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Niederkerschen: Baubeginn der Umgehungsstraße für Herbst 2021 geplant
Lokales 3 Min. 09.06.2020

Niederkerschen: Baubeginn der Umgehungsstraße für Herbst 2021 geplant

Die neue Umgehungsstraße wird an die A13 angebunden werden (unten rechts auf dem Bild). Sie wird zum Teil aber auch durch den Wald führen.

Niederkerschen: Baubeginn der Umgehungsstraße für Herbst 2021 geplant

Die neue Umgehungsstraße wird an die A13 angebunden werden (unten rechts auf dem Bild). Sie wird zum Teil aber auch durch den Wald führen.
Grafik: Mobilitätsministerium
Lokales 3 Min. 09.06.2020

Niederkerschen: Baubeginn der Umgehungsstraße für Herbst 2021 geplant

Nicolas ANEN
Nicolas ANEN
Frühestens im Herbst 2021 soll der Bau des Contournement von Niederkerschen beginnen. Eröffnen dürfte er nicht vor 2026.

Frühestens im Herbst 2021 dürfte der Bau der Umgehungsstraße von Niederkerschen beginnen. Die Bauzeit wird auf fünf Jahre geschätzt. 

Dies antwortet Mobilitätsminister François Bausch (Déi Gréng) auf eine parlamentarische Frage des LSAP-Abgeordneten und Käerjenger Ratsmitglieds Yves Cruchten. Anders ausgedrückt, die Straße dürfte frühestens 2026 eröffnen. 

Es sei aber schwer, ein genaues Datum mitzuteilen, ist in der Antwort weiter zu lesen. Dies weil noch so manche Studie getätigt und viele Genehmigungen beantragt werden müssen. 

Die geplante Umgehungsstraße wird entlang der bestehenden Zugstrecke führen.
Die geplante Umgehungsstraße wird entlang der bestehenden Zugstrecke führen.
Grafik: Mobilitätsministerium

Stickoxidwerte in Niederkerschen über dem Limit 

Was die Studien anbelangt, wurde bereits 2015 eine Untersuchung zur Luftverschmutzung fertiggestellt. Diese ist zentral, lautet das Hauptargument für den Bau der Umgehungsstraße, die durch ein Waldstück führen soll, dass die zu hohen Stickoxidwerte in Niederkerschen dadurch wieder sinken sollen. 

So präzisiert der Minister, dass diese Werte aktuell 57 Mikrogramm pro Kubikmeter betragen und damit hoch über dem Grenzwert von 40 liegen (wobei anzunehmen ist, dass dieser Wert von vor der Corona-Krise stammt). Es wird sich erwartet, dass sie nach dem Bau der Umgehungsstraße auf 31 Mikrogramm sinken sollen. 

Eine Lärmschutzwand von 800 Meter

Ein Anschluss der Umgehungsstraße ist an die A13 geplant.
Ein Anschluss der Umgehungsstraße ist an die A13 geplant.
Grafik: Mobilitätsministerium

2018 wurde die Studie zur Lärmbelästigung in Nähe des Bahnhofs von Niederkerschen aktualisiert. Diese Resultate waren notwendig, um die Pläne der Lärmschutzwand zu zeichnen, die nun 800 Meter lang sein wird. 

Denn die Umgehungsstraße wird weitgehend entlang der bestehenden Zugstrecke führen. Ebenfalls abgeschlossen ist eine Impaktstudie betreffend geschützte Tierarten. 

Ausschreibungen voraussichtlich 2021

Noch fertigzustellen sind Studien, um die verschiedenen Teilstücke der geplanten Straße ausschreiben zu können. Erste Aufbereitungsverfahren sollen Anfang 2020 beginnen. 

Der Stau in Niederkerschen soll durch die geplante Umgehungsstraße abnehmen.
Der Stau in Niederkerschen soll durch die geplante Umgehungsstraße abnehmen.
Foto: Claude Piscitelli

Syndrom von Dippach-Gare vermeiden 

Den erneute Verzug betreffend den Bau der Umgehungsstraße von Dippach-Gare im Hinterkopf, erkundigte sich Yves Cruchten auch nach den notwendigen Genehmigungen. 

In Dippach-Gare war eine Genehmigung des Umweltministeriums für das Mobilitätsministerium nicht rechtzeitig verlängert worden, was neue Studien notwendig machte und den voraussichtlichen Baubeginn auch auf Herbst 2021 verschoben hat. 


Lok , Sueden , Bahnübergang Dippach-Gare , Bahnschranke , Stau , Gemeinderat Dippach , Foto: Guy Jallay/Luxemburger Wort
Dippach-Gare: Die Sache mit der Genehmigung
Der Verzug beim Bau der Umgehungsstraße von Dippach-Gare sorgt auch im Parlament für Diskussion. Die CSV spricht von einem "Paradebeispiel staatlicher Schlamperei". Die Regierung relativiert den Rückstand.

In seiner Antwort versichert François Bausch, dass im Fall der Umgehungsstraße von Niederkerschen, die komplementären Umweltstudien und Kompensationsmaßnahmen „in enger Zusammenarbeit“ mit dem Umweltministerium erstellt beziehungsweise definiert werden. 

Natura-2000-Zone wird erweitert

Weil die Fahrbahn durch eine Natura-2000-Zone führen wird, ist es geplant, dieselbe um mindestens acht Hektar angrenzender Waldfläche zu erweitern. Die entsprechende Prozedur soll „in kürzester Zeit“ gestartet werden. 

Auch Schutzgebiet wird ausgedehnt

 Zudem wird die Umgehungsstraße auch durch das nationale Schutzgebiet „Dreckswis“ führen. Die entsprechende gesetzliche Verordnung muss deshalb geändert werden, wobei diese Zone nach Norden hin vergrößert werden soll, steht in der Antwort. Auch diese Prozedur soll in Kürze beginnen. 

Wälder und Hecken 

Die Kompensationsmaßnahmen wurden ihrerseits ausgerechnet. „Es ist vorgesehen, Wälder anzulegen, Bäume und Hecken zu pflanzen, sowie Felder extensiv zu bewirtschaften, Wasserläufe zu renaturieren und Feuchtgebiete zu schaffen“, so der Minister, ohne allerdings im Detail auf diese Maßnahmen einzugehen. 

Keine Baugenehmigung notwendig

Eine Baugenehmigung der betroffenen Gemeinden wird nicht notwendig sein. Was wohl in Niederkerschen gefeiert worden wäre, aber in Sassenheim wahrscheinlich für Diskussionen gesorgt hätte. 


Bascharage  17.07.2018 © claude piscitelli
Politik des leeren Stuhls
Mit breiter Mehrheit stimmt die Chamber dem Gesetzesentwurf zur Umgehung von Niederkerschen zu. Doch zwei Abgeordnete blieben der Abstimmung fern.

Denn bis zum Schluss hat sich die Gemeinde Sassenheim gegen das Bauprojekt gewehrt.

Als das Gesetzesprojekt im Juli 2018 in der Abgeordnetenkammer zur Abstimmung vorlag, hatten die beiden Sassenheimer Abgeordneten Georges Engel und Simone Asselborn-Bintz (beide LSAP) den Saal verlassen und das Projekt demonstrativ nicht mit abgestimmt. 

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Geplante Umgehung sorgt weiter für Gespräch
Sowohl Georges Engel wie auch Michel Wolter sehen sich bestätigt was die Niederkerschener Umgehung angeht. Der Sassenheimer Bürgermeister aufgrund neuer Messungen, der Käerjenger weil das Projekt auf der legislativen Zielgeraden ist.
Glaubt man der Gemeinde Sassenheim und den Sassenheimer Vereinigungen, so ist das Stickoxidproblem entlang der N5 dabei, sich von selbst zu lösen.