Niederkorn

Wenn öffentlicher Raum zum Streitthema wird

Im neuen Park gibt es künftig mehrere Spielinseln, die verschiedenen Altersklassen angepasst sind. Dass ein Drittel des Geländes bebaut wird, sorgte lange für Unmut in Niederkorn.
Im neuen Park gibt es künftig mehrere Spielinseln, die verschiedenen Altersklassen angepasst sind. Dass ein Drittel des Geländes bebaut wird, sorgte lange für Unmut in Niederkorn.
Foto: Luc Ewen

(L.E.) - Nicht jedem Anwohner gefiel die Meldung, die Stadt Differdingen habe Teile der 1,7 Hektar großen Grünfläche neben dem „Foyer du Jour Kornascht“ im „Péitenger Wee“ an einen privaten Bauherrn abgegeben. Es gab gar handfeste Beschwerden. Immerhin plant der besagte Bauherr hier den Bau zweier größerer Mehrfamilienhäuser.

„Eigentlich handelt es sich um einen Tausch“, erklärt Ressortschöffe Tom Ulveling. „Die Idee war es, die Niederkorner Schulgebäude zu zentralisieren.“ Man habe vermeiden wollen, dass mehrere Kinder aus einer Familie an unterschiedlichen Standorten unterrichtet werden. „Dies erlaubt auch Synergieeffekte, zum Beispiel durch eine zentralisierte Sportinfrastruktur“, so Ulveling.

Anrainer mit ins Boot genommen

Um dies umzusetzen, habe es der Stadt aber an Bauland in direkter Nähe der Schule gefehlt, sodass sich der Geländetausch mit der Firma Tracol angeboten habe. Auch wenn das Thema von der politischen Opposition aufgegriffen worden war, so hätten sich die Wogen mittlerweile doch etwas geglättet, meint der CSV-Schöffe.

Man habe versucht, die kritischen Anrainer doch noch mit ins Boot zu holen. Schließlich werde nur ein Drittel des 1,7 Hektar großen Geländes für das private Wohnungsbauvorhaben genutzt und nicht zwei Drittel, wie es in Vorwahlzeiten von manchem Oppositionspolitiker verbreitet worden sei.

Foto: Luc Ewen

„Die Stadtdienste haben Vorschläge der Kinder des Viertels in die Neugestaltung mit einfließen lassen,“ so Ulveling. Das private Bauvorhaben entsteht direkt am „Péitenger Wee“. Dort, wo derzeit zwei Fußballtore stehen. Dahinter wurden nun zwei Multisportanlagen fertiggestellt. Eine ist auf Fußball ausgelegt und verfügt über ein „Dach“ aus einem Fangnetz. Die andere besteht aus einem Basketballfeld.

Hinter dem „Foyer Kornascht“ sind zwei Abenteuerspielplätze, einer für Kinder bis acht Jahre und einer bis 14 Jahre entstanden. „Wir haben vor zwei Jahren damit begonnen, unsere neuen Spielplätze nach einem Motto einzurichten.“ So entstand bereits in Niederkorn ein „Asterix“-Spielplatz. Diesmal geht es um „Bergbau“. Es gibt Rutschen die an einen Tunnel erinnern, Bagger und Sandlastzüge, die von den Kindern bedient werden können. Demnächst werden noch Tischtennistische aufgestellt. Insgesamt werden 400 000 Euro investiert.

Angst vor Vandalismus

Die Kritik der Opposition, vor allem von Seiten der DP, bereitet Ulveling jedoch weniger Kopfzerbrechen als ein anderes Problem. „Die DP hatte Jahre Zeit hier einen Park einzurichten und hat es versäumt,“ stichelt er. Nun entstünde endlich etwas, das den Anwohnern zugute komme. Das wiederum locke aber auch Vandalismus an.

So haben Unbekannte vor Kurzem versucht, ein Holzgerüst auf einem anderen Spielplatz in Brand zu setzen; die öffentliche Bibliothek im Park Dune wurde in diesem Jahr bereits drei Mal verwüstet. Ulveling hofft, dass solche Vorfälle sich nicht wiederholen. „Der nächste Schöffenrat wird sich auf jeden Fall damit beschäftigen müssen,“ so Ulveling.

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