Wählen Sie Ihre Nachrichten​

Nicht voreilig helfen: Zum Wohle der jungen Wildtiere
Lokales 2 Min. 02.05.2017

Nicht voreilig helfen: Zum Wohle der jungen Wildtiere

Junge Wildtiere sind in der Regel in der Natur besser aufgehoben, als beim Menschen.

Nicht voreilig helfen: Zum Wohle der jungen Wildtiere

Junge Wildtiere sind in der Regel in der Natur besser aufgehoben, als beim Menschen.
Foto: Luc Ewen
Lokales 2 Min. 02.05.2017

Nicht voreilig helfen: Zum Wohle der jungen Wildtiere

Sophie HERMES
Sophie HERMES
Immer wieder werden im Frühling vermeintlich verlassene junge Wildtiere zu Auffangstationen gebracht. In vielen Fällen ist dies die falsche Entscheidung, denn die Eltern entfernen sich oft nur kurz vom Nachwuchs.

(SH) - Der Frühling ist nicht nur die Zeit, die Menschen wieder vermehrt nach draußen lockt, es ist auch die Zeit, in der viele Wildtiere ihre Jungen bekommen. Immer wieder begegnen Menschen dann in der freien Natur vermeintlich verwaisten Jungtieren und bringen diese in eine Auffangstation. Was jedoch gut gemeint ist, stellt sich oft als falsch heraus. Denn nicht jedes Tier, das auf den ersten Blick mutterlos erscheint, wurde tatsächlich verlassen.

Wie das Nachhaltigkeitsministerium mitteilt, werden jedes Jahr rund 2.000 Wildtiere in der Pflegestation für Wildtiere in Düdelingen aufgenommen. Schätzungsweise 60 Prozent davon sind vermeintlich verwaiste Jungtiere. Viele unter ihnen wären jedoch in der Natur besser aufgehoben, da sich ihre Eltern nur zeitlich begrenzt entfernt hatten. Doch wie verhält man sich richtig?

Junge Vögel sollte man erst einmal in Ruhe lassen und sich entfernen. Sie werden oft alleine gelassen, während sich die Eltern auf Futtersuche begeben. Einige kommen auch nur zum Füttern zum Nest. Sobald die jungen Vögel flügge werden, begeben sie sich auch selbst bereits auf Nahrungssuche. Jungen Vögeln sollte man nur helfen, wenn sie sich etwa durch Katzen oder Autos in einer Gefahrensituation befinden. Oft reicht es bereits, sie etwas höher in einen Baum oder in eine Hecke zu setzen. Von ihren Eltern verstoßen werden sie nicht, weil sie von einem Menschen angefasst wurden.

Erst einmal abwarten

Auch von jungen Säugetieren sollte man sich fern halten, sofern das Tier sich nicht unmittelbar an einer Gefahrenquelle - etwa direkt neben der Straße - befindet oder offensichtlich verletzt ist. Muss das Tier jedoch von einer Gefahrenquelle entfernt werden, sollte es nur mit einem Kleidungsstück oder Tuch angefasst werden, welches man vorher an Gras gerieben hat. Ansonsten geht man das Risiko ein, dass die Mutter das Tier später aufgrund des Menschengeruchs verstößt.

Besteht keine direkte Gefahr für das Tier, gilt es immer abzuwarten. Um sicher zu gehen, dass die Mutter sich noch um ihr Junges kümmert, kann man nach drei bis vier Stunden kontrollieren, ob das Jungtier sich immer noch verlassen an der gleichen Stelle befindet. In den meisten Fällen trifft dies nicht zu.

Wer nun wirklich auf junges Wild in Not trifft, sollte das Tier auf keinen Fall mit zu sich nach Hause nehmen, sonder zur Pflegestation bringen. Wer sich unsicher ist, kann unter der Nummer 26 51 39 90 auf die telefonische Beratung der Pflegestation zurückgreifen, die von Mai bis August täglich von 8 bis 12 und 14 bis 20.30 Uhr geöffnet ist.

.

Folgen Sie uns auf Facebook und Twitter und abonnieren Sie unseren Newsletter.


Lesen Sie mehr zu diesem Thema

Mehr Platz für Igel und Co.
Im vergangenen Jahr wurden rund 2.500 Wildtiere in der Pflegestation in Düdelingen behandelt und aufgepäppelt. Damit stößt man an die Grenzen der Räumlichkeiten. Ein temporärer Ausbau soll Abhilfe schaffen.
Ausbau Wildtierstation in Düdelingen - Centre de Soins pour la Faune Sauvage Parc Le’h, Foto Lex Kleren
Schnelle Hilfe für verletztes Wild
Bisher konnten verletzte Wildtiere nur in der Pflegestation in Düdelingen abgegeben werden. Nun stehen zusätzliche "Wëlldéier Drop-off"-Stationen in Clerf, Niederfeulen und Junglinster zur Verfügung.
27.1.Dudelange / Pflegestation Wildtiere Foto:Guy Jallay
Gefahr für Autofahrer: Verliebte Rehe unterwegs
Autofahrer sollten in den kommenden Wochen besonderes vorsichtig sein: Rehe suchen sogar auf Straßen nach einem möglichen Partner. Wer ein verletztes Wildtier findet, sollte zuerst zum Handy greifen.
Lust auf noch mehr Wort?
Lust auf noch mehr Wort?
7 Tage gratis testen
E-Mail-Adresse eingeben und alle Inhalte auf wort.lu lesen.
Fast fertig...
Um die Anmeldung abzuschließen, klicken Sie bitte auf den Link in der E-Mail, die wir Ihnen gerade gesendet haben.