf in andere Bahnen und letztlich auf die lange Bank geschoben wurde, wo sie alsdann allmählich versickerte. Die Verbesserung des Zug- und Busangebots innerhalb der Nordstad wurde in der Folge zum Gebot der Stunde.

2014 brachte der frisch gebackene Infrastrukturminister François Bausch den möglichen Einsatz von Hochkapazitätsbussen in der Nordstad - nach dem Vorbild des Metzes Mettis - ins Spiel. Auch um diesen ist es aber mittlerweile merklich still geworden.
2014 brachte der frisch gebackene Infrastrukturminister François Bausch den möglichen Einsatz von Hochkapazitätsbussen in der Nordstad - nach dem Vorbild des Metzes Mettis - ins Spiel. Auch um diesen ist es aber mittlerweile merklich still geworden.
Foto: Maurice Fick

Tram, Tram-Train, Mettis ...

2014 liebäugelte der frisch gebackene Infrastrukturminister François Bausch alsdann mit dem Einsatz von Hochkapazitätsbussen (Bus à haut niveau de service) in der Nordstad, gemäß dem Vorbild des Metzer „Mettis“. Auch um diesen wurde es in der Folge allerdings merklich still. Dafür laufen die Bemühungen zur Attraktivitätssteigerung des öffentlichen Transports aber mittlerweile auf Hochtouren.


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