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Nisthilfen für den Weißstorch
Lokales 2 Min. 26.02.2019

Nisthilfen für den Weißstorch

Nisthilfen für den Weißstorch

Foto: Raymond Schmit
Lokales 2 Min. 26.02.2019

Nisthilfen für den Weißstorch

Seit sechs Jahren gehört der Weißstorch wieder zu den Brutvögeln in Luxemburg. Nisthilfen sollen dazu beitragen, dass er bleibt. Bei diesem Projekt arbeiten staatlicher und privater Naturschutz Hand in Hand.

VON RAYMOND SCHMIT

Die abgestorbene Pappel, auf der der Storch seit sechs Jahren zwischen Schifflingen und Noertzingen brütet, ist morsch und droht, zur Gefahr zu werden. Jetzt soll der markante Vogel mit den Stelzenbeinen, der die beeindruckende Flügelspannweite von bis zu zwei Metern erreicht und gerne mit Kinderwünschen in Verbindung gebracht wird, zum Umzug bewegt werden. Künstliche Nistplattformen sollen ihm diesen Schritt erleichtern.

Es ist eine gemeinsame Aktion der Sek-tion Bettemburg-Monnerich-Roeserbann von Natur an Ëmwelt und der Natur- und Forstverwaltung. Ob der Storch die Alternative zu seinem Stammsitz annehmen wird, bleibt abzuwarten. Im Ausland hat man mit dem Anbieten von künstlichen Nisthilfen auf jeden Fall positive Erfahrungen gesammelt.

Vier Plattformen

Eine der Nistplattformen wurde in unmittelbarer Nähe des bisherigen Horstes aufgestellt. Zwei weitere sollen dem Vogel eine Niederlassung bei der renaturierten Alzette bei Schifflingen und in der Nähe des Naturschutzgebietes Stréissel bei Bettemburg schmackhaft machen. Eine vierte Plattform soll im Roeserbann entstehen, und das in Zusammenarbeit zwischen Förster Georges D’Orazio und den privaten Naturschützern.

Dort hatten die Vogelschützer eigentlich eine mögliche Rückkehr des Weißstorches erwartet. Doch dann zog er es vor, sich einige Kilometer westlich vom Roeserbann niederzulassen. Die Herstellung und Montage der neuen Plattformen wurde bei lokalen Firmen in Auftrag gegeben.

Dank einer Hebebühne der Gemeinde Schifflingen werden die Nisthilfen mit Mulch ausgekleidet.
Dank einer Hebebühne der Gemeinde Schifflingen werden die Nisthilfen mit Mulch ausgekleidet.
Foto: Raymond Schmit

Die Nisthilfen haben einen Durchmesser von 1,20 Metern. Sie stehen auf Masten mit einer Höhe von sieben Metern. Zur Schaffung einer nistgerechten Unterlage wurden sie mit Reisig und Mulch ausgekleidet.

An der Aktion waren neben den behördlichen Vertretern auch die Mitglieder der Sektion Bettemburg-Monnerich-Roeserbann von Natur an Ëmwelt beteiligt. Zum Auskleiden der Horste mit Mulch stellte die Gemeinde Schifflingen eine Hebebühne kostenlos zur Verfügung.

Rückkehr vor sechs Jahren

Die Rückkehr des Weißstorchs als Brutvogel nach Luxemburg war 2013 die ornithologische Sensation des Jahres schlechthin. Vorher hatte er zum letzten Mal vor 150 Jahren im Großherzogtum gebrütet. Seit sechs Jahren zieht regelmäßig ein Paar seine Jungen zwischen Schifflingen und Noertzingen groß. Nur 2016 wurde die nasskalte Witterung dem Nachwuchs zum Verhängnis.

Ein zweites Weißstorchpaar hatte sich in der Nähe von Bettemburg niedergelassen. Aus nicht bekannten Gründen war die Brut allerdings erfolglos geblieben. Die Tatsache, dass der Weißstorch wieder in der Liste der Brutvögel aufgeführt werden kann, wird von Naturschützern vor allem mit der Renaturierung des Oberlaufs der Alzette in Verbindung gebracht. Diese Maßnahmen haben nicht nur zur Förderung der Artenvielfalt beigetragen, sondern sorgen auch für ein ausreichendes Nahrungsangebot für den markanten Vogel.

Der Storch ist übrigens schon aus seinem Überwinterungsgebiet in Afrika zurück. Am 10. Februar wurde er zwischen Schifflingen und Noertzingen gesehen. Normalerweise treten Weißstörche den Flug in ihre Brutgebiete in Richtung Norden im März an. Dass er früher angekommen ist, ist aber nicht außergewöhnlich. 2018 wurde er schon Mitte Januar beobachtet. Neben dem Storchenmann ist inzwischen auch ein Weibchen am Brutplatz eingetroffen. Es sind nicht dieselben Vögel wie im vergangenen Jahr. Beide tragen keinen Ring und sind damit von Ornithologen nicht zu identifizieren.