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Niederlage für Bürgerinitiative im Escher Neudorf
Die Plattform für das Flüchtlingsheim steht bereits am Quai Neudorf.

Niederlage für Bürgerinitiative im Escher Neudorf

Foto: Nicolas Anen
Die Plattform für das Flüchtlingsheim steht bereits am Quai Neudorf.
Lokales 22.08.2018

Niederlage für Bürgerinitiative im Escher Neudorf

Nicolas ANEN
Nicolas ANEN
Eine Bürgerinitiative im Escher Viertel Neudorf wehrt sich gegen den Bau der dort geplanten Flüchtlingsunterkunft. Vor dem Verwaltungsgericht verlor sie aber in erster Instanz.

Die Bürgerinitiative aus dem Escher Viertel Neudorf hat eine Niederlage einstecken müssen. Sie wehrt sich gegen die Pläne, dass am Quai Neudorf eine Flüchtlingsunterkunft für 150 Personen errichtet werden soll.

Um das Projekt zu stoppen, hatte sie einen Rekurs vor dem Verwaltungsgericht eingereicht. Dieser wurde aber abgewiesen, wie im Urteil, das am 10. August veröffentlicht wurde, nachzulesen ist.

Die Bürgerinitiative hatte unter anderem argumentiert, dass den Häusern im Viertel ein Wertverlust drohe, aber auch, dass die Lebensqualität sinken werde. So wurden unter anderem angeprangert, dass Lastwagen in Zukunft das Heim zweimal täglich beliefern müssten, was den Verkehr erhöhen würde.

Nimby-Effekt

Die Stadt Esch/Alzette stellte ihrerseits die Repräsentativität der Bürgerinitiative in Frage. Diese würde in etwa 100 Mitglieder zählen derweil 700 Einwohner vom Teilbebauungsplan betroffen wären und etwa 1 600 Personen im gesamten Viertel leben. So prangerte die Stadt in ihrer Verteidigung den sogenannten Nimby-Effekt („not in my backyard“) an.

Auch unterstrich die Stadt, dass die Bewohner des Heims normale Menschen sein werden, deren Leben aber nicht mehr normal sei. Es handle sich nicht um Kriminelle, weshalb sie auch nicht wie solche behandelt werden sollen.

Berufung möglich

Mit diesem Urteil des Verwaltungsgerichts ist die Angelegenheit aber noch nicht ganz vorüber. Denn die Bürgerinitiative kann gegen diese Entscheidung in Berufung gehen. Ob sie das tun wird ist derzeit noch nicht gewusst.

Das Gericht entschied aber noch, dass in diesem Fall, die Berufung keine aufschiebende Wirkung haben werde. Somit ist ein Fortgang der Arbeiten nicht infrage gestellt.

Eröffnung für 2019 angepeilt


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Im Escher Viertel Neudorf herrscht eine gewisse Unsicherheit. Gerüchte rund um das geplante Flüchtlingsheim machen die Runde. Es fehlt an Informationen, kritisiert der Präsident des lokalen Interessenvereins.

Vor Ort ist die Plattform gebaut worden, auf dem das Heim errichtet wird. Wie bereits im LW vom 20. Juli berichtet, rechnet das Nachhaltigkeitsministerium damit, dass der Bau im Januar 2019 fertig errichtet ist.

Damals hatte auch der Präsident des Interessenvereins, André Even, Stellung bezogen. Der Verein ist nicht gegen die Struktur. Aber er fordert einen besseren Informationsfluss.

So ging im Viertel das Gerücht um, dass anders als ausgemacht, nicht nur Familien dort untergebracht würden. Das dementierte das OLAI (Office luxembourgeois de l'accueil et de l'intégration) aber damals auf LW-Nachfrage.


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